Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.07.2015

14:39 Uhr

Schutz für deutsche Soldaten

Bundeswehr reagiert auf Türkei-Eskalation

Der Konflikt mit den Kurden, die Bedrohung durch den IS – in der Türkei grassiert die Furcht vor Anschlägen. Für die 260 Bundeswehrsoldaten nahe der Grenze zu Syrien gelten ab sofort verschärfte Schutzvorkehrungen.

Das Auswärtige Amt verschärfte seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei. dpa

Patriot-Raketenabwehr in der Türkei

Das Auswärtige Amt verschärfte seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei.

Kahramanmaras/BerlinAngesichts der jüngsten Gewalteskalation in der Türkei verstärkt Deutschland den Schutz für seine dort stationierten Bundeswehrkräfte. Das Bundesverteidigungsministerium teilte mit, dass die Sicherheitsmaßnahmen für die 260 Soldaten erhöht worden seien, die nahe der Grenze zu Syrien über das Raketenabwehrsystem „Patriot“ wachen. Nach Einschätzung des Kommandeurs, Oberst Michael Hogrebe, besteht aktuell aber keine konkrete Bedrohung.

In Abstimmung mit dem türkischen Kommandeur der Kaserne, in der die Deutschen stationiert sind, habe die Bundeswehr Vorsichtsmaßnahmen ergriffen „für den unwahrscheinlichen Fall, dass ...“, sagte Hogrebe der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf einen möglichen Anschlag. Die türkischen Streitkräfte hätten nach nach dem Sprengstoffanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Suruc - etwa 160 Kilometer Luftlinie vom Bundeswehrstandort entfernt - und einem Grenz-Zwischenfall in etwa 120 Kilometer Entfernung ohnehin ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Türkei

Einwohner

74,7 Millionen

Staatsform

parlamentarische Republik

Staatschef

Abdullah Gül

Besonderheiten

Dynamische Außenpolitik einer selbstbewussten Regionalmacht.

„Wir sind in der Bevölkerung hochwillkommen“, sagte Hogrebe in einem Telefoninterview vom Standort in der Stadt Kahramanmaras rund 100 Kilometer nördlich der syrischen Grenze. „Gleichwohl, die berühmte hundertprozentige Sicherheit, die man gern immer hätte, gibt es nun mal leider nicht.“

„Anders als in der jüngeren Vergangenheit werden wir jetzt erstmal auf absehbare Zeit nur noch zu dienstlichen Zwecken die Kaserne verlassen - wenn, dann in Zivil“, sagte Hogrebe weiter. Auch Fahrten seien vorerst beschränkt worden.

Das Auswärtige Amt verschärfte seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei. „Bei Reisen über Land wird zu besonderer Umsicht und Vorsicht geraten. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf mögliche Anschläge auf die U-Bahn und Bushaltestellen in Istanbul“, hieß es am Mittwoch auf der AA-Internetseite.

Die türkische Luftwaffe war in der vergangenen Woche nach dem blutigen Anschlag in Suruc erstmals militärisch gegen die Terrormiliz IS in Syrien vorgegangen, die Ankara als Urheber des Anschlags betrachtet. Inzwischen werden vor allem Luftschläge gegen Kurden gemeldet - trotz internationaler Appelle zur Mäßigung. Eine 2013 ausgerufene Waffenruhe war von der PKK und der Türkei für nichtig erklärt worden.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wilfried Runft

30.07.2015, 15:24 Uhr

Es stellt sich tatsächlich die Frage, welchen Sinn es macht, dt. Bodentruppen mit Luftabwehrraketen in der Türkei zu stationieren, nachdem Erdogan anscheinend nichts unversucht lässt, kriegerische Auseinandersetzungen eskalieren zu lassen. Ich sehe schon die nächste Flüchtlingswelle auf uns zurollen...

Herr Old Harold

30.07.2015, 15:36 Uhr


Hoffen wir also, dass die Türken unsere Soldaten gut beschützen, wenn der IS kommt, um sich die Raketen-Abwehrsysteme zu holen.

Herr jochen schmidt

30.07.2015, 15:50 Uhr

Warum holt man die deutschen Soldaten nicht sofrt zurück?
Es ist kein Kriegsfall für die NATO, also was sollen die da?
Hat es der Baracken-Erbarmer angeordnet, um seinem Islam-Freund Rezeptfrei Erdowahn
hilfreich und kostenfrei zu helfen?
Wer bezahlt denn diesen militärischen Schwachsinn?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×