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25.02.2011

14:15 Uhr

Schummel-Affäre

Steuerzahlerbund will Fairness für Guttenberg

VonDietmar Neuerer

Exklusiv Die Opposition will klären lassen, welche Bundestags-Gutachten in Guttenbergs Doktorarbeit eingeflossen sind. Möglicherweise hat der Steuerzahler die Arbeit mitfinanziert. Der zuständige Verband mahnt zu Fairness.

Unter Dauerfeuer: Guttenberg. Quelle: dpa

Unter Dauerfeuer: Guttenberg.

Düsseldorf

Der Bund der Steuerzahler hat im Fall der von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) für seine Doktorarbeit genutzten Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages vor vorschnellen Urteilen gewarnt. Der Ältestenrat des Parlaments werde klären, was der wissenschaftliche Dienst geleistet habe und welche Bedeutung diese Ausarbeitungen für die Arbeit des Bundestagsabgeordneten zu Guttenberg hatten. "Die Ergebnisse sollten dann sachlich und fair bewertet werden", sagte Verbandsvizepräsident Reiner Holznagel Handelsblatt Online.

"Grundsätzlich wünschte ich mir die jetzige Diskussion bei bewiesener Steuergeldverschwendung durch Bundestagsabgeordnete", fügte der Steuerexperte hinzu. So sei bis heute beispielsweise ungeklärt, wer aus dem so genannten Sachleistungskonto Luxus-Füllfederhalter der Marke "Montblanc" gekauft hat. "Parteiübergreifend könnten sich hier die Parlamentarier um Aufklärung bemühen", forderte Holznagel.

Am Ende der vergangenen Wahlperiode hatten 115 Parlamentarier 396 Füllfederhalter und Stifte im Gesamtwert von 68.800 Euro bestellt - bezahlt aus Steuergeldern.

Der Ältestenrat des Bundestags will erst Mitte März über die Einleitung einer Überprüfung der Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) entscheiden. Ein sofortiger Beschluss darüber wurde am Donnerstag mit der Stimmenmehrheit der Koalition vertagt.

SPD und Grüne warfen Union und FDP vor, sie wollten eine rasche Aufklärung auf die lange Bank schieben. Die Öffentlichkeit habe Anspruch zu erfahren, ob der CSU-Parlamentarier seine Doktorarbeit "auf Kosten der Steuerzahler hat schreiben lassen", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Auch sein Grünen-Kollege Volker Beck nannte die Verzögerung unverständlich.

Kommentare (3)

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Fortunio

25.02.2011, 14:48 Uhr

Interessant zu wissen, dass der gemeine Parlamentarier sich nur mit steuerfinanziertem Luxusschreibgerät durchs Leben bewegen kann.
Guten Morgen lieben Sonne und gute Nacht.

Account gelöscht!

25.02.2011, 16:47 Uhr

Mich würde doch jetzt endlich mal interessieren, was steckt eigentlich wirklich hinter der ganzen Sache. Bis jetzt haben offensichtlich Journalisten das noch nicht in Erfahrung gebracht oder sagen es nicht.
Wer hat denn überhaupt den Auftrag gegeben, die Arbeit von Guttenberg zu kontrollieren?
Warum führen sich gerade die Grünen momentan so auf? Sie sind doch nicht an der Regierung, es ist doch nicht ihr Vert.-Minsiter?
hinzu kommt, dass gerade die Grünen genügend verkrachte Existenzen in ihren Reihen haben.
Studienabbrecher, Ex-Kommunisten etc.
Also wenn jetzt schmutzige Wäsche gewaschen wird im Budnestag dann bitte aber von allen und gründlich.
Was nciht heißt, dass ich die Sache von Guttb. gut finde, im Gegenteil.
Aber vielleicht sollte man das jetzt mal zum Anlaß nehmen, im Bundestag aufzuräumen. Wie viele IM'S sitzen da bis heute unerkannt?
Also wer hat ein Interesse explizit an Guttenberg?
Ein Merkel-Wegmoppen, so es denn eins sein soll, geht ja anders
Diese ganze Geschichte ist mehr als dubios.

Liebes HB, nehmt Euch mal die Dr.-Arbeit der Fam.-Ministerin vor, schon ihr Dr.-Vater spricht Bände und ihre sonstigen Helfer. Von großem wissenschaftlichen Können und Kenntnissen kann wohl auch da nicht die Rede sein. Und ob sie sie so ganz alleine geschrieben hat, oder ihr mehr diktiert wurde, wäre auch mal interessant

charlie

25.02.2011, 20:54 Uhr

Engagement - Übereifer - Hochmut - Arroganz - Gaukler
die Masse der Bevölkerung benötigt einen "Paradehengst" z.B. mit prunkvoller Baseballkappe und Initialien "Dr. Guttenberg" am Hinterkopf, getreu dem Motto: Mehr schein´ als sein. Doch es heißt auch: Gut Ding´will Weile haben und Hochmut kommt vor dem Fall. Schade, schade, schade Herr zu Guttenberg!

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