Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.11.2011

06:49 Uhr

Schätzung

Schäuble erwartet Rekord bei Steuereinnahmen

VonAxel Schrinner

ExklusivAm Mittwoch startet die Steuerschätzung. Die Vorlage, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, verspricht sehr gute Nachrichten. Auch der Blick in die Zukunft dürfte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gefallen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat im Hinblick auf die Steuereinnahmen gut lachen. dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat im Hinblick auf die Steuereinnahmen gut lachen.

DüsseldorfDie Steuereinnahmen werden bis zum Jahr 2016 um mehr als 100 Milliarden Euro auf 680 Milliarden Euro steigen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen mit Verweis auf die Vorlage von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für die am Mittwoch beginnende Steuerschätzung.

Für 2011 rechnet Schäuble mit knapp 572 Milliarden Euro Steuern. Das wären 17 Milliarden Euro mehr, als die Steuerschätzung im Mai vorhergesagt hatte. 2012 rechnen Schäubles Experten mit einem Anstieg auf 591 Milliarden Euro. Das wären rund sieben Milliarden mehr als zuletzt geschätzt.

In den folgenden Jahren sollen die Einnahmen auf 613, 636 und 659 Milliarden Euro steigen. Das entspräche bis 2015 Mehreinnahmen von rund 40 Milliarden Euro.
Die Vorlage des Finanzministeriums ist eine von mehreren Vorschlägen, die während der Steuerschätzung diskutiert werden. Weitere Vorlagen kommen von Wirtschaftsforschungsinstituten, dem Sachverständigenrat und der Bundesbank. Das Ergebnis der Steuerschätzung wird am Freitag veröffentlicht.

Wesentlicher Grund für die hohen Steuermehreinnahmen ist der Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter. Diese dürften nach Schätzungen des Wirtschaftsministeriums 2011 so stark steigen wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Hohe Einkommen lassen das Lohnsteueraufkommen steigen; zudem bringt mehr Konsum auch mehr Umsatzsteueraufkommen. Diese beiden Steuerarten machen rund 60 Prozent des gesamten Steueraufkommens aus.

Der Anstieg der Einnahmen lässt die Haushaltsdefizite sinken. Das Institut für Weltwirtschaft erwartet, dass der Bund dieses Jahr 23 Milliarden Euro neue Schulden machen werde, halb so viel wie im Vorjahr. 2012 dürfte der Bund statt 27 nur noch 16 Milliarden Euro neue Kredite benötigen, 2013 sei wegen der Zahlungen in den Euro-Rettungsfonds ESM mit einem Anstieg des Defizits auf 21 Milliarden Euro zu rechnen, sagte IfW-Finanzexperte Alfred Boss.

Kommentare (24)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

SollundHaben

01.11.2011, 08:02 Uhr

Steuereinnahmen wesentlich dem Anstieg der Bruttolöhne geschuldet. Nun, das erklärt das Festhalten an der jahrzehntelangen Praxis die Kalte Progression als klammheimliche Steuererhöhung beizubehalten. Und für was: Zur Finanzierung einer teuren Bürokratie und Privilegien deutscher Beamter. Der Staat als Selbstzweck. Ach ja da wäre ja noch Griechenland etc.. .

Mittlerweile sollte es jeden klar sein, die Eurokrise ist erst dann beendet, wenn die Staaten anfangen ihre Haushalte in Balance zu bringen. Das geht nicht mit noch so hohen Steuereinnahmen wenn die Ausgaben proportional mehr steigen. Neben den hohen Sozialkosten sind die Bürokratiekosten der wesentlich Teil deutscher Verschuldung. Den Investoren und RatingAgenturen ist das bewusst. Die Finanzierungskosten deutscher Verbindlichkeiten werden steigen das Triple A wird verloren gehen.
Konsolidierung beim Staat ist angesagt und die Frage sei erlaubt: Warum sollen deutsche Beamte nicht kündbar sein und mit welcher Leistung verdienen sie ihre Privilegien wie Pensionen ohne wesentlichen eigenen Beitrag?

Ich mag das Wort Gerechtigkeit nicht. Es ist politisch abgenutzt und objektiv gesehen kann es Gerechtigkeit nicht geben. Allerdings müssen sich die Politiker fragen lassen: Ist es "gerecht", dass die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge stetig steigen und Beamte, die von den hohen Steuereinnahmen direkt profitieren, keinen Beitrag in der Krise leisten?

Galli

01.11.2011, 08:50 Uhr

Ihrem Beitrag kann ich nur zustimmen!
Bürokratenmonster - Krake unserer Gesellschaft.
Hierzu passend die aktuelle HRE - FMS Wertmanagement
im Klartext Bad Bank Geldvermehrung. Alleine der Name Wertmanagement soll sugerieren hier werden Werte gemanagement. Diese Bad-Bank leistet sich drei hoch dotierte Geschäftsführer plus drei Assistenten. Der Organisationsplan mit ca. 40 weiteren Stellen im gehobenen Bereich sieht aus wie eine Krake. So ist auch das Geschäfts-Ergebnis: Von Gründung Juli 2010 bis 30.06.2011 3,7 Milliarden Verlust, davon 250 Milliarden Personalkosten. Diese Bad-Bank wird beaufsichtigt von einem Verwaltungsrat sechs Personen. Das ganze wird kontrolliert von einem gegründeten FSMA neun Personen aus Politik, die wöchentlich geheim tagen. Zusätzlich gibt es das Kontrollorgan Bafin. Diese Personalkosten kommen noch zu der oben genannten Zahl.
Aber Verantwortung? Gleich Null - genau wie die angeblich falsch gebuchten 55,5 Milliarden.

Arminius

01.11.2011, 08:52 Uhr

Wie der sich freut, während anderswo im Euroraum die Selbsmordrate um 30% gestiegen ist.
Errinnert mich irgend wie an 1939-43

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×