Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.08.2011

07:27 Uhr

Schleswig-Holstein

CDU-Landeschef tritt nach Affäre mit 16-Jähriger zurück

Der CDU-Landeschef in Schleswig-Holstein und Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Christian von Boetticher, ist zurückgetreten. Hintergrund ist eine Liebesbeziehung zu einer sehr jungen Frau.

CDU-Landeschef in Kiel tritt zurück

Video: CDU-Landeschef in Kiel tritt zurück

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Neun Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ist der CDU-Spitzenkandidat und -Landesvorsitzende Christian von Boetticher zurückgetreten. Der 40-Jährige, der auch die Landtagsfraktion in Kiel führt, gab seine Entscheidung am Abend in Kiel bekannt, mit stockender Stimme und den Tränen nahe.

Boetticher zog damit die Konsequenz aus einer inzwischen beendeten Liebesbeziehung zu einer Jugendlichen, die in seiner Partei für Unmut gesorgt hatte. Von Boetticher bestätigte, dass er sich im Frühjahr 2010 in eine damals 16-Jährige verliebt habe und mit ihr mehrere Monate zusammen gewesen sei. „Es war schlichtweg Liebe“, erklärte er. Die Beziehung sei auch von seinem Umfeld akzeptiert und unterstützt worden. Die Liebesbeziehung sei zwar rechtlich legal gewesen, sei aber bei vielen Menschen auf „verständliche moralische Vorbehalte“ getroffen. Dies habe er falsch eingeschätzt. Ob Boetticher sein Amt als CDU-Fraktionsvorsitzender im Kieler Landtag behält, entscheidet die Fraktion nach Angaben einer Sprecherin am Dienstag.

Die „Bild am Sonntag“ hatte zuvor von der Beziehung des ledigen CDU-Hoffnungsträgers mit einer 16-Jährigen berichtet. Er habe die Jugendliche Anfang 2010 auf Facebook kennengelernt, ab März 2010 sei es zu mehreren Treffen gekommen. Boetticher habe die Affäre im Mai 2010 beendet, als er als Nachfolger von Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen ins Gespräch kam.

Carstensen sagte der „Bild am Sonntag“, er sei Anfang Juli über die „Gerüchte aus Boettichers Privatleben informiert worden.“ Er habe Boetticher unverzüglich angerufen: „Ich habe auf die Brisanz dieser Gerüchte hingewiesen und ihm empfohlen, sehr offen und sehr offensiv mit diesen Gerüchten umzugehen.“ Die stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Angelika Volquartz erklärte, der geschäftsführende Landesvorstand nehme die Entscheidung „mit Respekt“ zur Kenntnis. Sie würdigte die politische Leistung Boettichers - für den Landesvorstand sei „sein politisches Talent unstrittig“.

Die Fraktionschefin des Südschleswigscher Wählerverbandes (SSW), Anke Spoorendonk, erklärte, es habe „keine Alternative“ zu dem Rücktritt gegeben. Die CDU könne nicht mit einem Spitzenkandidaten leben, „bei dem Zweifel bestehen, ob er die notwendige Reife hat“, um Ministerpräsident zu werden.

FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki forderte im „Hamburger Abendblatt“, die CDU müsse „den Vorfall intern klären und schnell eine Lösung finden“. Der SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig sagte, er wolle aus dem Skandal keinen politischen Vorteil ziehen. „Mir steht es nicht zu, das Privatleben von Herrn Boetticher zu beurteilen“, sagte Albig dem „Handelsblatt“. In Schleswig-Holstein wird am 6. Mai 2012 vorzeitig ein neuer Landtag gewählt, weil das alte Wahlrecht vom Landesverfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft worden war.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

15.08.2011, 07:49 Uhr

Nun hat die BRD ihren ersten bunga-bunga Politiker!!! Hahaha.
Wer sich als Politiker mit einer 16-Jährigen Sexuell einlässt, ist Schwanz gesteuert und hat im öffentlichen Leben keinen Platz.
Auch wenn das Gesetz etwas anderes aussagt, ist dieses Verhalten eines CDU-Politikers zu verurteilen.
Aber es zeigt wieder einmal, was dieser Herr von Anstand, Sitte und dem Christlichen Glauben hält, nämlich nichts.
Er muss seine Ehrenrechte auf 16-Jahre verlieren.
Basta/Alternativlos.
Danke.

norbert

15.08.2011, 09:17 Uhr

Wenn zwei Menschen einvernehmlich miteinander etwas machen, dann hat das keinen Dritten zu interessieren, solange nicht die Rechte des Dritten berührt werden.
Über Moral kann man ja gerne streiten, aber amoralisch ist für mich, daß er ( so denn die Berichte stimmen ) seine "Liebe" zugunsten politischer Karriere aufgegeben hat. Das ist für mich moralisch viel verkommener, als das Alter des "Partners".

exCDUler

15.08.2011, 09:30 Uhr

wie schnell wieder alle Scheinheiligen um die Ecke gebogen sind, ist ja unfassbar
geht das irgendjemanden was an?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×