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22.04.2012

11:46 Uhr

Schatzmeister-Bericht

Die Bundes-FDP steckt in Finanznöten

Auf ihrem Parteitag hat die FDP gebetsmühlenartig ihre Forderung nach einem Schuldenabbau und ausgeglichenen Landes- und Bundeshaushalten wiederholt. Doch die Partei steckt selbst knietief in den Miesen.

Ein überteuerter Parteitag in Frankfurt und die unrentablen Landtagswahlen im Jahr 2011 haben ein großes Loch ins Budget der Bundespartei FDP gerissen. Reuters

Ein überteuerter Parteitag in Frankfurt und die unrentablen Landtagswahlen im Jahr 2011 haben ein großes Loch ins Budget der Bundespartei FDP gerissen.

KarlsruheDie Bundespartei der FDP kämpft vor dem wichtigen Bundestagswahljahr 2013 mit erheblichen finanziellen Problemen. Ende vergangenen Jahres summierten sich die Schulden auf rund 8,5 Millionen Euro. Das gab Schatzmeister Patrick Döring am Samstag beim Bundesparteitag in Karlsruhe unmittelbar vor dem Ausscheiden aus dem Amt bekannt.

Die mittelfristige Finanzplanung sieht vor, dass die Partei trotz des Wahljahres 2013 mit seinen hohen Wahlkampfausgaben in vier Jahren schuldenfrei sein soll.

Die schwierige Aufgabe des Schuldenabbaus übernimmt Otto Fricke, der vom Parteitag mit fast 98 Prozent zum neuen Bundesschatzmeister gewählt wurde. Er rief die Partei zur Mitarbeit bei der Lösung der finanziellen Probleme auf und kündigte an: „Ich werde auch manches Mal zu mancher Ausgabe Nein sagen.“

Bis zur Schuldenfreiheit wird sich die Bundespartei laut Döring Geld von den Orts-, Kreis- und Landesverbänden leihen, die gemeinsam rund 14,8 Millionen Euro auf der hohen Kante haben. Dafür zahlt sie ihnen drei Prozent Zinsen.

Als Gründe für den weiteren Schuldenaufbau nannte Döring die schwierigen Landtagswahlen im vergangenen Jahr, für die die Bundespartei 600.000 Euro mehr als geplant in die Hand genommen habe.

Der Frankfurter Parteitag, der länger dauerte als ursprünglich geplant, und der Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm hätten mit zusätzlich einer Million Euro zu Buche geschlagen. „Das lässt sich in einem 15-Millionen-Euro-Haushalt nicht ausgleichen.“ Den angestrebten Schuldenabbau bis 2016 hält Döring für durchaus realistisch.

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Dieses Jahr will die Bundespartei mit einem Plus von 2,2 Millionen Euro abschließen. Die Bundestagswahl 2013 werde dann wieder Geld kosten, aber danach werde erst einmal Ruhe einkehren. „Wir können pro Jahr ohne Wahlen mit einem Überschuss von zwei Millionen Euro rechnen.“

Von

dpa

Kommentare (5)

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CarmenF

22.04.2012, 15:22 Uhr

Ach was diese Klientelpartei bekommt doch von der Gruppe die sie vertreten bestimmt noch das ein oder andere Milliönchen, auch wenn diese Partei einfach überflüssig ist und damit wegrationalisiert gehört, immer diese ABMs bei den Politikern tststs.
Werdet was Sinnvolles und fangt endlich an zu arbeiten!
Wir brauchen händeringend qualifiziertes Personal für 400 Eurojobs ;)

Oldi

22.04.2012, 15:50 Uhr

Ist doch mal eine gute Nachricht von der FDP. Selten genug.^^

Zahlmeister

22.04.2012, 16:16 Uhr

Eine Partei, die keiner mehr braucht, braucht auch keine Geld mehr.

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