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22.04.2011

11:34 Uhr

Schneller Atomausstieg

Die „grüne“ CDU geht in die Offensive

Die CDU entdeckt im Umfragetief ihre grüne Seite. Atomkritiker wie Norbert Röttgen und Reiner Haseloff sind plötzlich „Mainstream“ statt Außenseiter. Sie forcieren den Atomausstieg - auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Norbert Röttgen beschwört auch den wirtschaftlichen Segen des Atomausstiegs. Quelle: dpa

Norbert Röttgen beschwört auch den wirtschaftlichen Segen des Atomausstiegs.

Berlin/MagdeburgSachsen-Anhalts neuer Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) verlangt einen Ausstieg aus der Atomenergie „zum frühest möglichen Zeitpunkt“. Das ursprüngliche rot-grüne Ausstiegsszenario „wäre mir da nicht ehrgeizig genug“, sagte Haseloff in einem Interview der Zeitschrift „Super Illu“. Nach den rot-grünen Plänen hätten alle Atomkraftwerke bis 2020 endgültig stillgelegt werden sollen.

Haseloff kritisierte auch die Kostendebatte um den Atomausstieg. Das sei für ihn „nur Spiegelfechterei“, sagte der CDU-Politiker. Selbst wenn Atomkraftwerke länger am Netz blieben, müsse man sie mit großem finanziellen Aufwand sicherheitstechnisch nachrüsten. Dann wäre Atomstrom „alles andere als billig“, sagte Haseloff. „Dann doch lieber das Geld, das man ohnehin ausgeben muss, in nachhaltige Formen der Energiegewinnung investieren“, empfahl er.

Mit seiner Haltung zur Atomkraft habe er noch vor wenigen Wochen gegen die Politik seiner Partei gestanden, sagte der Ministerpräsident. Unmittelbar nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima habe er „noch gegen den Mainstream in der CDU formuliert, was jetzt großer politischer Konsens in Deutschland ist - dass wir schnellstmöglich aus der Risikotechnologie Atomkraft aussteigen müssen“, sagte der studierte Physiker.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen dringt auf einen schnellen Atomausstieg auch aus wirtschaftlichen Gründen. „Die Folgekosten für den Reaktorunfall in Fukushima werden erheblich sein und die Volkswirtschaft Japans auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte belasten“, schreibt der stellvertretende CDU-Vorsitzende in einem am Freitag veröffentlichten Gastbeitrag für den „Spiegel“. „Es sind auch diese wirtschaftlichen Folgekosten, die zu einem Umdenken in Sachen Kernenergie führen werden.“ Dafür gebe es etwa in Europa schon erste Kennzeichen.

Kommentare (10)

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Schulze

22.04.2011, 11:54 Uhr

Würde es nicht immer wieder Querschüsse von den Dinosauriern in der Partei geben, könnte die CDU mit Röttgen durchaus eine glaubwürdige Position entwickeln.

Kowalski

22.04.2011, 11:59 Uhr

Einer der besten Entscheidungen die ich in meinem Leben getroffen habe, war der austritt aus der CDU zu Beginn der Ära Merkel. Seit Frau Merkel Bundesvorsitzende ist geht der Linkskurs und der Anpassungkurs an linke Parteien wie die Grünen schneller denn je. Diejenigen in der CDU die mit diesem Linksdrall nicht länger einverstanden sind, sollten sich endlich zusammen tun und sich von der CDU abspalten, um eine neue Mitte-Rechts-Partei zu gründen.
Allerdings hätte diese Partei in der Tat nur mit einem redegewandten und charismatischen Parteichef eine Chance sich als Alternative zur CDU zu etablieren. Es wird Zeit das auch die CDU endlich mal Konkurrenz bekommt, wie derzeit die SPD von links. F. Merz, M. Hohmann, H. Nietzsche und J. Schönbohm könnte ich mir in einer solche neue konservative Partei vorstellen.

Heinz

22.04.2011, 12:12 Uhr

Ein Austritt aus der CDU ist natürlich immer eine richtige Entscheidung. Aber wenn das eine der besten Entscheidungen in Ihrem Leben war, führen Sie ein trauriges Leben.

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