Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.06.2011

14:00 Uhr

Schwarz-gelbe Regierung

Rösler beklagt Umgangsformen in der Koalition

Die Umgangsformen in der schwarz-gelben Koalition lassen zu wünschen übrig - das hat nun auch FDP-Chef Rösler eingeräumt. Derweil erntet die Union für die Energiewende Lob von unerwarteter Seite.

Das schlechte Verhältnis der schwarz-gelben Koalitionspartner ist offensichtlich. Quelle: Reuters

Das schlechte Verhältnis der schwarz-gelben Koalitionspartner ist offensichtlich.

BerlinDie schwarz-gelbe Koalition ist weiterhin in der Dauerkrise. Bundeswirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp Rösler beklagte sich in der „Welt am Sonntag“ über schlechte Umgangsformen im vormaligen Wunschbündnis. „Unser Arbeitsstil in dieser Koalition muss anständig und verlässlich sein“, sagte er.

Mit Blick auf einen in den Medien kolportierten bissigen Wortwechsel mit Merkel sagte der Vizekanzler: „Ich habe Vertrauen, dass die Kanzlerin in ihren Reihen künftig für Professionalität sorgen kann.“ Zudem habe Merkel am Mittwochabend in der FDP-Fraktion „diese Durchstecherei und obendrein noch Falschdarstellung mit deutlichen Worten kritisiert und gesagt, dass so etwas nicht vorkommen darf - womit sie völlig Recht hat“.

Medien hatten berichtet, dass Rösler während der entscheidenden Gespräche zum Atomausstieg auf seinem Handy getippt habe und von Merkel daraufhin mit den Worten ermahnt worden sei: „Sie brauchen mir keine SMS zu schicken, Sie können direkt mit mir reden.“ Medienberichten zufolge ist das Verhältnis zwischen Rösler und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bereits zerrüttet.

Auch bei den Wählern hat die FDP unter der neuen Führung Röslers keine Trendwende erreicht. Im aktuellen Sonntagstrend der Zeitung „Bild am Sonntag“ kommen die Freidemokraten nur auf vier Prozent, das ist ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Damit würden sie bei Bundestagswahlen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

CSU-Chef Horst Seehofer zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass Union und FDP die Energiewende gemeinsam hinbekommen. Er kündigte an, dass sich Rösler dann auf das „Du“-Angebot einstellen könne. Der bayerische Ministerpräsident sagte der „Leipziger Volkszeitung“: „Ich bin da ein altmodischer Mensch. Das Du fällt mir dann leicht, wenn man in der Politik gemeinsam ein gutes Gesellenstück abgeliefert hat.“ Und das sei jetzt die Atomwende.

„Wenn wir die ordentlich gewuppt haben, das werden wir tun, dann wäre das so ein Anlass.“ Mit Röslers Vorgänger Guido Westerwelle war Seehofer nach den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen per Du.

Derweil lässt der geplante Atomausstieg der Bundesregierung die Grünen über Koalitionen mit der Union nachdenken. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte im „Tagesspiegel am Sonntag“: „Die Verlängerung der Laufzeiten hat unüberbrückbare Gräben aufgerissen, die werden nun wieder eingeebnet.“

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MIRO

12.06.2011, 15:36 Uhr

...schaut euch bloß die zwei Gesichter an, das sagt so zimlich alles über den Zustand unserer Regierung aus.
Unfähigkeit, fehlender Willen, Ratlosigkeit,alles läßt sich
interpretieren. Nur, daß das Land langsam aber sicher immer mehr den Bach hinuntergeht, interesiert hier keinen der Akteure.

Nachwuchs

12.06.2011, 19:03 Uhr

Gehört es zum Umgangston, die eigenen Bürger zu verachten und auszuplündern???

Thomas-Melber-Stuttgart

12.06.2011, 19:25 Uhr

Herr Rösler hat sich ja nicht über den Umgang der Politik mit dem Bürger beklagt, das hält er wohl für in Ordnung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×