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15.07.2013

15:24 Uhr

Schleusen wieder geöffnet

Verdi droht mit neuen Streiks

Freie Fahrt auf den deutschen Wasserstraßen: Nach einer Woche Streik wird an den meisten Schleusen wieder gearbeitet. Nur an der Saar geht es noch nicht voran. Doch verdi plant schon wieder mit dem nächsten Streik.

Bis vorigen Freitagnachmittag warteten an den Schleusen im Ruhrgebiet mindestens 140 Schiffe auf das Ende der Arbeitsniederlegung. dpa

Bis vorigen Freitagnachmittag warteten an den Schleusen im Ruhrgebiet mindestens 140 Schiffe auf das Ende der Arbeitsniederlegung.

DuisburgNach einer Woche Streik sind fast alle Fluss- und Kanalschleusen in Deutschland wieder geöffnet. Die meisten Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes kehrten am Montag an ihre Arbeitsplätze zurück. Die Staus vor den Schleusentoren begannen sich aufzulösen. In Rheinland-Pfalz waren die Schleusen bereits am Samstag nach und nach wieder in Betrieb genommen worden. Nur an der Saar soll der Streik an drei Schleusen laut Gewerkschaft Verdi noch mindestens bis zum Dienstag dauern.

Die Gewerkschaft wollte mit dem Ausstand ihrer Forderung nach einem neuen Tarifvertrag für die 12 000 Beschäftigten Nachdruck verleihen. Er soll betriebsbedingte Kündigungen ausschließen. Verdi befürchtet, dass dem von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CDU) geplanten Umbau der Schifffahrtsverwaltung rund bundesweit 3000 Stellen zum Opfer fallen könnten. Ohne einen Tarifvertrag könnten in Nordrhein-Westfalen bald neue Aktionen anstehen, sagte ein Sprecher.

Bei der Bundesregierung war der Arbeitskampf auf Unverständnis gestoßen. Ramsauer habe den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bereits rechtsverbindlich zugesichert, hatte eine Sprecherin gesagt.

In NRW, wo der Schwerpunkt des Streiks lag, sollen die Staus auf den Wasserstraßen durch Nachtschichten der Mitarbeiter abgebaut werden. „Wir arbeiten die ganze Nacht, um den Verkehr schnell zu normalisieren“, sagte Thorsten Schlüter vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Duisburg. Spätestens bis zum Freitag werde der Schiffsverkehr wieder normal fließen. In NRW hatten sich vor allem an den Eingangsschleusen der Kanäle nahezu 200 Tanker, Containerschiffe und andere Wasserfahrzeuge gestaut.

Der einwöchige Streik verursachte nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) allein in NRW einen Schaden von mindestens 2,8 Million Euro. Der BDB rechnet jeweils 2000 Euro pro Schiff und pro Streiktag. Noch nicht abzusehen sei der längerfristige Schaden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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taxpayer

15.07.2013, 16:12 Uhr

Der Steuerzahler wird es begrüssen wenn der Staatsaufwand, auch durch Stellenstreichungen, endlich mal auf ein vernünftig Mass reduziert wird. Die Steuerbelastung ist für den effektiven Steuerzahler unerträglich hoch.

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