Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2013

11:58 Uhr

Schäuble über Hoeneß

„Er hat mehr als großen Mist gebaut“

Finanzminister Wolfgang Schäuble findet den öffentlichen Aufschrei wegen der Steueraffäre von Bayern-Präsident Uli Hoeneß nachvollziehbar. Das Thema schadet der Union. Hoeneß soll nun über einen Deal verhandeln.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Am Samstag hat er sich ein Basketball-Spiel angeschaut. dpa

Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Am Samstag hat er sich ein Basketball-Spiel angeschaut.

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Uli Hoeneß für dessen Steueraffäre ungewöhnlich heftig gescholten. "Er hat mehr als großen Mist gebaut. Steuerhinterziehung ist grundsätzlich eine Straftat", sagte Schäuble der Zeitung "Bild am Sonntag".

Mitleid mit dem Präsidenten und Aufsichtsratchef des FC Bayern München, der in einem Interview mit der "Zeit" über Schlafprobleme geklagt hatte, zeigte der CDU-Politiker nicht: "Ich empfände es als schwierig, wenn Uli Hoeneß sagen würde: Mir geht es prima, ich schlafe bestens."

Den öffentlichen Aufschrei wegen der Steuerhinterziehung des prominenten Fußball-Managers begründete Schäuble mit dessen herausgehobener Rolle und seinem sozialen Engagement. "Er muss jetzt mehr Kritik ertragen, als andere. Und darüber kann Uli Hoeneß sich kaum beklagen. Denn er ist ja jemand, der die Gesetze der Medienwelt kennt und sich in der Vergangenheit auch nicht durch große Zurückhaltung in der Öffentlichkeit ausgezeichnet hat."

Die Steueraffäre schadet den Regierungsparteien. Die Union ist in der aktuellen Emnid-Umfrage auf 37 Prozent und damit den schlechtesten Wert seit gut einem halben Jahr abgesackt, wie die "Bild am Sonntag" berichtet. CDU/CSU verlieren damit zur Vorwoche drei Punkte, wie die Umfrage im Auftrag der Zeitung ergab.

Die Steueraffäre um Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß und die Beschäftigung von Familienmitgliedern durch Politiker in Bayern gelten dafür als Gründe. "Es hat in letzter Zeit eine Reihe von Ereignissen gegeben, die das Vertrauen der Bürger in wirtschaftliche Eliten erschüttert hat", sagte Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner dem Blatt. "Dazu gehört in gewissem Maße sicherlich der Fall Hoeneß und der Umgang mit Steuersündern, aber auch die Amigo-Affäre in Bayern. Weil die Union als besonders wirtschaftsnah gilt, bekommt sie den Unmut direkt zu spüren."

Rücktritt nach Finale?: Die große Beichte des Uli Hoeneß

Rücktritt nach Finale?

Die große Beichte des Uli Hoeneß

Steuersünder Uli Hoeneß hat voller Reue Einblick in sein Seelenleben gewährt. Mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft habe für ihn „die Hölle“ begonnen. Einen Rücktritt schließt der Vereinspatron nicht mehr aus.

Die SPD verharrt in der Umfrage bei 27 Prozent, während es je einen Punkt aufwärts geht mit den Grünen auf 15, der FDP auf fünf und der Piratenpartei auf vier Prozent. Die Linkspartei liegt unverändert bei sieben Prozent, die Sonstigen Parteien bei fünf Prozent - davon zwei Prozent für die "Alternative für Deutschland".

Vor kurzem war bekanntgeworden, dass Hoeneß im Januar mit einer Selbstanzeige die Hinterziehung von Steuern eingeräumt hat. Er soll nach Medienberichten die Erträge von Kapitalanlagen in der Schweiz vor dem Fiskus verborgen haben.

Kommentare (46)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Dominik

05.05.2013, 12:19 Uhr

Der Hoeneß wird bestens aus der Sache rauskommen, zumal wenn Schäuble wettert, augenwischerei für das Fußvolk.
Schäuble meint es immer gut mit den Spekulanten.

Account gelöscht!

05.05.2013, 12:28 Uhr

Mein lieber Schäuble nun ist Hoeneß schon 100 000 Tausend mal betraft durch die ROT/GRÜNE Landesregierung NRW die ihn an den Pranger gestellt hat. Als ehemaliger Kollege was Steuerhinterziehungen betrifft, bitte ein wenig Nachsicht. Durch die 50 Millionen Steuern und vielen Hilfen für Organisationen die er gezahlt hat, ist er nicht als gemeines Geldgieriges Schwein auszumachen, sondern vermutlich nur Opfer seiner Spielsucht. Jeder Kinderschänder bekommt gleich 5 Phichater die noch nach was guten in dem Menschen suchen. Geben wir Hoeneß auch eine Chance.

Vicario

05.05.2013, 12:28 Uhr

Zitat : Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Uli Hoeneß für dessen Steueraffäre ungewöhnlich heftig gescholten. "Er hat mehr als großen Mist gebaut. Steuerhinterziehung ist grundsätzlich eine Straftat"

- da wird wohl das "Sparschweinchen im Wägelchen" wissen , wovon er spricht !
Wie war es nochmals mit den 100 TDM , die er unterm Wägelchen verstecken wollte ?

Und wenn diese Gelddelikte eine Straftat sein sollten, so müßten doch die Täter vor den Kadi ? Oder was ist hier die Logik ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×