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23.07.2016

09:13 Uhr

Schießerei

Wie der Terror über München kam

Gezielte Schüsse auf fliehende Menschen, Schreie, Panik. Am Ende eines grauenvollen Abends in München sind zehn Menschen tot, darunter der Attentäter. Die Ermittler stehen vor vielen Rätseln.

Bluttat in München

Schütze war laut Polizei Einzeltäter

Bluttat in München: Schütze war laut Polizei 18-jähriger Einzeltäter

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MünchenEine Stadt unter Schock und im Ausnahmezustand: Viele Münchener waren nach dem Feierabend zum Bummeln im Olympia-Einkaufszentrum, als um kurz vor 18 Uhr Schüsse ertönten. Mehrere Notrufe gingen bei der Polizei ein. Zeugen berichten von drei Männern mit Langwaffen. Später wusste man: Es war wohl nur ein Täter mir einer Pistole. In Panik rennen die Menschen auf die Straße, andere verstecken sich zwischen Kleiderständern in einem der mehr als 100 Geschäfte in der ältesten Shopping-Mall Münchens. Die vorläufige Bilanz der Nacht: Zehn Tote einschließlich des Amokläufers, der sich wohl selbst tötete, und mehrere teilweise schwer Verletzte. Zahlreiche Menschen erlitten einen Schock.

Nach den ersten Schüssen herrschte Panik, auch die Polizei wusste lange nicht, was genau vorgefallen war. Im Internet zirkulierten schnell Handy-Videos von Augenzeugen. Ein Anwohner filmte vom Balkon, wie der mutmaßliche Täter vor einem McDonalds um sich schießt. Auf einem anderen ist er zu hören, wie er davon spricht, dass er in Behandlung sei und jahrelang gemobbt wurde. Ein Anwohner beschimpft ihn lautstark.

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Amokschütze plante die Tat seit einem Jahr

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Rasch waren Einsatzkräfte vor Ort. Die Polizei München appellierte um 18:35 Uhr: „Im Moment haben wir einen großen Polizeieinsatz am OEZ. Bitte meiden Sie den Bereich um das Einkaufszentrum.“ Eine halbe Stunde später forderten die Beamten dazu auf, in der Umgebung in den Wohnungen zu bleiben und die Straßen zu verlassen. Nach knapp einer Stunde twitterte die Polizei dann die Bitte, öffentliche Plätze in der ganzen Stadt zu meiden. „Die Lage ist noch unübersichtlich.“

Schießerei in München: Was wir über den Schützen wissen

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In der Stadt zirkulierten Gerüchte über weitere Tatorte, über Schüsse am Stachus und am Isartor wurde spekuliert. Später appellierten die Beamten über Twitter: „Bitte haltet Euch mit Spekulationen&Diskussionen!!! hier momentan zurück. Damit würdet Ihr uns sehr unterstützen.“

Da sich zwei Männer mit einem Auto in hohem Tempo vom Tatort entfernten, nahm die Polizei die Hinweise auf weitere Täter sehr ernst. Sie stoppte den Bahnverkehr, auch der Hauptbahnhof wurde evakuiert. Ununterbrochen waren in der Stadt Sirenen zu hören, Hubschrauber kreisten über der Innenstadt. Augenzeugen berichteten, dass vor allem auswärtige Touristen durch die Straßen irrten und Schutz suchten. Unter dem Hashtag #offenetuer organisierten Internetnutzer in der Stadt Unterkünfte für Menschen, die in München sind und gerade nicht nach Hause kommen. Auch Moscheen und Landtagsabgeordnete boten Unterschlupf an.

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