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01.03.2011

08:30 Uhr

Schummel-Affäre

Rechtsexperte sieht Vorsatz bei Guttenberg

ExklusivIn der Debatte um die Plagiatsvorwürfe gegen Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) gerät auch Kanzlerin Merkel zunehmend in die Kritik. Juristen sehen beim Minister Anzeichen für vorsätzliche Täuschung.

CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Quelle: Reuters

CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.

BerlinAuch der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) schloss sich den Vorwürfen von tausenden Doktoranden am Umgang der CDU-Chefin Angela Merkel mit den Plagiatsvorwürfen gegen Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) an. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) unterstellte Merkel „Schizophrenie“. Der Bayreuther Rechtswissenschaftler Oliver Lepsius forderte Guttenbergs Rücktritt.

Nach Einschätzung des Vorsitzenden des Berliner Anwaltvereins, Ulrich Schellenberg, handelte Guttenberg bei seiner Doktorarbeit sehr wahrscheinlich aus Vorsatz. „Wird durch den Verfasser auf eine Verarbeitung der Quellen und auf einen eigenen originären Gedanken verzichtet und stattdessen der Quellentext aus seinem ursprünglichen Kontext nahezu wörtlich in den nun eigenen Text übernommen und dies auch nicht kenntlich gemacht, ist dies ein sehr bewusster Vorgang, der vom Vorsatz umfasst ist“, sagte Schellenberg Handelsblatt Online. „Ewas anderes würde nur dann gelten, wenn die Übertragung der Quelle in den eigenen Text nicht vom Verfasser selber sondern von einem Dritten durchgeführt worden wäre.“

Die Frage, ob Guttenberg bei seiner Doktorarbeit bewusst getäuscht hat, ist zentral für den weiteren Fortgang der Affäre. Guttenbergs bisherige Einlassungen dazu („Überblick verloren“, „Fehler gemacht“) legen die Schlussfolgerung nahe, dass lediglich die erforderliche Sorgfalt nicht eingehalten wurde, also fahrlässig gehandelt wurde. Die Vielzahl der in Rede stehenden Passagen und deren wörtliche Übernahme, sprechen aber nach Einschätzung verschiedener Juristen deutlich gegen eine solche Form der „Selbsttäuschung“. Dies gelte insbesondere für die Passagen, bei denen durch kleine Veränderungen der Text bei gleichem Inhalt nur leicht von der wörtlichen Übernahme abweicht.

Kommentare (11)

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01.03.2011, 08:19 Uhr

Muss dann nicht eine Klage eingereicht werden? Wer müsste das tun und warum kommt da nichts?

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01.03.2011, 08:29 Uhr

Gääääääähhhhhhhn !!!!!!!

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01.03.2011, 08:45 Uhr

Herr von Guttenberg hat einen Realitätsverlust, genauso wie seine Gönner. Es ist die Aufgabe der Kanzlerin, ihn vor sich selber zu schützen, und ihn zum Rücktritt zu zwingen, bevor er sich völlig zerstört.
Danke

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