Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.07.2014

10:25 Uhr

Schutz vor Spionage

NSA-Ausschuss will Schreibmaschine verwenden

Altbewährt, analog und unhackbar: Mit Uralt-Technologie könnte sich der NSA-Ausschuss gegen Spionage schützen. Man erwäge, eine Schreibmaschine statt Computer einzusetzen, sagte der Ausschussvorsitzende Patrick Sensburg.

Sicherer als jede Verschlüsselung: Eine analoge Schreibmaschine kann nicht gehackt werden. ap

Sicherer als jede Verschlüsselung: Eine analoge Schreibmaschine kann nicht gehackt werden.

BerlinDer Untersuchungsausschuss des Bundestages zur NSA-Ausspähaffäre hat alle Hände voll zu tun, um seine eigene Arbeit abhörsicher zu gestalten. „Wir müssen natürlich versuchen, unsere interne Kommunikation sicher zu halten, verschlüsselte E-Mails senden, Krypto-Telefone nutzen und andere Dinge, die ich jetzt hier natürlich nicht sage“, erklärte der Ausschussvorsitzende Patrick Sensburg (CDU) am Montag im ARD-Morgenmagazin. Selbst über die Nutzung einer Schreibmaschine anstatt von Computern habe man schon nachgedacht. „Tatsächlich haben wir das - und zwar eine nicht-elektronische Schreibmaschine“, antwortete er auf eine entsprechende Frage.

Dass zuletzt von US-Außenminister John Kerry im Streit mit den USA über Spionage- und Ausspähaktionen von US-Diensten in Deutschland etwas moderatere Töne angeschlagen wurden, begrüßte Sensburg. „Moderate Töne sind richtig und auch wichtig“, sagte er. Man müsse im Gespräch bleiben und gemeinsam nach Lösungen suchen. Der CDU-Politiker unterstrich zugleich: „Aber es muss sich natürlich etwas ändern. Das, was wir hier erleben, kann nicht weiter so stattfinden.“ Die Bürgerinnen und Bürger bis hin zur Bundeskanzlerin auszuspionieren, das gehöre nicht zum freundschaftlichen Umfang miteinander. „Ich glaube, das ist auch nicht im Interesse der Amerikaner, was wir hier erleben.“

Die Entwicklung der NSA-Spähaffäre in Deutschland

6.-7. Juni

„Guardian“ und „Washington Post“ berichten über das geheime Überwachungsprogramm „Prism“, mit dem der US-Geheimdienst NSA auf Serverdaten großer Internetkonzerne wie Google, Facebook oder Microsoft zugreife - und damit potenziell auch auf Daten deutscher Bürger. Quelle der Enthüllungen ist Snowden, der seitdem auf der Flucht vor der US-Justiz ist.

10.-11. Juni

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt vor einer „möglichen Beeinträchtigung von Rechten deutscher Staatsangehöriger“.

19. Juni

Beim Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin mahnt Merkel eine „Verhältnismäßigkeit“ der Mittel an. Obama versichert, die US-Geheimdienste würden nicht normale E-Mails „von deutschen, amerikanischen oder französischen Bürgern durchwühlen“.

30. Juni

Der „Spiegel“ berichtet, die NSA sammle in Deutschland monatlich rund 500 Millionen Daten aus Telefon- und Internetverbindungen von Bundesbürgern. Auch die EU werde gezielt ausspioniert.

7. Juli

Snowden beschuldigt den Bundesnachrichtendienst (BND) im "Spiegel", schon seit langem mit der NSA zusammenzuarbeiten.

12. Juli

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) spricht in Washington mit US-Regierungsvertretern. Oppositionspolitiker kritisieren dies als reine „Symbolpolitik“, eine Aufklärung fehle.

17. Juli

Der BND weist den Vorwurf zurück, dass die Bundeswehr seit Jahren Kenntnis von „Prism“ habe.

21. Juli

Der Verfassungsschutz räumt ein, das NSA-Schnüffelprogramm „XKeyscore“ einzusetzen - nur zu Testzwecken und in beschränktem Umfang. Das Programm soll in 30 Tagen bis zu 41 Milliarden Datensätze von Internet-Nutzern speichern können.

25. Juli

Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) weist Vorwürfe gegen deutsche Dienste im Parlamentarischen Kontrollgremium (PKG) zurück. Es seien im Zusammenhang mit einem Entführungsfall nur zwei Datensätze an die USA übermittelt worden. Union und FDP machen die frühere rot-grüne Bundesregierung dafür verantwortlich, dass nach dem 11. September 2001 die Geheimdienstzusammenarbeit mit den USA deutlich ausgeweitet wurde.

29. Juli

Der „Spiegel“ druckt ein Dokument Snowdens, wonach zwei Datensammelstellen („Sigads“) im Dezember 2012 etwa 500 Millionen Daten aus Deutschland abgegriffen hätten.

2. August

Eine Kooperationsvereinbarung von 1968 mit den britischen und US-Geheimdiensten wird außer Kraft gesetzt, wenige Tage später auch eine Vereinbarung mit Frankreich. Sie gewährte den West-Alliierten geheimdienstliche Sonderrechte zum Schutz ihrer Truppen.

