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04.01.2010

14:55 Uhr

Schavan-Pläne

Azubi-Pisa scheitert

VonBarbara Gillmann

Es war als Renommier-Projekt von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) geplant – doch aus dem groß angekündigten Pisa für die Berufsbildung wird nichts. Nach einer langwierigen Debatte über die Machbarkeit haben sich sämtliche sieben potenziellen Partnerländer zurückgezogen. Nun liegt das Projekt erst einmal auf Eis.

Ausbildung bei Volkswagen in Zwickau. Ist das Ministerium selbst schuld am Scheitern des Azubi-Pisa? Quelle: dpa

Ausbildung bei Volkswagen in Zwickau. Ist das Ministerium selbst schuld am Scheitern des Azubi-Pisa?

BERLIN. Das bestätigte das Bundesbildungsministerium auf Anfrage. Die deutschen Sozialpartner waren ohnehin skeptisch – bei ihnen herrscht nun klammheimliche Erleichterung. Laut DIHK ist das Ministerium selbst schuld: „Die Strategie, alle Warnungen von Wirtschaft und Gewerkschaften in den Wind zu schlagen, hat nun zu dem Ergebnis geführt, dass kein einziges Land bereit war, sich am Berufsbildungspisa zu beteiligen“, sagte ein Ausbildungsexperte dem Handelsblatt.

Die Ziele waren hoch gesteckt: Das Projekt sollte europaweit das Renommee der deutschen dualen Ausbildung stärken – und vor allem die Gleichwertigkeit oder möglichst gar die Überlegenheit gegenüber schulischen oder akademischen Alternativen im Ausland belegen. Das Berufsbildungspisa sollte feststellen, „was jemand kann, und nicht, in welcher Institution und mit welcher Dauer ein Bildungsgang absolviert wurde“, verkündete Schavan 2007.

Sieben Länder wollten mitmachen, neben Österreich und der Schweiz die vier skandinavischen Länder und Slowenien. Getestet werden sollten per Computersimulation vorerst Absolventen in vier Berufen. Jüngst wurde die Machbarkeitsstudie der Uni Göttingen für zwei Berufe fertig.

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