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23.12.2013

09:49 Uhr

Schwache Nachfrage

Exporteure müssen Preise senken

Die Ausfuhrpreise sind im November um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen – das sind die stärksten Preissenkungen seit vier Jahren. Verantwortlich dafür ist die schwache Nachfrage für deutsche Exporte.

Die schlappe Weltkonjunktur hat auch Vorteile für die deutschen Unternehmen. Viele Vorleistungen und Rohstoffe können billiger eingekauft werden. dpa

Die schlappe Weltkonjunktur hat auch Vorteile für die deutschen Unternehmen. Viele Vorleistungen und Rohstoffe können billiger eingekauft werden.

BerlinDie weltweit schwache Nachfrage zwingt die deutschen Exporteure zu den stärksten Preissenkungen seit vier Jahren. Die Ausfuhrpreise fielen im November um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im November des Krisenjahres 2009 mit 1,7 Prozent.

Hauptgrund ist die schwächelnde Weltkonjunktur, die die Unternehmen zu Preiszugeständnissen zwingt. So fielen die deutschen Exporte von Januar bis Oktober um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für 2014 zeichnet sich aber Besserung ab: Das Ifo-Institut rechnet mit einem Wachstum von fast sechs Prozent.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Die schlappe Weltkonjunktur hat auch Vorteile für die deutschen Unternehmen. Viele Vorleistungen und Rohstoffe können billiger eingekauft werden. Die Importpreise fielen im November 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Da die deutschen Warenexporte zu mehr als 40 Prozent aus zuvor importierten Teilen besteht, drückt das die Kosten spürbar.

Von

rtr

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