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04.03.2012

16:17 Uhr

Schlechte Perspektiven

EZB-Schattenrat kritisiert Weidmanns Vorstoß

VonNorbert Häring

ExklusivProminente europäische Volkswirte betrachten die Debatte über eine Absicherung von Forderungen zwischen den Notenbanken mit großer Sorge. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte die Diskussion angestoßen.

Jens Weidmann ist der  Präsident der Deutschen Bundesbank. dpa

Jens Weidmann ist der Präsident der Deutschen Bundesbank.

Über die Kritik vom EZB-Schattenrat berichtet das Handelsblatt vorab aus seiner Montagsausgabe. „Jede Vorbereitung auf den Fall eines Austritts aus dem Euro wäre gefährlich, weil sie den Märkten signalisiert, dass die Zentralbanken die Währungsunion nicht mehr als unwiderruflich betrachten", sagte Marco Annunziata, Chefvolkswirt von General Electric auf der jüngsten Sitzung des EZB-Schattenrats. Das mache ein Scheitern des Euro nur wahrscheinlicher, brachte er eine unter den Experten verbreitete Meinung auf den Punkt.

Im EZB-Schattenrat, der 2002 auf Initiative des Handelsblatts gegründet wurde, diskutieren 15 prominente europäische Volkswirte jeweils vor den Zinssitzungen des EZB-Rats über Fragen der Geldpolitik..

Einige, vor allem deutsche Mitglieder des Schattenrats begegneten dem Anliegen Weidmanns dagegen mit mehr Sympathie. Commerzbank Chefvolkswirt Jörg Krämer regte an, die Länder mit hohen negativen Target-Salden, sollten diese mit ihren Gold- und Devisenreserven absichern müssen.

So weit will Elga Bartsch, Europa-Chefvolkswirtin von Morgan Stanley nicht gehen. Die Salden entstünden, weil die Notenbanken im Süden überproportional viel neues Zentralbankgeld an ihre Banken ausgeben, und die Bundesbank besonders wenig, argumentiert sie. Deshalb sei es angemessen, wenn die Zentralbanken der Südländer einen Teil der Wertpapiere, die sie im Zuge der Geldschöpfung von den Geschäftsbanken als Sicherheiten erhielten, an die Bundesbank weiterreichten.

Wegen der schlechten Wirtschaftsperspektiven tritt eine breite Mehrheit der Ökonomen dafür ein, dass die EZB ihren Leitzins von einem Prozent weiter senkt. Spanien und Portugal drohe eine tiefe Rezession, warnte der Europa-Chefvolkswirt der Ratingagentur Standard & Poor’s, Jean-Michel Six. Die EZB hat allerdings keine Neigung erkennen lassen, den Leitzins am Donnerstag zu senken.

Kommentare (19)

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Politikverdrossen

04.03.2012, 17:12 Uhr

Die Bundesbank ist Sachwalter deutscher Interessen. Wenn die Bundesbank über unbesicherte Target Forderungen i.H.v. 500 Mrd Euro die PIIGS Länder finanziert, dann widerspricht das deutschen Interessen und kostet unser aller Wohlstand in ungekanntem Ausmaß.

Dass Volkswirte und Zentralbanken aus den schwachen Ländern dies selbstverständlich anders sehen, liegt in der Natur der Sache und braucht niemanden zu verwundern.

tcf

04.03.2012, 17:28 Uhr

Guter Journalismus
Überschrift: "EZB-Schattenrat kritisiert Weidmanns Vorstoß"
Im Artikel: "Einige, vor allem deutsche Mitglieder des Schattenrats begegneten dem Anliegen Weidmanns dagegen mit mehr Sympathie."

Ich hätte mir eine Überschrift wie "Schattenrat diskutiert über Weidmann-Vorschläge" gewünscht. Aber so hat man das Gefühl, die Presse dokumentiert immer so, als wäre die bedingungslose Transferzahlung die einzig mögliche Lösung.

NGH

04.03.2012, 17:42 Uhr

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Was sich der Mafiapate Draghi von der Zockerbude EZB erlaubt hat ,grenzt doch schon an Wahnsinn .

1 Billion Euro für die Bankster verzocken .Das Geld /
Kredite sind doch praktisch verloren .

Die Bankster die bisher keine Disziplin kannten ,werden es
auch in der Zukunft nicht bringen.


Endlich weist Weidmann die Zockerbude EZB ,Draghi in die Schranken !

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