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02.10.2016

10:59 Uhr

Sangershausen, Schwerin, Bautzen

Mehrere Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Deutschen

Brandanschläge und Prügeleien: In mehreren Städten geraten Flüchtlinge und Einheimische aneinander. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen enden oft mit verletzten Menschen.

Die Anzahl von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen steigt. dpa

Brandanschläge

Die Anzahl von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen steigt.

BerlinIn mehreren Städten ist es zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen gekommen. Bei den Vorfällen in Sangerhausen, Schwerin und Bautzen wurden nach Polizeimitteilungen vom Samstag mehrere Menschen verletzt. Auf eine Asylbewerberunterkunft für minderjährige Flüchtlinge im brandenburgischen Jüterbog wurde zudem ein Brandanschlag verübt. Unbekannte warfen am Samstagmorgen zwei Brandsätze gegen ein Fenster, die die Doppelverglasung nach Angaben der Polizei aber nicht durchschlugen. Verletzt wurde niemand.

In Sangerhausen in Sachsen-Anhalt prügelten sich am Freitagabend etwa 20 Einheimische und mehrere syrische Asylbewerber. Drei Syrer wurden leicht verletzt. Auslöser könnte nach Angaben der Polizei Halle eine Körperverletzung sein, die ein 15 Jahre alter Syrer einem 16-jährigen Sangerhäuser am Mittwoch zugefügt haben soll. Ein möglicher fremdenfeindlicher Hintergrund der Schlägerei wird geprüft.

Fremdenfeindliche Anschläge in Deutschland (seit 2015)

Ense (NRW), Januar 2016

Schüsse auf eine Unterkunft für Flüchtlinge sorgen für Angst und Unsicherheit, niemand wird verletzt. Der Staatsschutz ermittelt und stellt mehrere Projektile sicher. Zuvor waren Hakenkreuze an das Haus geschmiert worden.

Leipzig, Februar 2016

Ein Schweinekadaver auf dem Baugelände für eine Moschee in Leipzig wird zum Fall für den Staatsschutz. Schon nach dem Bekanntwerden der Pläne für das islamische Gotteshaus waren 2013 auf dem Gelände blutige Schweineköpfe aufgespießt worden. Muslime betrachten Schweine als unrein.

Nauen (Brandenburg), August 2015

Ein Feuer zerstört eine als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgesehene Sporthalle. Nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft steckt eine rechtsradikale Gruppierung dahinter.

Neunkirchen (Saarland), Februar 2016

Unbekannte schleudern Molotow-Cocktails in den Innenhof einer Moschee. Niemand wird verletzt, die Polizei geht von fremdenfeindlichen Motiven aus.

Salzhemmendorf (Niedersachsen), August 2015

Zwei Rechtsextreme schleudern einen Brandsatz in eine Flüchtlingsunterkunft. Ein Teppich und eine Matratze geraten in Flammen. Eine Frau aus Simbabwe und ihre drei kleinen Kinder bleiben unverletzt.

Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg), Januar 2016

Eine scharfe Handgranate wird auf das Gelände einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge geworfen, explodiert jedoch nicht.

In Mecklenburg-Vorpommerns Hauptstadt Schwerin griffen ebenfalls am Freitagabend etwa 30 Deutsche eine Gruppe von rund 10 Ausländern an. Ein Jugendlicher erlitt leichte Verletzungen. Vorangegangen war am Dienstag eine Auseinandersetzung am selben Ort, bei der zwei Syrer zunächst andere Zuwanderer und einen Einheimischen mit einem Messer bedroht und einen Streitschlichter geschlagen haben sollen. Auf dem zentralen Platz treffen sich laut Polizei seit Wochen Gruppen von 20 bis 30 Zuwanderern, meist unbegleitete Minderjährige; immer wieder gibt es Auseinandersetzungen mit Einheimischen.

Auch im sächsischen Bautzen, wo es vor kurzem bundesweit beachtete Krawalle zwischen Flüchtlingen und Einheimischen gegeben hatte, kam es zu einem neuen lautstarken Streit zwischen Gruppen von Zuwanderern und Einheimischen. Dabei bedrohte nach Polizeiangaben ein 17-jähriger Flüchtling einen 39-jährigen Deutschen mit einer abgebrochenen Glasflasche, verletzte sich aber versehentlich selbst an der Hand.

Von

dpa

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