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27.08.2014

14:13 Uhr

Sarrazin zur Wowereit-Nachfolge

„Die SPD wird sich öffentlich zerfleischen“

VonDietmar Neuerer

Wer wird Berlins scheidenden Regierenden Bürgermeister beerben? Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin bezweifelt, dass es der SPD gelingen wird, jemanden zu finden, der in Klaus Wowereits „Weltstadt-Schuhe“ passt.

Sarrazin (l.) und Wowereit: Der Ex-Finanzsenator findet viele lobende Worte für seinen einstigen Chef. dpa

Sarrazin (l.) und Wowereit: Der Ex-Finanzsenator findet viele lobende Worte für seinen einstigen Chef.

BerlinBerlins früherer Finanzsenator Thilo Sarrazin erwartet in der Debatte um die Nachfolge von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit heftige SPD-interne Auseinandersetzungen. „Das schlimmste Geschenk, das der scheidende Regierende Bürgermeister seinen Genossen hinterlässt, ist die Frist bis zum 11. Dezember, an dem Wowereit endgültig abtreten will“, schreibt Sarrazin in einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung. „Das sind dreieinhalb Monate, in denen sich die SPD in Berlin nach Herzenslust öffentlich zerfleischen und niedermachen kann. Ich fürchte, die Genossen werden die Zeit nutzen.“

Nach einem Beschluss des Landesvorstands sollen die Mitglieder der Berliner SPD entscheiden, wer die Nachfolge von Wowereit antritt, der im Dezember zurücktreten will. Am Mittwoch berät die SPD-Fraktion in einer außerordentlichen Sitzung über die Situation. Daran nimmt auch der SPD-Landesvorstand teil.

Die Karriere des Klaus Wowereit

1973

Abitur an der Ulrich-von-Hutten-Oberschule in Berlin.

1973 bis 1979

Studium der Rechtswissenschaft an der FU Berlin.

1979

1. Juristische Staatsprüfung

1979 bis 1984

Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) der SPD von Berlin-Tempelhof.

1981

2. Juristische Staatsprüfung

1981 bis 1984

Regierungsrat zur Anstellung beim Senator für Inneres von Berlin, Fraktionsvorsitzender der SPD der BVV in Berlin-Tempelhof.

1984 bis 1995

Bezirksstadtrat für Volksbildung und Kultur in Berlin-Tempelhof.

1995 bis 2011

Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin.

1995 bis 1999

Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin.

1999 bis 2001

Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin.

seit 16.06.2001

Regierender Bürgermeister von Berlin.

2007 bis 2010

Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Quelle

http://www.berlin.de

Nach Fraktionschef Raed Saleh warf auch Parteichef Jan Stöß am Dienstagabend seinen Hut in den Ring. Beide wollen sich dem geplanten Mitgliederentscheid stellen. Stöß, sagte im RBB-„Inforadio“, dass er mit Saleh um den Bürgermeister-Posten konkurriere, sei keine Kampfkandidatur, sondern ein demokratischer Wettbewerb. Dass es noch weitere Kandidaten geben werde, sehe er nicht. Stöß reagierte damit auf Spekulationen über eine mögliche Kandidatur eines auswärtigen SPD-Politikers.

Sarrazin machte Stöß mitverantwortlich für den Rücktritt Wowereits. Er selbst habe schon vor Jahren bemerkt, dass es Wowereit und seinem damaligen Landeschef Michael Müller „immer schwerer fiel, die Fraktion in wichtigen Fragen hinter sich zu bringen“, schildert Sarrazin die Situation.

Kommentare (6)

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Herr Peter Spiegel

27.08.2014, 17:53 Uhr

„Die SPD wird sich öffentlich zerfleischen“
Ein Erfolg, wenn nichts übrig bleibt.

Frau Pia Paff

27.08.2014, 18:01 Uhr

Wowereit hat Berlin bis zum Bankrott abgewirtschaftet. Für diese Misswirtschaft gehört Wowereit vor ein ordentliches Gericht. Ein angemessenes Strafmaß ... 5 Jahre geschlossener Vollzug!

Herr Martin Bruch

27.08.2014, 18:29 Uhr

Gemessen an dem Strafmaß von Höneß müsste bei den durch Herrn Wowereit verschleuderten Milliarden der Steuerzahler deutlich mehr als 100 Jahre Haft herauskommen. Statt dessen tritt Herr Wowereit mit einem süffsanten Lächeln und einer dicken Pension ab. Das sind unhaltbare Zustände, die auf Dauer unser politisches System nicht verkraftet.

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