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14.02.2015

11:10 Uhr

„Sehr unbefriedigend“

Merkel kritisiert Flüchtlingssituation

Der Flüchtlingsstrom nach Europa reißt nicht ab. Kanzlerin Angela Merkel mahnt jetzt eine gerechte Lastenverteilung in der EU an – und bessere Bedingungen. Flüchtlingshilfe müsse schon viel früher beginnen.

Vor allem die südlichen EU-Mitgliedsstaaten kommen mit der Zahl an Flüchtlingen nicht mehr zurecht. dpa

Vor allem die südlichen EU-Mitgliedsstaaten kommen mit der Zahl an Flüchtlingen nicht mehr zurecht.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht angesichts des derzeitigen Zuzugs vieler Flüchtlinge Handlungsbedarf auf europäischer Ebene. Die Situation sei „sehr unbefriedigend“, sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Video-Podcast. Europa müsse „den Flüchtlingen dort, wo sie ankommen, vernünftige Bedingungen bieten“, sagte sie.

Dabei müsse auch eine „Fairness zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union entwickelt“ werden. Damit spielte die Kanzlerin auf die Diskussion um die Lastenverteilung in der EU an, wo manche Länder sehr viel mehr Flüchtlinge aufnehmen als andere.

Gleichzeitig gelte es, in den Herkunftsländern die Fluchtursachen zu bekämpfen, sagte Merkel. Deshalb sei es wichtig, für politische Stabilität zu sorgen: „Wir müssen durch Entwicklungshilfe, durch politische Kooperation, auch durch Unterstützung der Afrikanischen Union versuchen, die Fluchtursachen einzudämmen.“

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Die Kanzlerin ging auch auf die Kritik von Papst Franziskus ein, der Europa eine Abschottungshaltung gegenüber Flüchtlingen vorwirft. „So eine Kritik wiegt natürlich schwer“, sagte sie. Der Papst empfängt die Kanzlerin am kommenden Samstag im Vatikan.

Sie freue sich über die Möglichkeit, mit Franziskus über die Agenda für den in Deutschland geplanten Gipfel der sieben großen Industriestaaten (G7) zu sprechen, sagte Merkel. Der Papst interessiere sich für Themen wie Armutsbekämpfung, Klimaschutz und Gesundheit, die im Rahmen der G7 besprochen werden.

Von

afp

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