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09.06.2015

16:37 Uhr

Schnelles Surfen in Deutschland

Woran es beim Breitbandausbau hakt

VonMatthias Streit

Bis 2018 will der Bund Deutschland mit schnellem Internet versorgen. Ab diesem Sommer soll über eine Milliarde Euro dafür investiert werden. Strittig ist: Welche Technologie ist die richtige und wer zahlt die Rechnung?

Die Schnecke Europas

In Deutschland lahmt der Netzausbau

Die Schnecke Europas: In Deutschland lahmt der Netzausbau

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Die mobile Breitbandversteigerung der Bundesnetzagentur läuft seit zwei Wochen. Knapp 450 Millionen Euro wurden mit den Auktionen bislang erlöst. Weit weniger, als sich Alexander Dobrindt, Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur, erhofft. Sein Wunsch liegt bei einer Milliarde Euro.

Die Versteigerungen sind wichtig für den Ausbau schnellen Internets: Zum einen wächst so das mobile Breitbandnetz. Zum anderen soll das erlöste Geld in den dringend benötigten Ausbau des Festnetzes fließen. Denn die Bundesregierung möchte bis 2018 alle deutschen Haushalte mit schnellem Internet versorgen. Jeder soll mit mindestens 50 Mbit in der Sekunde durchs Netz surfen können – Ende 2014 erfüllten bereits knapp zwei Drittel der deutschen Haushalte dieses Kriterium, vor allem in Ballungsgebieten. Doch über die Mittel und Wege, wie nun auch die entlegeneren Regionen ans Netz anzuschließen sind, gehen die Meinungen von Politikern und Unternehmern weit auseinander.

Die Internet-Anschlüsse der deutschen Haushalte

63,8 Prozent der Haushalte...

...besitzen einen Internet-Anschluss von 50 Megabit pro Sekunde und mehr.

Stand: Sommer 2014; Quelle: TÜV Rheinland/wiwo.de

70,7 Prozent der Haushalte...

...besitzen einen Internet-Anschluss von 30 Megabit pro Sekunde und mehr.

78,2 Prozent der Haushalte...

...besitzen einen Internet-Anschluss von 16 Megabit pro Sekunde und mehr.

89 Prozent der Haushalte...

...besitzen einen Internet-Anschluss von sechs Megabit pro Sekunde und mehr.

96,2 Prozent der Haushalte...

...besitzen einen Internet-Anschluss von einem Megabit pro Sekunde und mehr.

94,9 Prozent der Haushalte...

...besitzen einen Internet-Anschluss von zwei Megabit pro Sekunde und mehr.

Der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft, Günther Oettinger, denkt ohnehin schon einen Schritt weiter. Er wünscht sich den digitalen Binnenmarkt in Europa. Nur so könnten europäische Unternehmen international wettbewerbsfähig bleiben. „Ich hoffe, diese nationale Frequenzversteigerung wird die letzte sein“, sagte Oettinger diese Woche beim Wirtschaftsgespräch der CDU/CSU-Fraktion zum Thema Breitbandausbau. Mit Blick auf die digitalen Vorreiter aus den USA erklärte er: „Ich liebe den Wettbewerb, aber ich hasse Unterlegenheit.“

Gegen seinen Wunsch ist die Verbreitung von flächendeckendem, schnellem Internetzugang heute noch eine Sache der Nationalstaaten. Und allein in Deutschland gibt es genügend Redebedarf über Technologien und Finanzierung, insbesondere beim Festnetz.

Kommentare (1)

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Herr Marc Otto

09.06.2015, 19:00 Uhr

In Peking sehen alle ihre Filme aus dem Internet, wenn sie U-Bahn fahren oder an der Haltestelle sind. Ich habe den schwachen Verdacht, dass das mit unserem aktuellen Netz in Deutschland noch nicht geht und vor allem auch nicht wirklich bezahlbar ist.

Man sieht, wir können viel von anderen Ländern lernen (dort ist man am G5 und G6, entwicklungstechnisch).

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