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16.10.2011

12:39 Uhr

Schulden- und Bankenkrise

Ackermann im Kreuzfeuer der Politik

Banken in der Krise - und wieder begleichen Steuerzahler die Zeche? Der Widerstand dagegen eint Politiker unterschiedlicher Fraktionen. Im Kreuzfeuer ihrer Kritik steht vor allem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

So nicht: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann betont, die derzeitige Währungskrise habe ihren Ursprung in zu hohen Staatsschulden. dapd

So nicht: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann betont, die derzeitige Währungskrise habe ihren Ursprung in zu hohen Staatsschulden.

BerlinAngesichts einer neuen Bankenkrise werden die Rufe nach einer grundlegenden Neuordnung der Branche lauter. SPD-Chef Sigmar Gabriel spricht sich für eine Trennung von Investmentbanking und Geschäftsbanken aus. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir fordert eine Schuldenbremse für Banken und eine Verkleinerung der Institute.

Die Banken müssten wieder „zu Dienern der Realwirtschaft“ werden, sagte Gabriel dem Nachrichten-Magazin „Spiegel“. „Jeder Mittelständler, der einen Kredit braucht, wird morgen in Schwierigkeiten kommen, wenn eine Bank pleitezugehen droht, weil sie sich im Investmentbanking verzockt hat.“

Gabriel weiter: „Ich möchte, dass beim Geschäftsfeld des Investmentbankings ein ganz großes Schild an der Tür steht mit der Aufschrift „Hier endet die Staatshaftung“. Er habe überhaupt nichts dagegen, dass Leute mit ihrem Geld spekulierten. „Aber wenn die Zockerei schiefgeht, sollten die Spekulanten mit ihrem Geld dafür haften und nicht unschuldige Dritte“, sagte Gabriel. „Was wir derzeit haben, ist ein Verlustsozialismus. Was schiefgeht, trägt die Allgemeinheit, und was gutgeht, wird privatisiert.“

Für grundlegende Änderungen im Bankensystem tritt auch Özdemir ein. „Der Finanzmarkt muss schlichtweg unaufgeregter werden, und dazu gehört, dass Banken nicht mehr ,too big too fail' sein dürfen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Die systemrelevanten Banken hätten Anreize, noch mehr Risiken einzugehen, da im Notfall der Staat mit Steuergeld einspringe. „Diese Logik muss durchbrochen werden. Das heißt, je größer eine Bank, desto höher muss auch das Eigenkapital sein, damit mögliche Verluste von der Bank selbst aufgefangen werden können. Wir brauchen eine Schuldenbremse für Banken.“

Kommentare (81)

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Account gelöscht!

16.10.2011, 12:48 Uhr

.
Naaa,
will immer noch keiner über Stagflation sprechen ?
Ein Zustand der den Westen das nächste Jahrhundert treu begleiten wird.
.

beffchen

16.10.2011, 13:01 Uhr

Völlig zu Unrecht steht Ackermann hier in der Kritik.
Was in der ganzen Debatte neu und noch zu lernen ist, liegt in der komlexität des Problems, Beschimpfungen helfen da nicht wirklich.
Wir haben:
1.ein Eigenkapitalproblem der Banken
2.die Vermischung von Investment- plus Derivatenbanking mit dem Banking, das für Verbraucher und Unternehmer Guthaben und Kredite managt
3. die Vergütubngsstruktur von Bankern (und anderen Managern)und die damit verbundenen Anreizstrukturen
4. das Monopol der Ratingagenturen und deren Insiderhandel
5. die überbordenden Staatsschulden und
6. die daraus entrstehenden Preobleme für Verbraucher, wirtschaft und Banken.
Ackermann zielt zu Recht auf die Staatsanleihen (=Anleihen mit denen der Staat seine schulden finanziert.
Die politischen Kritiker an Ackermann lenken davon ab, dass nicht nur die Griechen, sondern allen voran die USA und Deutschland horrende Staatsschulden=zunehemend schlecht bewertete Staatsanleihen erzeugt haben.
Hier leigt zugrunde die Unfähigkeit der Politiker, eine4 anständige=eine nachhaltige Finazpolitik zuz betreiben. Da Politiker sich nicht trauen, die Bevölkerung zum Sparen zu zwingen und die Leistungsfähigen der Gesellschaft zur finanzierung sträker heranzuziehen, werden die Schulden einfach mehr und können nur verkraftet werden, wenn die Wirtschaft etwa 3% per anno wächst. Diese Politkerlüge und diese Lüge der Bevölkerung kann man nicht oft genug geißeln - da hat Ackermann einfach Recht.
Mehr Selbstkritik und vor allem Entscheidungen und Taten Richtung Sparsamkeit wären die richtigen Signale - und nicht die Beschimpung des "Starbankers" Ackermann.

Lutz

16.10.2011, 13:03 Uhr

Die Bankster und Spekulanten werden bald zur Rechenschaft gezogen und dann geht es ab in den Knast.

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