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11.05.2012

22:51 Uhr

Schlussspurt der SPD

„Dieses Mal gewinnen wir“

VonAndreas Niesmann

Vor der Wahl am Sonntag strotzt die SPD vor Selbstbewusstsein. In der Bochumer Jahrhunderthalle lässt sich Hannelore Kraft bereits wie eine Siegerin feiern. Die Alphatiere der SPD-Troika wirken neben ihr wie Statisten.

Hannelore Kraft zum Wahlkampf-Schluss in Bochum. Reuters

Hannelore Kraft zum Wahlkampf-Schluss in Bochum.

BochumEs ist ein bisschen wie bei „Wetten dass..?“. Am Ende stehen alle gemeinsam auf der Bühne, die Bergleute in ihren schwarzen Knappen-Uniformen, die jugendlichen Tänzer, die Akrobatengruppe, und klatschen im Takt der wummernden Bässe. Geschenke werden überreicht, Küsschen verteilt und in der Mitte steht ein strahlender Blondschopf. Nur dass der nicht Thomas Gottschalk, sondern Hannelore Kraft heißt und sich auch nicht von Heidi Klum herzen lässt, sondern mit Sigmar Gabriel Vorlieb nehmen muss.

Die SPD zelebriert den krönenden Abschluss einer zweimonatigen Phase, die als „Turbo-Wahlkampf“ in die Landesgeschichte Nordrhein-Westfalens eingehen wird. Sie hat dazu nach Bochum eingeladen, in die „Herzkammer der Sozialdemokratie“, wie Parteichef Sigmar Gabriel es formuliert. Zum Schlussspurt hat die Partei alles aufgeboten, was in ihr Rang und Namen hat: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, die ostdeutsche Vorzeigefrau Manuela Schwesig und natürlich die Troika der potenziellen Kanzlerkandidaten, zu der neben Gabriel auch Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und der frühere NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück gehören.

Wer auf einen großen Auftritt des Männer-Trios gehofft hatte, wird enttäuscht – an diesem Abend soll die ganze Aufmerksamkeit Hannelore Kraft gelten. Für die Wahlkämpferin aus Mülheim ist sich selbst SPD-Chef Gabriel nicht zu schade, den Einheizer zu spielen. „Begrüßt mit mir die bisherige und neue Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft“, ruft er in das Mikrofon, und die Genossen im Publikum jubeln.

Die Sozialdemokraten in NRW strotzen nur so vor Selbstbewusstsein. So groß wie vor dieser Wahl war ihre Zuversicht schon lange nicht mehr. 2010 hatte sich die SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU geliefert, fünf Jahre zuvor hatte Peer Steinbrück eine krachende Niederlage eingefahren. Vergessen und vorbei, in diesem Jahr stellt sich die Partei ganz auf Sieg ein. „Letztes Mal hat die SPD gewonnen, weil die Menschen den Rüttgers leid waren“, sagt Gabriel, „dieses Mal gewinnen wir, weil sie Hannelore Kraft wollen.“

Letzte Umfragen sehen die SPD bei 37 Prozent, die CDU unter Herausforderer Röttgen liegt weit abgeschlagen bei gerade einmal 30 Prozent. Und der Abstand wurde in den vergangenen Tagen wieder größer. Der Vorsprung weckt riesige Erwartungen – was für die SPD nicht ohne Risiko ist. Denn sollte es am Wahlabend nicht für Rot-grün reichen, wäre das für die Genossen eine herbe Enttäuschung. Zwar könnte Hannelore Kraft wohl weiterregieren, entweder mit einer großen Koalition, oder mit einem Ampel-Bündnis, doch bliebe das so dringend erhoffte Aufbruchsignal für den Bund aus. Gabriel weiß um dieses Risiko. „Wir dürfen uns nicht zu sicher fühlen“, sagt der SPD-Chef und appelliert er an die Parteianhänger, am Sonntag auch zur Wahl zu gehen. „Erst wählen gehen, dann die Blumen kaufen, denn am Sonntag ist auch Landesmuttertag.“

Kommentare (12)

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RobertSchumansErben

12.05.2012, 00:02 Uhr

Sie verstehen aber rein gar nix. Während Kraft die Ösen als Kette zusammenfügte, hat Röttgen schon Probleme mit den Haken. Bei Mutti nach dem "Wahlerfolg" einhängen, scheint mir daher sehr problematisch. Er wurde von ihr geschickt in die Falle manövriert. Bei der Gemengenlage kann der "Vorzugspolitiker" nur verlieren. Und dann?

Martina

12.05.2012, 06:54 Uhr

völlig egal, ob CDU oder SPD - wo ist der Unterschied ?

Account gelöscht!

12.05.2012, 13:34 Uhr

Wer die Kommunen verliert, verliert auch die Landtagswahlen. Da hat die CDU schon 2009 fast 5% verloren, nichts daraus gelernt. Morgen kommt hoffentlich die Quittung.

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