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26.02.2011

16:46 Uhr

Schuldenkrise

Griechenland-Rettung in weiter Ferne

VonGerd Höhler

Griechenland hat 2010 sein Sparziel erreicht: Das Defizit konnte um sechs Punkte auf 9,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gedrückt werden. Aber über den Berg ist das Land damit nicht. Ein Kommentar von Gerd Höhler

Ende März will Finanzminister Giorgos Papakonstantinou seine Finanzplanung bis 2015 vorlegen. Quelle: dpa

Ende März will Finanzminister Giorgos Papakonstantinou seine Finanzplanung bis 2015 vorlegen.

Vergleicht man Griechenlands Konsolidierungsprogramm mit einem Marathonlauf, haben die Hellenen erst ein Fünftel der Distanz zurückgelegt. Ende März will Finanzminister Giorgos Papakonstantinou seine Finanzplanung bis 2015 vorlegen, und er verspricht, bis dahin die Defizitquote auf ein Prozent zu drücken. Ob das zu schaffen ist, hängt von vielen Variablen ab, die man heute noch gar nicht übersehen kann: von der Weltkonjunktur zum Beispiel und vom Ölpreis, der jetzt wegen der Krisen in der arabischen Welt stark steigt.

Nicht wenige Fachleute glauben, dass Griechenland es ohnehin mit dem bisherigen Konsolidierungsplan gar nicht bis ins Jahr 2015 schaffen wird: Die Schuldenlast sei so erdrückend, dass nur eine Umschuldung Griechenland vor der Staatspleite bewahren könne, sagen angesehene Volkswirte. Manche raten dem Land gar, die Euro-Zone zu verlassen und wieder Drachmen zu drucken.

Sicher ist: Griechenland steht angesichts einer Verschuldung, die Ende dieses Jahres mindestens 152 Prozent des BIP erreichen wird, vor einem gewaltigen Kraftakt. Spätestens 2014 will Finanzminister Papakonstantinou damit beginnen, diesen Schuldenberg abzutragen. Dazu müsste das Land, dessen Wirtschaft zwischen 2009 und Ende 2011 um mehr als zehn Prozent geschrumpft sein wird, auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückkehren.

Kommentare (6)

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Alex

26.02.2011, 18:10 Uhr

Griechenland hat die EU betrogen. Wenn Griechenland ein Minimum an Anstand hätte würde es jetzt von sich aus aus dem Euro austreten.

Das-kennen_wir

26.02.2011, 23:16 Uhr

Diese Sprüche kennen wir allerbestens. Im Endeffekt wird einmal mehr herauskommen, dass Griechenland unser Geld verblasen und die halbwegs hoffnungsvollen Wirtschaftsdaten leider gefälscht hat.

Petra

27.02.2011, 09:38 Uhr

"Alles ist möglich" sagte bereits unsere Kanzlerin. Also kann auch wieder die Drachme eingeführt werden, ja sogar die Wiedereinführung der DM ist möglich! Was das Deutsche Volk dazu wohl meint? Sicher würde das einige Wählerstimmen für die nächsten Wahlen bringen!

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