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26.05.2015

14:31 Uhr

Schlappe für Frauke Petry

„Weckruf“-Mitglieder dürfen in der AfD bleiben

Weil sie Mitglied im Verein „Weckruf 2015“ von Parteigründer Bernd Lucke waren, wollte der Landesverband Sachsen Mitglieder aus der AfD ausschließen. Der Bundesvorstand der Partei schob dem einen Riegel vor.

AfD-Sprecherin Frauke Petry (l.) darf keine Mitglieder aus der Partei werfen, nur weil sie sich dem Verein „Weckruf 2015“ von Parteigründer Bernd Lucke angeschlossen haben. dpa

AfD-Führungsstreit zwischen Lucke und Petry

AfD-Sprecherin Frauke Petry (l.) darf keine Mitglieder aus der Partei werfen, nur weil sie sich dem Verein „Weckruf 2015“ von Parteigründer Bernd Lucke angeschlossen haben.

BerlinIm Führungsstreit der Alternative für Deutschland hat die Co-Vorsitzende Frauke Petry aus Sachsen eine Schlappe erlitten. Der AfD-Bundesvorstand kippte am Dienstag in einer Telefonkonferenz einen Beschluss ihres Landesvorstandes vom vergangenen Donnerstag. Dieser sah vor, dass sächsische AfD-Mitglieder, die sich dem Verein „Weckruf 2015“ von Parteigründer Bernd Lucke angeschlossen haben, aus der AfD ausgeschlossen werden.

Der Bundesvorstand stellte jetzt fest: „Es gibt keine Bedenken gegen eine gleichzeitige Mitgliedschaft im „Weckruf 2015“ und in der AfD.“ Dem Vernehmen nach waren knapp 90 Mitglieder aus Sachsen dem von Lucke gegründeten Verein beigetreten.

Wer hält bei der AfD die Fäden in der Hand?

Bernd Lucke

Parteigründer Bernd Lucke (52) ist der mächtigste Mann in der AfD. Mit der bisher eher basisdemokratischen Führungsstruktur tut sich das ehemalige CDU-Mitglied schwer. Gerne würde er deutschnationale Kräfte und Mitglieder, die radikale Systemkritik wollen, loswerden. Lucke ist gläubiger Christ. Mit der provinziellen Deutschtümelei einiger AfD-Mitglieder kann er nichts anfangen.

Frauke Petry

Frauke Petry (39) stand als Co-Vorsitzende im Bundesvorstand anfangs im Schatten von Lucke. Seitdem die AfD 2014 mit 9,7 Prozent in den sächsischen Landtag eingezogen ist, hat sie an Profil gewonnen. Petry ist Politikneuling. Sie setzt sich im Landtag und auch in der eigenen Partei für mehr Basisdemokratie ein. Die Chemikerin wird dem rechten Flügel zugeordnet. Im Vergleich zu den Forderungen anderer Vertreter dieses Flügels sind ihre Positionen aber eher moderat. Petry ist mit einem evangelischen Pfarrer verheiratet und hat vier Kinder.

Alexander Gauland

Alexander Gauland (74) gehört dem AfD-Bundesvorstand als Stellvertreter an. Sein Landesverband hatte im vergangenen Jahr mit 12,2 Prozent das bislang beste Landtagswahl-Ergebnis für die Partei eingefahren. Gauland ist ehemaliges CDU-Mitglied. Von 1987 bis 1991 leitete er die hessische Staatskanzlei. Gaulands Schwerpunkt ist die Asylthematik. Er will die AfD zu einer Partei machen, die sich vor allem den Sorgen der „kleinen Leute“ widmet.

Konrad Adam

Konrad Adam (73) ist ein konservativer Publizist. Er arbeitete unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Welt“. Lucke schätzt Adams rhetorische Fähigkeiten, reibt sich aber häufig an seinen Positionen, vor allem beim Thema Einwanderungspolitik. Adam gehört dem rechten Flügel an. Radikale Kräfte will er in er AfD nicht haben.

Björn Höcke

Björn Höcke (43) ist Wortführer einer Gruppe von rechten AfD-Mitgliedern, die sich eine Anti-Mainstream-Politik wünschen. Der Lehrer für Sport und Geschichte ist Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag. Im März veröffentlichte er die „Erfurter Resolution“. Darin heißt es, viele Mitglieder wünschten sich die AfD als „Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung der Souveränität und der Identität Deutschlands“. Nachdem Höcke vor einigen Tagen erklärt hatte, nicht alle NPD-Mitglieder seien extremistisch, forderte ihn Lucke zum Austritt aus der AfD auf.

Petry und ihr Rivale Lucke hatten am vergangenen Freitag beide erklärt, sie könnten sich eine weitere Zusammenarbeit nicht vorstellen. Hintergrund des Führungsstreits sind unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die AfD eher eine liberal-konservative oder eine rechtsnationale Ausrichtung haben sollte.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Helmut Paulsen

26.05.2015, 20:34 Uhr

Herr Wolfgang Trantow26.05.2015, 19:53 Uhr

Wieso Rechtsruck? Nur weil man gegen den Islam ist, ist man nicht rechts. Wer denkt, hat die Mördergruppe nur zu bekämpfen. Warum werden Mörder ( Islam = Tötet Andersgläubige) so massiv von unseren Politikern, Christen usw. gestützt und gefördert? Gegen Nazis kämpft man und Mörder fördert man? Islamgläubige wil man unbedingt ins Land holen, obwohl diese Leute nicht mit den Nachbarn in Frieden leben wollen!Ist dies das neue Menschenrecht? Tötet Andersgläubige, wie der Islam es befielt, ist die neue Richtschnur??
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Frau Margrit Steer26.05.2015, 17:55 Uhr

Das finde ich gut, dass die Parteibasis aufmuckt.
Lucke und vor allem Petry benehmen sich wie Kindergartenkinder und es wird Zeit, dass man ihnen mal vors Schienbein tritt
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Herr Jens Großer26.05.2015, 15:52 Uhr

Natürlich kommt dieser Streit bei der Basis nicht gut an. Weil man sieht was einerseits die AfD für ein Potential hat aber dies andererseits durch eigene Dummheit selbst versaut. Und der Streit in der Parteiführung färbt nun mal auch auf die gesamte Partei bis ganz nach unten ab. Und das kann einen regelrecht wütend machen!

Herr Helmut Paulsen

26.05.2015, 20:36 Uhr

Wir brauchen einen Parteichef in der AfD, der Bürgerrechte, Souveränität Deutschlands und eine "moderate" CDU/FDP1990- Politik macht.

Alle Flügel vereinigend. Schwer aber machbar !

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