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12.06.2013

17:12 Uhr

Seehofer stocksauer

CSU-Politiker drohen alter Dame

Wie war das mit Dialog und Transparenz? Nachdem zwei Augsburger CSU-Politiker einer Frau wegen eines Leserbriefes mit juristischen Schritten drohten, kocht nun Parteichef Horst Seehofer.

Zerknirschter Horst Seehofer: Der Umgang seiner Parteikollegen mit einer alten Dame gefällt dem CSU-Chef gar nicht. dpa

Zerknirschter Horst Seehofer: Der Umgang seiner Parteikollegen mit einer alten Dame gefällt dem CSU-Chef gar nicht.

MünchenZwei Augsburger CSU-Politiker haben einer 68 Jahre alten Rentnerin wegen eines missliebigen Leserbriefs mit juristischen Schritten gedroht - und damit den Zorn von Parteichef Horst Seehofer auf sich gezogen. „Beinahe täglich rede ich von Dialog, Transparenz, auf die Bürger zugehen“, klagte Seehofer am Mittwoch am Rande der Landtagssitzung - „und dann schlägt wieder irgendwo der Blitz ein. Mir gefällt das nicht.“

Über den Fall berichtete vergangene Woche zuerst die „Augsburger Allgemeine“, die den Leserbrief der alten Dame abgedruckt hatte. Die Rentnerin - dem Bericht zufolge selbst lange in der CSU aktiv - kritisierte darin den Augsburger CSU-Landtagsabgeordneten Bernd Kränzle.

Anschließend wurde sie von Kränzle und seinem Augsburger CSU-Parteifreund Rolf von Hohenhau per Anwalt aufgefordert, die Äußerung zurückzunehmen. Von Hohenhau ist Präsident des Bundes der Steuerzahler in Bayern. Die Rentnerin ließ sich nicht einschüchtern und wandte sich an die Zeitung. Nach einem Proteststurm nahmen beide CSU-Politiker ihre Forderung zurück. Seehofer kündigte an, der Sache noch nachzugehen.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

12.06.2013, 17:30 Uhr

Herr Seehofer, verzetteln Sie sich nicht zu sehr in Bayern.

Landtagsabgeordnete als Familienbetriebe und nun dieser Fall der älteren Dame, die sich Gott (wird ja in Bayern öfters angerufen) sei Dank nicht einschüchtern ließ.

Aber dies alles ist gar nichts im Vergleich zu der eben durchgegebenen Meldung, dass Mollath noch mindestens 1 Jahr in der Psychiatrie bleiben muß.
Vermutlich kann man aus "juristischen Gründen" gar nichts anderes machen.... (Ironie aus).

am003

12.06.2013, 18:00 Uhr

Was soll man sagen ... Vielleicht ist diese Vorgehensweise, die ureigenste Wesensart der CSU.
Oftmals geht es gut, der Betroffene lässt sich einschüchtern ... manchmal geht es daneben und wird öffentlich, wie hier eben.

Was kann man gegen einen Leserbrief haben ? Vielleicht haben manche ein Problem mit ihrem Demokratieverständnis ?

Hagen

12.06.2013, 18:04 Uhr

Hätten diese beiden "Politprofis" einfach die Klappe gehalten, spräche vermutlich bereits kein Mensch mehr von den Vorwürfen. Schon gar nicht bundesweit. Ganz gleich ob nun berechtigt, oder nicht.

Als Politiker auf Anwälte zurückzugreifen, hat ohnehin in der öffentlichen Wahrnehmung immer den Touch des Erbärmlichen. Es wirkt meist hilflos und obendrein unangemessen.

Überhaupt ist dieses ganze blasierte "Mit-dem-Anwalt-Gedrohe" wie eine aus Übersee eingeschleppte Pest, die wirklich bald ihr Ende finden sollte.

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