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28.02.2011

11:56 Uhr

„Sargnagel“-Streit

Guttenberg-Affäre spaltet Union

Die Plagiatsaffäre um Karl Theodor zu Guttenberg sorgt für heftigen Streit innerhalb der Union:  CSU-Chef Seehofer verwahrte sich gegen „unangemessene“ Äußerungen aus der CDU. Doch auch die FDP macht dem Minister Druck.

Guttenberg vor der CSU-Zentrale München: Von Journalisten umzingelt. Quelle: dpa

Guttenberg vor der CSU-Zentrale München: Von Journalisten umzingelt.

BerlinCSU-Chef Horst Seehofer hat Bundestagspräsident Norbert Lammert wegen seiner Äußerungen zur Plagiatsaffäre um Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg kritisiert. Die „Mitteldeutsche Zeitung“ hatte den CDU-Politiker am Montag mit der Aussage zitiert, die Angelegenheit sei ein „Sargnagel für das Vertrauen in unsere Demokratie“. Seehofer sagte, er halte dies für eine unangemessene Reaktion.

Auch CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich kritisierte Lammert. „Das sind Einzelstimmen, die man nicht weiter beachten muss.“ Es sei wichtig, dass die CSU und die wichtigen Akteure der CDU geschlossen hinter dem Verteidigungsminister stünden. „Das ist das Entscheidende.“ Lammert hatte sich auch schon zuvor kritisch über Guttenbergs Nutzung von Gutachten aus dem Bundestag geäußert, für deren Veröffentlichung er nach Angaben aus dem Ältestenrat keine Genehmigung eingeholt hatte.

Guttenberg selbst wollte sich am Montag nicht zu den Plagiatsvorwürfen bei seiner Doktorarbeit äußern. Im Vordergrund stehe nun die Bundeswehrreform, bei der voraussichtlich kommende Woche wichtige Entscheidungen anstünden. „Meine Arbeitskraft, was die Bundeswehr anbelangt, ist vollends gegeben. Ich habe dieses Amt auszuführen und will das auch mit Freuden tun“, sagte der Minister.

Kommentare (35)

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Comet

28.02.2011, 12:16 Uhr

Wenn Herr zu Gutenberg ein Mann von Ehre wäre, würde er zurücktreten.Politiker die an ihren Stühlen gleben benötigt keiner.

poolliter

28.02.2011, 12:19 Uhr

Janusköpfigkeit - Guttenbergisierung
Die Beliebtheit und der bisherige Erfolg von Herrn Guttenberg beruhte auch auf einer Art Janusköpfigkeit.
G. war sowohl adlig, als auch volksnah; korrekt als auch schnodrig, edel und ehrlich als auch ein raffinierter Täuscher. Er schaffte das vor der Dr.-Affäre in einer Person für eine breite Masse glaubhaft darzustellen.
Die Union (evtl. auch die Koalition) übernimmt dieses "Erfolgsrezept" jetzt mit geteilten Rollen: Frau Schavan schämt sich, Herr Mappus steht voll zu Herrn Guttenberg.
Wollen wir wirklich Politiker die Ihr Tricksen und Täuschen der Volkes immer weiter perfektionieren?

Account gelöscht!

28.02.2011, 12:20 Uhr

Wo ist das Machtwort der Kanzlerin im Fall Guttenberg???
Der Zeitpunkt ist nun da, wo eine Entscheidung getroffen werden muss.
Sehr geehrter Herr von und zu Gutenberg, treten sie sofort zurück, um den Schaden den sie leichtfertig verursacht haben, einzudämmen.
Es ist ihrer unwürdig noch länger an ihrem Ministeramt zu kleben.
Sie sind noch jung, haben außer Plagiate noch sehr wenig zustande gebracht in ihrem Leben. Nach einigen Jahren mit harter Arbeit, könnten sie sich vielleicht wider um ein öffentliches Amt bewerben, aber jetzt ist der Zug für sie abgefahren.
Treten sie zurück.
Danke

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