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25.11.2013

07:21 Uhr

Schwarz-Grün in Hessen

Al-Wazir hat keine Angst vor einer Zerreißprobe

Es könnte etwas Neues entstehen, wenn Union und Grüne erstmals in einem Flächenland ein Zweierbündnis vereinbaren. In Hessen beginnen am Montag Koalitionsverhandlungen – nachdem der grüne Parteitag sein Okay gegeben hat.

Schwarz-grüne Koalition in Hessen

"Wir hätten im Traum nicht daran gedacht"

Schwarz-grüne Koalition in Hessen: "Wir hätten im Traum nicht daran gedacht"

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WiesbadenMit einer Gesprächsrunde in Wiesbaden beginnen an diesem Montag die Koalitionsverhandlungen von CDU und Grünen in Hessen. Für das Treffen sind eineinhalb Stunden eingeplant, anschließend soll es eine gemeinsame Erklärung der Landesvorsitzenden Volker Bouffier (CDU) und Tarek Al-Wazir (Grüne) geben. Es handelt sich um die ersten schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen in der Geschichte des Bundeslandes. Kommt das Bündnis zustande, wäre es das erste in einem deutschen Flächenstaat.

Noch vor Weihnachten soll der Koalitionsvertrag ausgehandelt sein. Am 21. Dezember soll ihn ein Parteitag der Grünen bestätigen. Am 18. Januar tritt der neu gewählte Landtag in Wiesbaden zum ersten Mal zusammen.

Koalition in Hessen: Grüne nehmen Verhandlungsangebot der CDU an

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Schwarz-Grün wird in Hessen zur Option, die Grünen lassen sich auf Koalitionsverhandlungen mit der CDU ein. Für den Bund sei das aber kein Signal. Für die Linkspartei machen die Grünen sich damit zur „Vollkorn-FDP“.

Die hessischen Grünen hatten am Samstag bei einem kleinen Parteitag in Frankfurt/Main mit großer Mehrheit beschlossen, ein Gesprächsangebot der CDU anzunehmen. Erstmals hatten CDU und Grüne 2008 im Stadtstaat Hamburg eine Landesregierung gebildet das Bündnis zerbrach aber 2010.

Der hessische CDU-Chef, Ministerpräsident Volker Bouffier, begrüßte am Wochenende die Entscheidung der Grünen. Ziel sei „eine stabile und verlässliche Regierung für die kommenden fünf Jahre“. Die hessische CDU-Spitze hat Zugeständnisse beim Reizthema Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet angekündigt. Al-Wazir sagte, sollte ein Koalitionsvertrag zustande kommen, werde es deutlich mehr Lärmschutz geben.

Bei erfolgreichen Verhandlungen rechnet der Grünen-Landeschef mit Zustimmung: „Wenn die Ergebnisse gut sind, kann man die Menschen auch überzeugen.“ Angst vor einer Zerreißprobe für seine Partei habe er nicht. CDU und Grüne hatten sich im Wahlkampf heftig beharkt. Doch in den vier Sondierungsrunden gelang Al-Wazir und Bouffier bei mehreren Themen eine Annäherung – darunter Bildungsfragen sowie die Verkehrs- und Haushaltspolitik.

In den Bundesverbänden beider Parteien gab es positive Reaktionen auf die hessischen Koalitionspläne. Dennoch äußerten sowohl Unions-Politiker als auch Grüne Zweifel, ob ein solches Bündnis im Bund derzeit Chancen hat. So sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe in der „Bild am Sonntag“: „Nach den Sondierungsgesprächen mit den Grünen kann ich nur davor warnen zu glauben, mit den Grünen wäre es leichter, ein Regierungsprogramm zu vereinbaren.“

Von

dpa

/ Wiesbaden

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

25.11.2013, 08:31 Uhr

Dann haben wir bald den ersten jemenitischen Länderminister! Welche berufliche Lebenserfahrung bzw. Qualifikation hat eigentlich Herr Al-Wazir? Und in welcher Weise wurde er bei seinem zweijährigen Aufenthalt in Sanaa "geprägt"?

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