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03.01.2012

14:54 Uhr

Satire

So spottet das Web über Wulff

VonSebastian Schaal

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Diese Weisheit gilt auch in der Causa Wulff. Das Netz antwortet mit Satiren - bis hin zu einem vermeintlichen Mitschnitt der Mailbox Kai Diekmanns.

Nicht nur der Anruf bei Kai Diekmann bringt Christian Wulff in diesen Tagen viel Spott. dpa

Nicht nur der Anruf bei Kai Diekmann bringt Christian Wulff in diesen Tagen viel Spott.

DüsseldorfKarl-Theodor zu Guttenberg kann ein Lied davon singen. Christian von Boetticher und Franz Josef Jung auch. Nahezu keine Affäre eines ranghohen Politikers, die im Netz nicht mit satirischen Beiträgen bedacht wird. So trifft es auch den Bundespräsidenten, der in den letzten Wochen gleich mehrere Ansätze für die Satiriker geliefert hat.

Wer die Nachrichtenlage nicht stets im Blick hat, kann hier auf einen Blick den Stand der Dinge schnell erfassen.

Statt eines Rücktritts fordern immer mehr Politiker - auch aus den eigenen Reihen - von Christian Wulff zumindest eine vollständige und schnelle Aufklärung in der Kredit-Affäre. Ein wenig Licht ins Dunkel hat jetzt der WDR gebracht, indem er den Anruf Christian Wulffs bei Kai Diekmann veröffentlicht hat - zumindest eine nachgestellte Aufnahme, wie sich die Redaktion den präsidialen Anruf vorstellt.

Jetzt wissen wir drei Dinge. Erstens: Christian Wulff mag historische Redewendungen. Zweitens: Christian Wulff mag keinen Meerrettich. Und zum Dritten wird klar, wie die Infos zu dem Anruf bei der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gelandet sind.

Twitter-Nutzer machen sich heute schon den ganzen Tag Gedanken, welche Filmtitel man auf die Affäre Wulff umtexten kann. Unter dem Hashtag „Wulfffilme“ veröffentlichen sie ihre Ideen. „Der mit dem Wulff tanzt“ ist in Anspielung auf die Rolle von Diekmann recht naheliegend und dutzendfach gepostet., das unveränderte Zitieren von Titeln kann eine Anspielung auf die Affäre darstellen und auch kreative Versuche gibt es in mittlerweile recht reicher und unübersichtlicher Stückzahl.

Zu seinem Anruf bei dem Bild-Chefredakteur hat sich Christian Wulff noch nicht geäußert. Zumindest nicht in dem Nachbau seines Facebook-Profils, den stern.de veröffentlicht hat. Darin erfahren wir zwar keine weiteren Details über seinen Privatkredit, aber immerhin wird klar, dass Kai Diekmann bereits seit dem 12. Dezember auf einen Rückruf des Bundespräsidenten wartet.

Interessant ist auch ein Detail in der linken Spalte: Christian Wulff nimmt vielleicht an der Veranstaltung "Rücktrittserklärung" teil. Datiert ist der Eintrag auf den 4. Januar 2012. Warten wir ab, ob die Vorhersage zutrifft.

Die "Titanic" will hingegen erfahren haben, dass es einen Erpressungsversuch bei der Bild-Zeitung gegeben habe. Der unbekannte Anrufer habe mit "Krieg" und seiner "Abo-Kündigung" gedroht, falls er keine "Gerechtigkeit" erfahre. Wer das wohl war...

Hatten Sie heute Morgen einen Anruf auf Ihrer Mailbox? Nein? Dann lag der "Postillon" wohl falsch. Das Satire-Portal will erfahren haben, dass Christian Wulff allen 82 Millionen Bundesbürgern eine Nachricht hinterlassen hat. In dieser fordert er die Menschen auf, die Berichterstattung über ihn nicht mehr zu verfolgen. Anderenfalls würde es "zum endgültigen Bruch" kommen.

Der Tagesspiegel hat historische Schlagzeigen der Bild-Zeitung zu den Wulffs zusammengestellt. Tagesspiegel

Der Tagesspiegel hat historische Schlagzeigen der Bild-Zeitung zu den Wulffs zusammengestellt.

Kommentare (8)

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roterkaufmann

03.01.2012, 11:52 Uhr

guttenberg, adolf sauerland, wulff usw. lassen mich arg zweifeln, ob die konservativen noch was von moral und anstand halten, welche sie doch immer wie eine monstranz vor sich hertragen.

Karlheinz

03.01.2012, 12:03 Uhr

Ich finde in Deutschland ist das höchste Amt nicht von Menschen zu besetzen die ein leichtest an Bestechung durch solche vorgehen wie Herr Wulf es getan hat.
Mit seinem Eid hat er dem Deutschen Volk seine Unantastbarkeit zugesichert, und nicht das was er tuz, oder alles schon getan hat.
Warten Wir mal was noch alles zum vorschein des Herrn Wulf kommt.

Moral

03.01.2012, 13:07 Uhr

Naja, bis sie es schaffen, wegen ihrer rauschenden Sex-Partys (SPD) ins Gerede zu kommen, ist noch ein weiter Weg.

Vielleicht sollten sie doch besser Polizisten brutal zusammen schlagen (Grüne)

Oder einfach nur die Straße aufreißen und mit den Steinen Polizisten bewerfen (SPD)

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