Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.12.2011

10:45 Uhr

Schloss Bellevue

Wulff ruft Europäer zur Solidarität auf

Der Bundespräsident hat in seiner Weihnachtsansprache dazu aufgerufen, Europa und seine Werte gemeinsam zu erhalten. Angesichts der rechtsextremen Morde fordert er Wachsamkeit und den Kampf gegen Fremdenhass.

Christian Wulff am Mittwoch (21.12.11) bei der traditionellen Weihnachtsansprache im Schloss Bellevue. dapd

Christian Wulff am Mittwoch (21.12.11) bei der traditionellen Weihnachtsansprache im Schloss Bellevue.

BerlinBundespräsident Christian Wulff hat die Europäer zu Gemeinsamkeit aufgerufen. „Europa ist unsere gemeinsame Heimat und unser kostbares Erbe. Es steht für die großen Werte der Freiheit, der Menschenrechte und der sozialen Sicherheit. All das ist in unserem Europa nur gemeinsam zu erhalten“, sagte Wulff in seiner vorab verbreiteten Weihnachtsansprache. Wer etwas anderes sage, finde vielleicht kurzfristig Beifall. „Aber er irrt sich.“ Die Deutschen selbst hätten immer wieder europäische Solidarität erfahren. „Und wir sind auch zukünftig solidarisch gegenüber Europa“, fügte Wulff hinzu.

In seiner Weihnachtsansprache äußerte sich Wulff nicht zur Kritik rund um seine Verbindungen zu befreundeten Unternehmern. Er hatte sich aber am Donnerstag in einer Erklärung entschuldigt.

Der Bundespräsident zeigte sich zuversichtlich, dass die europäische Staatsschuldenkrise in den Griff zu bekommen sein werde. Regierung und Opposition hätten dazu weitreichende Entscheidungen getroffen. „In diesem Geist der Gemeinsamkeit wird es auch mit unseren Freunden in Europa und der Welt gelingen, den Weg aus der Krise zu gehen.“ Die Weihnachtsansprache wird stets am ersten Feiertag ausgestrahlt. Für Wulff ist es die zweite seiner Amtszeit. Wie im vergangenen Jahr hatte er zu der Aufzeichnung rund 70 ehrenamtlich engagierte Bürger eingeladen.

Wulff forderte in seiner Rede die Deutschen zu einem stärkeren Zusammenhalt auf. Ziel müsse eine offene Gesellschaft sein. Seine Abscheu äußerte der Bundespräsident über die unlängst bekanntgewordene rechtsextremistische Mordserie. Es habe alle schockiert, „dass rassistisch verblendete Verbrecher“ über viele Jahre Menschen ausländischer Herkunft geplant ermordet hätten. „In unserem Land gibt es aber keinen Platz für Fremdenhass, Gewalt und politischen Extremismus.“

Den Opfern gebühre Mitgefühl und Respekt; die Täter und ihre Unterstützer müssten unnachsichtig verfolgt werden. Wulff fügte hinzu: „Wir schulden uns allen Wachsamkeit und die Bereitschaft, für unsere Demokratie und das Leben und die Freiheit aller Menschen in unserem Land einzustehen.“ Die Arbeit an einer offenen Gesellschaft beginne bereits im Kindesalter.

Überschattet wird die diesjährige Weihnachtsansprache von den Vorwürfen gegen Wulff im Zusammenhang mit einem Privatkredit sowie Urlauben in den Domizilen befreundeter Unternehmer. Er hatte sich zehn Tage nach Bekanntwerden des umstrittenen Kredits entschuldigt.

Von

rtr

Kommentare (35)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

24.12.2011, 11:22 Uhr

Gewünscht hätte man sich von Wulff, dass die immer mehr verbreitete Korruption in diesem Land von ihm angeprangert wird. Kleine Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes werden vernichtet wenn sie Geschenke annehmen. In einer bestimmten Höhe beginnt der Rechtsfreie Raum in Deutschland. Eine zweite Chance kann daher nur gewährt werden, wenn auch Otto Normalverbraucher mit einbezogen wird. Das ist nicht der Fall in Deutschland. Weiterhin ist es sinnlos die Augen gegen Rechts und Islamterror aufzuhalten, wenn der Staat Geld und Pässe für Rechte und
Islamische Terroristen z.B ATTA Gruppe zu deren Schutz bereitstellt. Bitte mehr Tiefgang in eine Weihnachtsansprache legen. Frohes Fest.

Account gelöscht!

24.12.2011, 11:31 Uhr

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

in diesen schizophrenen Zeiten, in denen wir gelernt haben, zwischen einem wissenschaftlichen Mitarbeiter und einem Verteidigungsminister zu unterscheiden, ist es uns ein leichtes, Ihr würdiges, von uns geschätztes Amt von der Person des derzeitigen Amtsinhabers zu trennen. Gerade aus Achtung vor der Würde dieses Amtes folgen wir gerne Ihrem Ruf nach entschlossener Verteidigung der Demokratie und bitten Sie, Herrn Wulff folgende Nachricht zu übermitteln:

Sehr geehrter Herr Wulff,

wir glauben Ihnen kein Wort mehr. Ihr Verhalten stößt uns ab. Seien Sie sich bewußt: In Zukunft wird jedes große Wort nur noch entstellt Ihren Mund verlassen können, und wie Hohn in unseren Ohren klingen. Damit tragen Sie erheblich zur Verschlechterung des geistigen Klimas bei. Allen Manipulationen zum Trotz werden Sie von der Mehrheit des Volkes abgelehnt. Bereits die Schmach des dritten Wahlgangs hätte Ihnen klar machen müssen, wie wenig Sie dem hohen Anspruch des Amtes entsprechen. Folgen Sie deshalb dem Beispiel Ihres Mitarbeiters und trennen Sie sich vom Bundespräsidenten, um weiteren Schaden von ihm abzuwenden.

Account gelöscht!

24.12.2011, 11:56 Uhr

Sprechautomat der Blockparteien

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×