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31.03.2012

04:16 Uhr

Schlecker-Pleite

FDP wirft Verdi Heuchelei vor

FDP-Generalsekretär Döring wirft Verdi-Chef Bsirske vor, mit dem Boykott-Aufruf entschieden zur Schlecker-Pleite beigetragen zu haben. Dessen Kritik an der Entscheidung dreier FDP-Minister sei daher Heuchelei.

Ladenlokal der insolventen Schlecker-Kette. dpa

Ladenlokal der insolventen Schlecker-Kette.

BerlinFDP-Generalsekretär Döring sieht eine erhebliche Mitverantwortung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für die Schlecker-Pleite und hat ihr Heuchelei vorgeworfen. „Verdi-Chef Bsirske hat noch vor einigen Monaten zum Boykott von Schlecker wegen der angeblich so schlechten Bezahlung und Arbeitsbedingungen aufgerufen“, sagte Döring der „Bild am Sonntag“.

„Bsirske hat entscheidend zum Niedergang der Firma Schlecker beigetragen. Und nun fordert Bsirske eine Transfergesellschaft, die einen Verbleib der Mitarbeiter in den Schlecker-Strukturen verlängert. Das ist pure Heuchelei.“

Eine Transfergesellschaft, in der der Großteil der rund 11.000 von Entlassung betroffenen Schlecker-Mitarbeiterinnen weiterbeschäftigt werden sollte, war am Widerstand dreier Bundesländer gescheitert, in denen die FDP die Wirtschaftsminister stellt.

Mit Nachdruck verteidigte Döring die Entscheidung der FDP-Wirtschaftsminister gegen staatlich abgesicherte Transfergesellschaften für Schlecker-Mitarbeiter. „2011 gab es in Deutschland 30 000 Insolvenzen, bei denen in einigen Fällen auch Transfergesellschaften gegründet wurden. Doch in keinem Fall gab es staatliche Bürgschaften. Es wäre eine Perversion der sozialen Marktwirtschaft, wenn es künftig hieße: Bei großen Pleiten kommt der Bundesadler, bei kleinen der Pleitegeier.“

Döring zeigte sich überzeugt, dass die Bundesanstalt für Arbeit die nun entlassenen Mitarbeiter schneller und besser wieder in Arbeit vermitteln kann. Er äußerte sich zuversichtlich, dass die FDP-Entscheidung auch von den Schlecker-Mitarbeitern honoriert werde: „Ich habe die Hoffnung, dass auch die Betroffenen eines Tages sehen, dass unser Weg richtig ist.“

Kommentare (22)

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31.03.2012, 08:45 Uhr

Verdi-Chef Bsirske hat noch vor einigen Monaten zum Boykott von Schlecker wegen der angeblich so schlechten Bezahlung und Arbeitsbedingungen aufgerufen-
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Döring kann ich nur in allen punkten zustimmen !
Die Deutschen Gewerkschaften sind hochgradig populistisch , einige von ihnen sind sogar käuflich !

Gewerkschaften in Deutschland haben keine Existenzberechtigung mehr , jeder der eine Rechtsschutzversicherung hat bekommt die selben Leistungen , nur billiger !
Lohnverhandlungen der Gewerkschaften sin Ineffektiv und wenig erfolg versprechend .

smarty_32

31.03.2012, 09:37 Uhr

Ich glaube der FDP gar nichts mehr. Es ist nur ein letzter, verzweifelter ADS Syndrom kurz vor der Wahlpleite in NRW.
Den FDP Politikern geht es schlicht um Machterhalt, Thema egal.
Das haben sie 2009 bewiesen und deshalb muss die FDP aus allen Parlamenten gejagt werden!
Lügner dürfen nicht an die Macht!

Marc

31.03.2012, 09:38 Uhr

Die Gewrkschaftsführer denken zuerst immer an ihre eigenen Bezüge. Lohnerhöhungen kommen der Gewerkschaft mit höheren Mitgliedsbeiträgen zu gute. Mir soll mal einer erklären, was diese Aufwiegler eigentlich zu verantworte haben. Wozu brauchen die Gewerkschaftsführer noch einen Oberhäuptling wie Herrn Sommer. Man sollte die Gewerkschaften in ihrer Macht beschneiden, dann wäre vieles in unserem Land besser. Als unsere Firma von einem ausländischen Investor in die Insolvenz getrieben wurde, habe ich selbst erlebt, was die Gewerkschaft für die Mitarbeiter getan hat, nämlich gar nichts. Ich kann jedem nur raten, anstelle des Gewerschaftbeitrags eine Arbeitsrechtsschutzversicherung abzuschliessen, dass ist wesentlich preiswerter, und man wird bei einem evtl Arbeitsgerichtsprozess viel, viel besser vertreten und spart noch etliche Euro pro Jahr. Die einzig Leidtragenden sind dann die Gewerschaftsbosse die viel palavern aber keinerlei Verantwortung tragen.

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