3.-4. August

Der BND bestätigt, dass er Metadaten an die NSA übermittelt, personenbezogene Daten von Deutschen aber nur „im Einzelfall“. Die Kooperation diene der Auslandsaufklärung in Krisengebieten. Hinter den „Sigads“ vermutet er Datenerhebungsstellen in Bad Aibling und Afghanistan.

7. August

Laut Vize-Regierungssprecher Georg Streiter deutet vieles darauf hin, dass der BND selbst annähernd 500 Millionen Datensätze aus Deutschland an die NSA weitergab.

10. August

Der BND weist den Vorwurf zurück, mit den an die NSA übermittelten Daten Beihilfe zu gezielten Tötungen durch US-Drohnen zu leisten.

12. August

Pofalla erklärt die NSA-Affäre für beendet. Nach einer erneuten Aussage vor dem PKG hebt er mit Verweis auf schriftliche Versicherungen aus den USA und Großbritannien hervor, die Vorwürfe des flächendeckenden Ausspähens in Deutschland durch die Geheimdienste seien „vom Tisch“.

18. August

Die Bundeskanzlerin sieht im ZDF alle aufgeworfenen Fragen zur Spähaffäre als „geklärt“ an. Merkel verteidigte auch Pofalla gegen SPD-Vorwürfe der Verschleierung.

23. Oktober

Die Bundesregierung teilt mit, dass Merkels Mobiltelefon möglicherweise vom US-Geheimdienst überwacht wurde. Merkel habe in einem Telefonat mit Obama klargestellt, dass sie solche Praktiken „unmissverständlich missbilligt und als völlig inakzeptabel ansieht“.

Sensburg plädierte dafür, mehr für die Spionageabwehr in Deutschland zu tun. Dafür spreche allein schon, dass deutschen Unternehmen und damit der deutschen Volkswirtschaft insgesamt jährlich Schäden in Höhe von acht Milliarden Euro durch Spionage von Auslandsdiensten entstünden.

Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, in der deutschen Regierung spionierten mehr als ein Dutzend Mitarbeiter für den US-Geheimdienst CIA. In der vergangenen Woche waren zwei mutmaßliche US-Spione enttarnt worden. Daraufhin hatte die Bundesregierung den Repräsentanten der US-Geheimdienste in Deutschland aufgefordert, das Land zu verlassen.

Von

rtr

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

... derGloeckner

14.07.2014, 10:55 Uhr

WICHTIG !

Diese - Facebook – Twitter – g+ – Like Botton
(Gefällt mir, Folgen, g+)

- MÜSSEN gesondert deaktiviert werden! -

Klicken SIE (auf der rechten Seite unter „Folgen auf Handelsblatt:“)
das (Einstellungen) Zahnrädchen an und entfernen SIE die Kreuze
aus den drei Kästchen ! (bei eingeschalteten Cookies)

Sonst sind SIE über IHRE Facebook, Twitter, g+ Konten
als Nutzer Namentlich bestimmbar.
(SIE MÜSSEN die *aktive* Spionage-Software erst deaktivieren!)

als Eine von nur einzelnen OnlineMedien (< ½ Dutzend/ im DE Internet) verdeutlicht >Handelsblatt.de< das einstehen für Bürgerrechte, Freiheit und Datenschutz,
ein (WEST;-) Exzellent !!

so hat >Handelsblatt.de< den Vorgaben des Polizei-/Überwachungsstaates
durch eine Sonderlösung die Stirn geboten und stehen damit
für die Bürgerrechte im Land ein!
BRAVO!!

EIN großes Lob für die Bürgerrechte & Freiheit
gehört an die Verlagsgruppe (Düsseldorf) Handelsblatt.de!

– "Handelsblatt.de for Präsident!" –

dazu mehr
hier:
http://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html


Herr peter Spirat

14.07.2014, 11:47 Uhr

---@ ... derGloeckner

mal im Ernst, was haben sie eigentlich geraucht ? Oder meinen sie im Ernst, dass man sich ihren Post wirklich durchliest??

Prost

Herr Günther Schemutat

14.07.2014, 12:50 Uhr

Außenminister Kerry brachte es auf den PunkT: Mit Deutschland besteht eine strategische Partnerschaft und sonst nichts. Nach 2001 wurde die Freundschaft beendet mit solchen Leuten geht man nur Gefahr für das eigene Leben ein

Deutsche Politiker sehen dagegen immer noch eine Freundschaft mit Amerika aber wann haben die schon mal etwas richtig erkannt oder hatten Visionen. Die Wiedervereinigung wurde ja auch von den meisten Politikern als Utopie gesehen.

Das ein hochmodernes Land wieder auf Schreibmaschinen zurück greifen will, zeugt von unfassbarer Unfähigkeit und Merkel sollte komplett zurück treten auch wenn die Nachfolger noch schlimmer überwacht werden , weil ROT/GRÜN 2001 die Verantwortung der Sicherheit inne hatten.

Nach dem Anschlag tanzten Muslime auf Deutschlands Strassen und feierten den Anschlag und die Tausende von Toten.

Kein Amerikanischer Politiker wird jemals Deutsche Politiker ohne Aufsicht lassen.

Nicht einmal ein Denkmahl gibt es in Hamburg oder Berlin wo sonst Deutschland mit Denkmählern zugepflaster ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×