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04.03.2013

12:40 Uhr

Schlechte Behandlung

Türkei weist Vorwürfe der Bundeswehr zurück

Die türkische Armee wehrt sich gegen die Vorwürfe, die Deutschen schlecht zu behandeln. Für die Reinigung der Toiletten seien sie selbst zuständig und den angeblichen Übergriff gegen einen Feldjäger habe es nie gegeben.

Deutsche Soldaten auf dem Gelände der deutschen „Patriot“-Raketenabwehrstaffel am Rande der türkischen Stadt Kahramanmaras. dpa

Deutsche Soldaten auf dem Gelände der deutschen „Patriot“-Raketenabwehrstaffel am Rande der türkischen Stadt Kahramanmaras.

IstanbulDie türkische Armee hat die Vorwürfe aus Deutschland wegen einer angeblich schlechten Behandlung und Unterbringung des Patriot-Kontingents der Bundeswehr zurückgewiesen. Die Vorwürfe entsprächen nicht der Wahrheit, erklärte der Generalstab in Ankara am Sonntagabend. Den angeblichen körperlichen Übergriff eines türkischen Generals gegen deutsche Feldjäger habe es nie gegeben, erklärte die Armeeführung. Der Generalstab bestätigte aber die Restriktionen, was deutsche Fahnen angeht.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), hatte von Spannungen zwischen deutschen und türkischen Soldaten im Stationierungsort Kahramanmaras sowie von schlechten hygienischen Zuständen in der Unterkunft der Deutschen in der örtlichen Kaserne berichtet. Der türkische Generalstab erklärte, für die Reinigung der Toiletten in den Unterkünften der Bundeswehr-Soldaten seien die Deutschen selbst zuständig. Das Bundeswehr-Kontingent habe inzwischen mit Hilfe der türkischen Armee eine zivile Reinigungsfirma mit der Aufgabe betraut.

Zu der angeblichen Rangelei zwischen dem türkischen General und den deutschen Feldjägern erklärte der Generalstab, die Berichte über eine körperlichen Übergriff entbehrten jeder Grundlage. Der türkische General habe die deutschen Soldaten wegen der Sperrung eines Zufahrtsweges bei Ministerbesuchen Ende Februar lediglich gewarnt. Bei einem Treffen beider Seiten am 28. Februar habe die deutsche Seite eingeräumt, es habe Missverständnisse bei der Erteilung des Befehls an die Feldjäger gegeben. Das Bundeswehr-Kontingent habe sich bei der türkischen Seite entschuldigt.

Auch die Berichte über eine „wenig hilfreiche“ Einstellung der türkischen Gastgeber in der Kaserne in Kahramanmaras wies der türkische Generalstab zurück. Für die Gäste seien Unterkünfte renoviert und Container-Unterkünfte bereitgestellt worden, die aber trotz Fertigstellung bis zum Wochenende von den Deutschen immer noch nicht genutzt würden.

Auch könne von einer Kontaktsperre zwischen deutschen und türkischen Soldaten keine Rede sein, hieß es in der Erklärung des Generalstabs. Viele Bereiche der Kaserne würden gemeinsam genutzt. Zudem seien zehn türkische Soldaten mit Fremdsprachenkenntnissen eigens für den Kontakt zu den Deutschen abgestellt worden.

Bestätigt wurde der Bericht über das Verbot, deutsche Fahnen und Ortsschilder in dem türkischen Kasernengelände zu zeigen. Nur vor der Einsatzzentrale sei eine deutsche Fahne zusammen mit den Flaggen der Türkei und der Nato genehmigt worden.

Von

afp

Kommentare (4)

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KWB

04.03.2013, 13:11 Uhr

Die Berichterstattungen sind alle von zweifelhafter Qualität. Für NATO Einsätze sollte es standardisierte Verfahrensweisen geben, die dann bei der NATO auch einforderbar sind. Darin sollten sich Regelungen für den Flaggengebrauch finden lassen.

Ansonsten sollte man bei uns in Deutschland den Gebrauch türkischer Flaggen einschränken. Ich habe nämlich eine "Flaggenallergie". Das wird der berüchtigte türkische Ministerpräsident mit Sicherheit als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" brandmarken. Aber die Despotien dieser Welt brauchen Flaggen: wenn man einem Volk nichts Substanzielles geben kann, dann gibt man ihm eine Fahne und eine Trompete. Dahinter lassen sich dann ausreichend viele Vollidioten versammeln.




Radek

04.03.2013, 13:38 Uhr

Herr Minister de Maiziere, ziehen Sie die deutschen Truppen bitte wieder umgehend ab.

Mit syrischen Raketenangriffen auf das Gebiet der Türkei ist eh nicht zu rechnen.

Wer das für wahrscheinlich halten soll, wird für dumm verkauft.

Falscher Einsatz unter falschen nur vorgespiegelten Voraussetzungen.

Die Sache stinkt vorne und hinten, genauso wie die verdreckten Toiletten, die die deutschen Soldaten in ihrer Quatieren vorgefunden haben.

Account gelöscht!

04.03.2013, 13:41 Uhr

Es war eine Soldatin der Feldjäger betroffen ! Feldjäger sind in der Bundeswehr Vorgesetzte aller Soldaten, egal welcher Dienstgrad. Nun steht in der Türkei eine Soldatin einem General gegenüber. Was in Deutschland kein Problem darstellt, ist in der Türkei sehr wohl eines. Frauen haben dort nichts zu sagen, schon gar nicht gegenüber einem General. Hier ist unsere Frau Roth von den Grünen gefragt, die doch so gerne Urlaub in der Türkei macht und für die Deutsche nur Nichtmigranten sind.
Frau Roth nehmen Sie doch bitte einmal Kontakt zu dem General auf und erklären Sie ihm, dass Frauen bei der Bundeswehr, für Männer in Deutschland kein Problem sind und im allgemeinen gleichberechtigt. Und na ja, deutsche Hoheitszeichen und Flaggen, sind Ihnen schon lange ein Dorn im Auge. Diesen Nationalstolz müssen Sie auch den Türken unbedingt ausreden. Aber vielleicht könnten Sie eine deutschsprachige Wegebezeichnung tolerieren und durchsetzen. Die Soldaten wollen ja schließlich keine Moschee, ups. Kirche bauen. Aber da Sie auch eine Frau sind, könnte es sein Sie das man sich dort lachend auf die Schenkel klopft ...

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