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27.02.2011

06:30 Uhr

Schleswig-Holstein

Steinbrücks Ex will Landesvater werden

Der Kieler OB Albig wird Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Der einstige Sprecher von Finanzminister Steinbrück setzte sich in einem Mitgliederentscheid mit großer Mehrheit durch.

Den Konkurrenten Ralf Stegner (re.) ausgebootet: Torsten Albig. Quelle: dpa

Den Konkurrenten Ralf Stegner (re.) ausgebootet: Torsten Albig.

Mit dem Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig als Spitzenkandidat wird die schleswig-holsteinische SPD in die vorgezogene Landtagswahl ziehen. Der 47-Jährige setzte sich in einem Mitgliederentscheid überraschend klar gegen Fraktions- und Landesparteichef Ralf Stegner (51) durch. Mit 57,2 Prozent der gültigen Stimmen holte Albig, einst Sprecher des damaligen Bundesfinanzministers Peer
Steinbrück, sehr deutlich die absolute Mehrheit. Stegner (51) erreichte nur 32 Prozent. Diese Ergebnisse gab die SPD am Samstagabend in Kiel bekannt.
Der Landtag wird wahrscheinlich im nächsten Jahr neu gewählt. Das Landesverfassungsgericht hatte einen vorgezogenen Urnengang bis Herbst 2012 verlangt, nachdem es das geltende Wahlgesetz als nicht verfassungsgemäß eingestuft hatte. Für die CDU soll der Landes- und Fraktionsvorsitzende Christian von Boetticher (40) im Mai zum Spitzenkandidaten gekürt werden. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (63) hatte seinen Verzicht auf eine weitere Amtsperiode verkündet.
„Wir werden diese Wahl gewinnen“, sagte Albig, für den 7394 Sozialdemokraten gestimmt hatten. Stegner kam nur auf 4154 Stimmen. „Das Ergebnis ist für mich selbst überraschend und enttäuschend“, räumte er ein.
Die Elmshorner Bürgermeisterin Brigitte Fronzek (58) holte 1174 Stimmen (gut 9 Prozent), der Kieler Gewerkschafter Mathias Stein (41) schaffte 165 (gut 1 Prozent). Die Wahlbeteiligung betrug fast 70 Prozent: Mehr als 13 000 der 19 200 Parteimitglieder beteiligten sich. Stegners politische Zukunft ist jetzt offen. Er werde darüber mit den Führungsgremien der Partei, der Landtagsfraktion und auch mit Albig sprechen, kündigte er an.

Der SPD-Landesvorstand w999ird im April neu gewählt. Möglicherweise könnte Rendsburgs Bürgermeister Andreas Breitner (44) den Vorsitz übernehmen, den Stegner seit 2007 innehat.
Boetticher und Carstensen gratulierten Albig noch am Abend, ebenso wie die Grünen-Landesvorsitzende Eka von Kalben. „Das Ergebnis lässt den Schluss zu, dass der Landes- und Fraktionsvorsitzende Stegner
mittlerweile ein Fremdkörper in seiner Partei ist“, meinte FDP-Landeschef Jürgen Koppelin.

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