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30.12.2014

12:53 Uhr

Sänger kritisiert Nato

Udo Lindenberg nimmt Putin in Schutz

Darf sich nach Altkanzler Gerhard Schröder nun auch Udo Lindenberg zu den Putin-Freuden zählen? Der Deutschrocker kritisiert in einem Interview die Nato – und könnte sich auch einen Besuch in Moskau vorstellen.

Deutschrocker Udo Lindenberg: „Nato, bitteschön raus aus den osteuropäischen Ländern!“ dpa

Deutschrocker Udo Lindenberg: „Nato, bitteschön raus aus den osteuropäischen Ländern!“

Düsseldorf„Ich mach' mein Ding“ sang Udo Lindenberg vor gut fünf Jahren und schaffte mit dem Hit ein überraschendes Comeback. Der Sänger und Maler nimmt auch außerhalb der Bühnen kein Blatt vor dem Mund. Meist geht es dabei um Musik und Kunst, diesmal aber macht Lindenberg „sein Ding“ auf dem politischen Parkett – und nimmt im Ukraine-Konflikt Russlands Präsident Wladimir Putin in Schutz.

In einem Interview mit der „Main-Post“ (Dienstag) kritisiert der Deutschrocker die Nato. Das westliche Militärbündnis habe sich nicht an die Absprache mit Russland gehalten, nicht in die „befreiten“ Länder der ehemaligen Sowjetunion zu expandieren. „Deshalb werden die Russen sauer, das ist ja nicht Putin alleine“, sagte Lindenberg. „Wenn ich mit Politik irgendetwas zu tun hätte, würde ich sagen: Nato, bitteschön raus aus den osteuropäischen Ländern!“

An erster Stelle solle seiner Ansicht nach stehen, die Freundschaft zu Russland „wieder hinzukriegen“: „Nach all dem, was im Zweiten Weltkrieg so gelaufen ist, müssen wir heute mit Russland eine Freundschaft haben“, sagte Lindenberg der Zeitung. Präsident Putin habe er auch schon mal persönlich kennengelernt.

Er könne sich auch vorstellen nach Moskau zu reisen, um sich dort für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts einzusetzen: „Ich bin dort schon ein paar Mal aufgetreten. Ich möchte gern in dieser Hinsicht aktiv bleiben.“ Vor einer Eskalation in dem Konflikt zwischen der Nato und Russland hat Lindenberg Angst. Es könne leicht ein „Fehler im Militärsystem passieren. Ein Atomkrieg aus Versehen“, so Lindenberg in der „Main-Post“. Diese Gefahr habe ja bereits in den 1980er Jahren bestanden.

Innenpolitisch hatte der 68-Jährige Sänger Russlands Präsidenten vor wenigen Jahren noch kritisiert. Nach der Verurteilung von drei Mitgliedern der Putin-kritischen Punkband Pussy Riot zu Haftstrafen hatte Lindenberg 2012 von einem „idiotischen Urteil“ gesprochen. Zuvor hatte er Freiheit für die inhaftierten Frauen gefordert, die mittlerweile wieder auf freiem Fuß sind.

Von

td

Kommentare (17)

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Herr Heinz Keizer

30.12.2014, 13:04 Uhr

Udo Lindenberg nimmt Putin in Schutz und in China ist ein Sack Reis umgefallen.

Frau Helga Trauen

30.12.2014, 13:11 Uhr

Es ist doch bewunderswert, dass Lindenberg das Maul aufmacht. Die ganzen Keizers hier sind so schön angepasst - das erinnert an die schlimmsten deutschen Zeiten...

Herr Walter Schimpf

30.12.2014, 13:13 Uhr

Finde ich mutig vom Udo!

Die Rache der geballten deutschen "Qualitätsmedien" wird im sicher sein.

Udo, bleib standhaft!

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