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04.05.2012

15:18 Uhr

Schleswig-Holstein

Bundesland der politischen Abgründe

Für Schleswig-Holstein sind Regierungskrisen keine Seltenheit. Die Barschel-Affäre erschütterte die ganze Republik. Und auch bei der aktuellen Wahl gab erneut eine Landesregierung das Zepter vorzeitig aus der Hand.

Rapsfeld in der Nähe des schleswig-holsteinischen Eutin. dpa

Rapsfeld in der Nähe des schleswig-holsteinischen Eutin.

BerlinSchleswig-Holstein ist ein schönes Bundesland. Hoch im Norden gelegen ragt es kilometerweit ins offene Meer. Umringt von Nord- und Ostsee ist das Land ein begehrtes Touristenziel. Dafür sorgt nicht zuletzt auch der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer – immerhin der größte Nationalpark Mitteleuropas. Doch mit diesen Pluspunkten macht Schleswig-Holstein selten Schlagzeilen. Eigentlich redet kaum jemand über die einmalige Landschaft und über die Nettigkeit der Küsteneinwohner. Wenn über Schleswig-Holstein geredet wird, dann geht es um die dunkle Seite der Macht. Dann geht es um Uwe Barschel (CDU), Björn Engholm oder Heide Simonis (beide SPD). Um Affären, Reibereien oder juristischen Hickhack.

Das ist auch aktuell der Grund, weshalb am Sonntag nach nur zweieinhalb Jahren schon wieder gewählt werden muss. Das Landesverfassungsgericht hatte dies 2010 nach Klagen von Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) gefordert. Das Wahlgesetz war mit einer Begrenzung der Ausgleichsmandate in Konflikt zur Verfassung geraten: Drei Überhangmandate der CDU wurden nicht kompensiert. CDU und FDP bekamen die Mehrheit im Landtag, obwohl sie 27.000 Zweitstimmen weniger hatten als SPD, Grüne, Linke und SSW zusammen.

Deshalb reden zurzeit alle über den anstehenden Urnengang und die Frage, wer wohl am Ende die Nase vorne haben wird – der CDU- oder der SPD-Kandidat. Eine Woche vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen gilt die Abstimmung im Norden als wichtiger Stimmungstest im Jahr vor der Bundestagswahl.

Gut möglich, dass die Christdemokraten das Nachsehen haben. Immerhin haben sie dem Land schon einige politische Erdbeben zugemutet. Aber auch die Sozialdemokraten sind nicht frei von Affären und diversen Ränkespielen. Das Drunter und Drüber der letzten Jahre hat politische Karrieren gebremst oder abrupt beendet – und einem CDU-Hoffnungsträger sogar das Leben gekostet. Wer wann worüber stolperte und wer unbehelligt blieb, zeigt folgender Überblick:

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