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11.01.2016

13:58 Uhr

Schröder in Iran

Altkanzler reist nach Teheran

Gerhard Schröder verhandelt in Iran mit Wirtschaftsvertretern und führt auch politische Gespräche. Mit dabei: eine deutsche Wirtschaftsdelegation. Ursprünglich wollte der Altkanzler aus anderen Gründen nach Teheran reisen.

Der Altkanzler hat in Teheran zunächst den Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Schamchani (r.), getroffen. Danach war ein Treffen mit Außenminister Mohammed Dschawad Sarif geplant. dpa

Gerhard Schröder in Iran

Der Altkanzler hat in Teheran zunächst den Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Schamchani (r.), getroffen. Danach war ein Treffen mit Außenminister Mohammed Dschawad Sarif geplant.

TeheranAltkanzler Gerhard Schröder (SPD) ist zu Wirtschaftsgesprächen in den Iran gereist. Gemeinsam mit Unternehmensvertretern will er bis Dienstag künftige wirtschaftliche Kooperationen zwischen Deutschland und dem Iran ausloten.

Nach Angaben eines Vertreters der deutschen Botschaft in Teheran waren Zusammenkünfte Schröders unter anderem mit Präsident Hassan Ruhani, Ex-Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani, Ölminister Bidschan Sanganeh und Verkehrsminister Abbas Ahmed Achundi geplant. Nun wurde auch ein detaillierter Terminplan veröffentlicht.

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Die Bundesregierung hält ein schnelles Ende der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran für möglich. Die deutsche Wirtschaft erhofft sich dadurch neue Geschäfte mit dem islamischen Land, hat aber auch große Befürchtungen.

Schröder war den Angaben zufolge am Sonntag in Teheran eingetroffen. Er ist Ehrenvorsitzender des Nah- und Mittelost-Vereins, der Wirtschaftskontakte in Länder des Nahen Ostens unterstützt. Von dem Verein waren am Montag zunächst keine Informationen zu Schröders Reise zu erhalten.

Die Reise war ursprünglich für Anfang November geplant gewesen, wurde aber wegen des Todes des Altkanzlers Helmut Schmidt verschoben. Schröder war schon einmal in Teheran: Im Februar 2009 besuchte er den Iran auf Einladung von Madschid Samii, eines iranischen Neurochirurgen und alten Bekannten aus Hannover.

Wirtschaftsstandort Iran – Geschäfte am Golf

Wirtschaft

Iran ist den meisten in wirtschaftlicher Hinsicht vor allem als Rohstoffland bekannt. Dort lagern die weltweit drittgrößten Erdöl- und die zweitgrößten Erdgasreserven. Weitere wichtige Sparten sind die Textilwirtschaft, die Autoproduktion und der Bausektor. Die Wirtschaft gilt als zentralisiert, schreiben mehrere Think Tanks. Religiöse Stiftungen kontrollieren demnach rund 80 Prozent der Wertschöpfungskette.

Handel

Wegen zahlreicher Embargos des Westens gegen Iran ist der Handel mit Deutschland stark eingeschränkt. Deutsche Unternehmen verkauften laut des Deutschen Industrie- und Handelskammertags 2014 Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro in die Islamische Republik. Vor den Sanktionen waren es noch zwei Milliarden mehr. Nur noch rund 80 deutsche Firmen haben dort eine offizielle Niederlassung.

Wegen der umfassenden Finanz- und Handelssanktionen im Atomstreit mit dem Iran sind die Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland fast zum Erliegen gekommen. Doch seit dem Abschluss eines Abkommens zur Beilegung des Nuklearkonflikts Mitte Juli bereiten sich deutsche Unternehmen auf die Rückkehr in den Iran vor. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) reiste schon kurz nach der Einigung im vergangenen Sommer in das Land.

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