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04.09.2011

13:03 Uhr

Schuldenkrise

Altkanzler Schröder greift Großbritannien an

Als Antwort auf die Schuldenkrise fordert Ex-Kanzler Gerhard Schröder mehr europäische Zusammenarbeit. Auch Russland müsse stärker an Europa heranrücken, sagt der SPD-Politiker. Kritik müssen sich die Briten anhören.

Gerhard Schröder sieht vor allem die Rolle der britischen Finanzspekulanten kritisch. ap

Gerhard Schröder sieht vor allem die Rolle der britischen Finanzspekulanten kritisch.

BerlinAls Lehre aus der Euro-Krise fordert Alt-Kanzler Gerhard Schröder eine wesentlich stärkere Integration Europas und die Ernennung eines europäischen Finanzministers. „Man wird national Souveränitätsverzichte üben müssen“, sagte der SPD-Politiker unter Verweis auf das Budgetrecht der nationalen Parlamente dem „Spiegel“ vom Sonntag.

Man dürfe jetzt nicht länger fackeln, sondern müsse Ernst machen mit Kern-Europa. Andernfalls werde Europa zwischen Asien unter der Führung Chinas und einem wiedererstarkten Amerika in der Bedeutungslosigkeit versinken.

Schröder unterstützte auch das von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ins Gespräch gebrachte Ziel der Vereinigten Staaten von Europa. „Das Europa, das ich mir vorstelle, ist ein stärker integriertes, ergänzt um die Mitgliedschaft der Türkei und eine Assoziierung Russlands“, erklärte der Alt-Kanzler.

Kritisch äußerte sich Schröder indes zur Rolle Großbritanniens, das nicht der Euro-Zone angehört. „Die größten Probleme macht Großbritannien“, sagte Schröder. Obwohl das Land den Euro nicht eingeführt habe, wolle es trotzdem bei der Gestaltung des Wirtschaftsraums immer mitreden. „Das geht nicht zusammen“, kritisierte der SPD-Politiker.

Die jüngsten Schritte von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hin zu einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung begrüßte Schröder. Auch hier forderte er ein klares Bekenntnis zu einem Kern-Europa. „Die Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung der Wirtschaftsregierung dürfen nur die Mitglieder im Euro-Raum treffen und nicht der Rat als Ganzes“, forderte der Alt-Kanzler.

CSU-Chef Horst Seehofer dagegen warnte vor einem Europa der zwei Geschwindigkeiten und der Abgabe nationaler Souveränitätsrechte an eine europäische Wirtschafts- und Fiskalunion. „Europa darf nicht auseinanderfallen“, sagte der bayerische Ministerpräsident dem „Spiegel“. Der Euro werde sich nicht retten lassen, indem immer neue Gremien und Instrumente geschaffen würden. „Wir wollen keinen europäischen Superstaat“, betonte Seehofer.

 

Von

rtr

Kommentare (28)

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Pendler

04.09.2011, 13:10 Uhr

Europa und der € ist doch ein mieses Spiel.

Keiner hält sich an die Spielregeln und es geht hier zu, wie im Dschungel. Nur der Starke und die Listige gewinnt. Alle anderen sind die Deppen.

Euopa ist genau so attraktiv wie "Planet der Affen"

Profit

04.09.2011, 13:18 Uhr

Daß Schröder nichts mehr kapiert, beweist er mit seinen Einlassungen. Hauptsache Putin helfen, scheint sein politisches Vermächtnis zu sein. Fakt ist: Großbritannien war in seiner Geschichte praktisch immer auf der Gewinnerseite. Das Land hat sich auch ganz bewußt gegen den Euro entschieden und wieder einmal vor der Geschichte Recht behalten. Deutsche sind und bleiben oftmals naive Michels. Und sind meistens auf der Verliererseite. Der "Euro" beweist es einmal mehr. Nachtreten duch Schröder nützt da nichts. Schröder und Merkel und viele andere deutsche Euro-Freaks sind eben geborene Verlierer.

Lupo

04.09.2011, 13:22 Uhr

"„Die größten Probleme macht Großbritannien“, sagte Schröder."

NEIN!!! Die größten Problem macht ER bzw. sind seine Politik. Unter seiner Ägide wurde nämlich Griechenland in den Euro aufgenommen; er ist also für das Kernproblem, das WIR ALLE im Moment haben verantwortlich! Kohl Schmidt usw. haben auch Fehler gemacht, aber das KERNPROBLEM ist Schröder bzw. seine Politik.
Dass er seit seiner Abwahl hemmungslos abkassiert und hauptsächlich für ausländische Konzerne bzw. Regierungen arbeitet (wie z.N. die chinesische) sei hier nur am Rande erwähnt.

Ich finde es traurig, dass das in den Medien so wenig beleuchtet wird; auch und gerade in einer Zeitung, die eine Wirtschaftszeitung sein will. Die Presse kommt ihrer Kontrollaufgabe nicht nach und leitet die Diskussion (bewusst??) in eine falsche Richtung...

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