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03.04.2014

20:59 Uhr

Schäuble bei Beckmann

„Frankreich und Italien wanken nicht“

Die Euro-Krise, Griechenland und der umstrittene Hitler-Vergleich: An brisanten Themen mangelt es der ARD-Talkshow „Beckmann“ nicht, denn Finanzminister Wolfgang Schäuble ist ein Freund der klaren Worte.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: „Ich bin doch nicht so blöd, dass ich Hitler mit jemandem vergleiche.“ dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: „Ich bin doch nicht so blöd, dass ich Hitler mit jemandem vergleiche.“

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble befürchtet durch die Euro-Schwergewichte Frankreich und Italien keine neuen Turbulenzen in der Währungsunion. „Frankreich und Italien, die wanken nicht“, sagte Schäuble in der ARD-Sendung „Beckmann“, die am Donnerstagabend ausgestrahlt werden sollte.

Frankreich habe gerade eine schwierige politische Situation, aber gute Wirtschaftszahlen, die besser seien als erwartet. „Frankreich bleibt ein starkes Land“, sagte der CDU-Politiker. Italien müsse vor allem die Leistungsfähigkeit seiner Verwaltung und Justiz verbessern und bei den Lohnstückkosten wettbewerbsfähig bleiben.

Schäuble ließ erneut offen, ob für Griechenland ein drittes Hilfspaket geschnürt werden muss. Es könne nicht ausgeschlossen werden. Gegenwärtig sage die griechische Regierung aber, sie könne es allein schaffen. Das Land könne in diesem Jahr erstmals wieder ein reales Wirtschaftswachstum schaffen. Es gebe Fortschritte und Griechenland sei auf dem richtigen Weg, aber nicht über den Berg. Kürzlich sagte Schäuble, in der zweiten Jahreshälfte werde man sehen, ob Griechenland noch einen Bedarf habe oder nicht.

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Die Äußerung von Finanzminister Wolfgang Schäuble zu Parallelen zwischen Putin und Hitler hat ein diplomatisches Nachspiel. Das Außenministerium in Moskau legte Protest beim deutschen Botschafter ein.

Zugleich warnte Schäuble die Märkte, sich zu sehr an eine lockere Geldpolitik zu gewöhnen. „Wenn man sich an billiges Geld gewöhnt, ist es für eine Volkswirtschaft nicht immer ganz leicht, den Entzug zu verkraften“, sagte er bei der Aufzeichnung der Sendung. Derzeit seien die großen Notenbanken dabei, die alle ein Stück auf dem Wege der ultralockeren Geldpolitik gegangen seien, diese vorsichtig zurückzuführen.

Was den Bankensektor angeht, so ist man mit dessen Regulierung in Europa schon „ganz gut vorangekommen“, sagte Schäuble weiter. „Das Finanzsystem ist doch sehr viel krisenfester geworden“, unterstrich er. Dennoch sei auf diesem Felde der Regulierung noch Einiges zu tun. So werde man sich am Rande der IWF-Frühjahrestagung in der kommenden Woche mit den Schattenbanken beschäftigen.

Wegen seiner umstrittenen Äußerungen zur Ukraine-Krise sieht sich der Finanzminister zu Unrecht am Pranger. Er habe niemanden mit Adolf Hitler verglichen. „Ich bin doch nicht so blöd, dass ich Hitler mit jemandem vergleiche.“ Dies könne man nicht vergleichen. Er habe Schülern die Situation rund um die Krim-Krise erklärt, woraus dann ein Satz isoliert veröffentlicht worden sei.

Schäuble hatte bei der Veranstaltung zu Wochenbeginn Parallelen zwischen Russlands Vorgehen auf der Krim und der Annexion des Sudetenlandes 1938 durch Nazi-Deutschland gezogen. Mit Blick auf ein mögliches Szenario hatte er den Schülern gesagt: „Das kennen wir alles aus der Geschichte. Mit solchen Methoden hat schon der Hitler das Sudetenland übernommen – und vieles andere mehr.“ Zugleich hatte er betont, die Russen würden mit niemandem verglichen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

04.04.2014, 13:27 Uhr

...von wegen Wanken...

hofften "Don-Kommandeure" ebenfalls im Tausendjährigen Reich, als sich iberisch und rumänische Einheiten moralisch auflösten.
Irgendwie erinnert Schäuble immer wieder mit seine Diktion an ollen Geschichten, unser lieber ewig gestriger Gesell aus Kohls Satrapenersatztruppe.

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