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25.09.2014

12:41 Uhr

Schleuser im Visier

Trierer Bundespolizei im Stress

Immer mehr Flüchtlinge werden in Deutschland aufgegriffen. Vor allem in den Grenzregionen hat die Bundespolizei viel zu tun. Das eigentliche Ziel der Beamten sind jedoch die Hintermänner.

Die beiden Bundespolizisten Stephan Frücht (2.v.l.) und Michael Scholz (r.) kontrollieren in Trier die Papiere einer Flüchtlingsfamilie. dpa

Die beiden Bundespolizisten Stephan Frücht (2.v.l.) und Michael Scholz (r.) kontrollieren in Trier die Papiere einer Flüchtlingsfamilie.

TrierDie beiden Bundespolizisten haben sich direkt an der deutsch-Luxemburgischen Grenze postiert. „Den da holen wir raus“, sagt Oberkommissar Stephan Frücht. Der Streifenwagen setzt sich hinter das verdächtige Fahrzeug. Über Funk lässt Frücht das Kennzeichen überprüfen. Dann geleiten er und sein Kollege Michael Scholz das Auto mit Blaulicht und Polizeikelle auf einen Parkplatz.

Dort haben die Beamten schon mehrfach acht- bis zehnköpfige Familien entdeckt, die von Schleusern nach Deutschland gebracht wurden. Diesmal haben die Polizisten keinen Erfolg - die Kontrolle ergibt nichts Auffälliges, der Wagen darf weiterfahren.

Doch schon oft haben die Beamten Szenen wie diese gesehen: Flüchtlinge, die zusammengepfercht mit ihrem Hab und Gut in einem Transporter sitzen. Oft über Tausende Kilometer. Ganze Großfamilien kommen so aus Syrien, Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Marokko in die rheinland-pfälzische Grenzregion Trier. „Sie sind oft durstig, hungrig und leicht verwahrlost, wenn wir sie aufgreifen“, sagt der Leiter der dortigen Bundespolizeiinspektion, Ralf Gnüchtel.

Die Verteilung von Asylbewerbern auf die Bundesländer

„Königsteiner Schlüssel“

Asylbewerber, die in Deutschland Zuflucht suchen, werden nach dem „Königsteiner Schlüssel“ auf die Bundesländer verteilt und dort untergebracht. Der Verteilerschlüssel richtet sich nach Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl der Länder. Das Steueraufkommen wird mit zwei Dritteln, die Bevölkerungszahl mit einem Drittel gewichtet. Der Schlüssel wird von der Gemeinsamen Wirtschaftskonferenz jedes Jahr neu berechnet.

Die meisten Asylbewerber...

...müssen Nordrhein-Westfalen (2014: 21,2 Prozent) und Bayern (15,2 Prozent) aufnehmen. Baden-Württemberg liegt an dritter Stelle (12,9 Prozent). Am niedrigsten sind die Anteile für das Saarland (1,2 Prozent) und Bremen (0,9 Prozent).

Seit 1949

Den „Königsteiner Schlüssel“ an sich gibt es seit 1949: Die Bundesländer einigten sich damals im hessischen Königstein auf einen Schlüssel zur Finanzierung von Forschungseinrichtungen außerhalb der Universitäten. Das Instrument wird inzwischen aber auch für andere Fragen rund um die Lastenverteilung unter den Ländern genutzt.

Seit 2005

Seit Anfang 2005 dient der Schlüssel als Grundlage für Verteilung von Asylbewerbern. Damals zählten die Behörden rund 29.000 Asylanträge in Deutschland, 2014 waren es rund 173.000.

Zu den Brennpunkten zählen Bahnhöfe, Züge, bestimmte Autobahnen und der Hunsrück-Flughafen Hahn. An den Transitstrecken zu den Nachbarländern Frankreich, Belgien und Luxemburg haben die Beamten derzeit viel zu tun: Mit dem steigenden Flüchtlingsstrom sind im Bereich Trier dieses Jahr bereits 850 illegale Flüchtlinge registriert worden - rund 53 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. „Das ist erst der Beginn“, meint Gnüchtel.

Auch bundesweit schnellen die Zahlen in die Höhe: 2013 stellte die Bundespolizei knapp 33 000 unerlaubte Einreisen in Deutschland fest - knapp 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Und in diesem Jahr sei bereits jetzt mit etwa 34 000 unerlaubten Einreisen die Zahl aus dem gesamten Vorjahr überschritten, sagt eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam. Ein Schwerpunkt sei die deutsch-österreichische Grenze bei Rosenheim.

Doch auch die Trierer Bundespolizei mit Dienststellen in Prüm in der Eifel, dem Flughafen Hahn und in Koblenz verzeichnet aufgrund ihrer Grenznähe mehr unerlaubte Einreisen als andere Standorte in Deutschland. Zudem befindet sich die rheinland-pfälzische Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Trier - die inklusive ihrer Außenstelle in Ingelheim mit rund 1200 Menschen derzeit aus allen Nähten platzt.

Kommentare (2)

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Herr Billyjo Zanker

25.09.2014, 20:33 Uhr

Und in diesem Jahr sei bereits jetzt mit etwa 34 000 unerlaubten Einreisen die Zahl aus dem gesamten Vorjahr überschritten, sagt eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam.

Der Bundesbürger würde sicher lieber erfahren wollen wie viele davon wieder ausgewiesen wurden. Denn bei illegaler Einreise sollte das doch nach einer Erstversorgung (Nahrung, Wasser) kein Problem sein.

Herr Wolfgang Trantow

26.09.2014, 18:00 Uhr

Hintermänner? Warum nimmt man Hr. Gauck nicht fest? Wir sind ein reiches Land war seine Einladung an alle Bürger der Welt. Lebt auf Kosten der Deutschen!

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