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25.03.2014

14:22 Uhr

Schwarz-rote Koalition fordert

Mehr Frauen in Führungsjobs von Firmen und Bund

Verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung: Der Frauenanteil in Führungsetagen großer Unternehmen und im öffentlichen Dienst soll steigen. Die schwarz-rote Koalition will ihn mit gesetzlichen Vorschriften erhöhen.

Ab 2015 soll es verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben. dapd

Ab 2015 soll es verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben.

BerlinDie schwarz-rote Koalition will den Frauenanteil in den Führungsetagen großer Unternehmen und im öffentlichen Dienst durch gesetzliche Vorschriften erhöhen. Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig und Justizminister Heiko Maas (beide SPD) präsentierten am Dienstag in Berlin Leitlinien für die Gesetzespläne. Vorgesehen ist eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent für die Aufsichtsräte von rund 110 voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen ab 2016.

Für die Aufsichtsräte, Vorstände und die oberste Managementebene von weiteren 3500 mitbestimmungspflichtigen oder börsennotierten Unternehmen soll es bereits ab 2015 verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben. Diese sollen auch in den Führungspositionen der Bundesverwaltung, der Gerichte und Unternehmen des Bundes gelten - und ebenso in den Gremien, in die der Bund Vertreter schickt.

Pro Frauenquote

Zu wenige Frauen

In den Führungspositionen der großen Unternehmen in Deutschland sind Frauen immer noch eine kleine Minderheit. In Aufsichtsräten sind sie durchschnittlich etwa zu zwölf Prozent und in Vorständen nicht einmal zu 5 Prozent vertreten.

Freiwillig funktioniert nicht

Die Quoten-Befürworterinnen argumentieren, dass alle Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung der von Männer dominierten Chefetagen den Frauenanteil in den Spitzengremien nicht wesentlich erhöht hat. Sie verlangen, dass Frauen auch dort die im Grundgesetz geschützte gleiche Teilhabe ermöglicht wird.

40 Prozent bis 2020

Ohne eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Quote sehen die Befürworter keine Chance für Gleichberechtigung. Die EU-Kommission strebt bis 2020 europaweit für alle Aufsichtsräte großer Unternehmen eine Frauenquote von 40 Prozent an.

Schwesig sagte: „Viele Jahre wurde diskutiert und debattiert. Doch viel zu wenig ist passiert. Jetzt ist Schluss mit freiwilligen Vereinbarungen, und wir werden das Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen auf den Weg bringen.“ Maas ergänzte: „Wir haben heute die am besten ausgebildeten Frauen überhaupt. Das muss sich endlich auch in den Chefetagen widerspiegeln.“

Contra Frauenquote

Leistung statt Gesetz

Viele Top-Frauen in der deutschen Wirtschaft lehnen eine Quote ab, weil Frauen wegen ihrer Leistung bis an die Spitze der Unternehmen befördert werden wollen - aber nicht, um damit gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.

Angst vor Kuchen

Öffentlich äußern sich dazu Managerinnen oder Aufsichtsrätinnen allerdings selten, weil sie Anfeindungen fürchten - besonders von Frauen. „Es bringt nichts - außer, dass Sie drei Kuchen ins Gesicht bekommen“, sagt eine DAX-Aufsichtsrätin, die namentlich nicht genannt werden möchte.

Förderung durch Vorbilder

Wichtiger als eine vorgeschriebene Frauenquote für Frauen an der Spitze ist aus Sicht der Aufsichtsrätin eine gezielte Frauenförderung auf allen Ebenen des Unternehmens. „Junge Frauen wollen Vorbilder“, sagt sie.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

25.03.2014, 14:52 Uhr

Wenn Ihr Titelbild etwas aussagen soll, dann wohl, daß es auf die Beine ankommt und nicht auf den Kopf und was immer da drin sein mag. Recht so, damit wird das ganze Getöse auch enden.

Account gelöscht!

25.03.2014, 17:11 Uhr

Warum wird nicht die 50%tige IQ-Gleichheit in den Chefetagen gefordert?
Seit meiner Lehrzeit habe ich immer vor "Könnern" (und "Könnerinnen") den Hut gezogen - nie aber für Schwätzer.

Account gelöscht!

26.03.2014, 17:50 Uhr

Sind Sie SPD-Mitglied oder -Anhänger?

Achten Sie doch einmal genau auf das Wording:
"Der Frauenanteil in Führungsetagen großer Unternehmen und im öffentlichen Dienst soll steigen."

Der Punkt ist: "der Frauenanteil soll"

die Formulierung hat zwei kritische Punkte:
1. Es ist eine Soll-Regelung.
2. Es wird von einem Anteil gesprochen.

Wie ist darauf zu reagieren? Ganz einfach die Zahl deren in den Gremien wird hochgesetzt. Es wird vergeblich gesucht und in der Konsequenz nicht besetzt.

Andernorts sagt man: Das kann man sich in die Haare schmieren!

Ihr Einwand war korrekt. Die Regelung ist doch schon unterlaufen, bevor die Tinte trocken ist. Sollen sie sich doch dafür einsetzen, dass in den Ehen 50 % Frauen sein sollen.

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