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05.06.2012

16:30 Uhr

Schäuble im Gespräch

„Für Europa gibt es keinen bequemen Weg“

VonMichael Inacker, Gabor Steingart, Donata Riedel

Im Handelsblatt-Interview erklärt Bundesfinanzminister Schäuble, warum Sparen und Wachstum kein Widerspruch ist und wo es bei der Euro-Rettung hapert. An der Kandidatur für den Chefposten der Euro-Gruppe hält er fest.

Wolfgang Schäuble beim Interview. Andreas Labes für Handelsblatt

Wolfgang Schäuble beim Interview.

BerlinHerr Minister Schäuble, angeblich werden in der Druckerei De La Rue in den Niederlanden bereits griechische Drachmen gedruckt, um den Austritt Athens aus der Euro-Zone vorzubereiten. Der Börsenkurs dieses Druck-Unternehmens steigt seit Tagen. Können Sie diese Meldungen bestätigen?
Ihre Angeblichkeiten sind Unsinn. Ich habe nicht die geringste Absicht...

...eine Mauer zu bauen?

... mich auf derartige Spekulationen einzulassen.

Sie halten ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro-Verbund demnach nicht für ein realistisches Szenario, das wir womöglich in den nächsten Monaten erleben könnten?

Griechenland muss selbst entscheiden. Ich halte jedenfalls nichts davon, dass in einer schwierigen Lage an den Finanzmärkten und in Griechenland selbst neue Spekulationen in die Welt getragen werden. Außerdem sind die großen Weltuntergangsszenarien noch nie bestätigt worden.

Es gibt inzwischen zwei Arten von Prognosen, die nicht eingetreten sind. Die eine ist das von Ihnen zitierte Weltuntergangsszenario - und das andere ist Ihre Prognose, dass der Rettungsschirm EFSF den deutschen Steuerzahler nie mehr als 210 Milliarden Euro kosten wird.

Wieso? Der EFSF ist nie aufgestockt worden. Wir haben immer gesagt, dass der EFSF 440 Milliarden Euro Ausleihvolumen enthält, für die wir Garantien von 210 Euro Milliarden bereitstellen. Wir waren uns aber immer einig, dass dieser kurzfristige Rettungsschirm möglichst schnell durch eine dauerhafte Finanzinstitution ersetzt werden muss. Sie erinnern sich vielleicht, dass der deutsche Finanzminister schon frühzeitig gesagt hat, wir brauchen so etwas wie einen europäischen Währungsfonds. Damals haben alle erschreckt reagiert. Der ESM kommt dem nun sehr nahe.

Mit dem neu geschaffenen permanenten Rettungsschirm und den weiterlaufenden EFSF-Hilfen hat sich die Gesamthaftungssumme für den deutschen Steuerzahler nochmals deutlich erhöht - auf nunmehr 280 Milliarden Euro.

Wie eben gesagt: EFSF und ESM sind getrennte Veranstaltungen.

Warum tun Sie sich so schwer, der deutschen Öffentlichkeit zu sagen, dass die Gesamtsumme der Euro-Rettungspolitik immer höher geworden ist?

Diese Aussage wird auch nicht richtiger, wenn manche Medien immer wieder versuchen, diesen Eindruck zu erwecken.

Kommentare (64)

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abcdefg

05.06.2012, 16:38 Uhr

Es ist im Prinzip ganz einfach. Die Krise wird so lange anhalten, wie der schon oft beschriebene Geburtsfehler des Euro besteht. In einem Portfolio von 15 Euroländern werden niemals alle Staaten gleichzeitig die Konvergenzkriterien erfüllen. Der Stabilitätspakt wirkt zukünftig krisenverschärfend, da ihn auch starke Länder wohl nur mit Problemen einhalten werden können udn die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit der gewählten Grenzen zu hinterfragen ist. Die Politik muss sich daher klar werden, ob sie eine politische Union will, oder nicht und sie muss vor allem beurteilen können, ob ihre Bürger das mittragen wollen, oder nicht. Ohne politische Union keine Zukunft des Euro. Auf Basis der derzeit in der EU bestehenden undemokratischen und korrupten Strukturen wird es aber keine Zustimmung der Bevölkerung zu einer weiteren Integration bzw. Aufgabe nationaler Souverinität geben, es sei denn, man schafft eine echte parlamentarische Demokratie mit handlungsfähigen Politikern statt belasteten Barrrosos oder Leichtgewichten wie Ashton. Der Fisch fängt vom Kopf her zu stiken an und man darf daran erinnern, dass vor nicht all zu langer Zeit die komplette Eu-Kommission wegen eines Korruptionsskandals zurückgetreten wurde. Die Krise könnte längst beendet sein, wenn nicht zweitklassige und oft wenig integre Strategen statt echter Könner am Werk wären

icke

05.06.2012, 16:50 Uhr

Mit wem sollen wir eine Fiskalunion eingehen? Mit den Spaniern, oder den Griechen? Oder gar den Italienern? Und das alles ohne Hintertürchen und ganz ehrlich ? Nene, dann lieber wieder D-Mark. Wir haben die Wiedervereinigung finanziert und schaffen somit auch die Wiedereinführung der D-Mark. Und durch die Finanzkrise hat der Deutsche Staat bisher durch niedrige Zinsen einen guten Schnitt gemacht. Übrigens waren wir Exportweltmeister auch mit der D-Mark. Trau Dich Wolfgang und sprich es aus: Die D-Mark kommt 2013 !

Account gelöscht!

05.06.2012, 16:52 Uhr

Immer wieder zu bewundern wie sämtliche Idioten und Demagogen etwas labern oder etwas lösen wollen was sie selbst verursacht haben, obwohl der dümmste Hund im Volke wusste wie das endet. Kann man solche Typen eigentlich nicht einfach per Gesetz absetzen? oder ist da inzwischen tatsächlich zum Wohle des Landes, Gewalt von Nöten?

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