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23.08.2013

06:17 Uhr

„Sehr unsoziale Positionen“

Gysi greift die AfD frontal an

VonDietmar Neuerer

ExklusivLinksfraktionschef Gysi hofft, dass die AfD den Einzug in den Bundestag verpasst. Dass die Griechen-Krise der Partei Auftrieb gibt, glaubt er nicht. Auch die SPD wird aus einer Sicht nicht von dem Thema profitieren.

Gregor Gysi, Fraktionschef der Partei Die Linke: Harte Kritik an der AfD und der SPD. dpa

Gregor Gysi, Fraktionschef der Partei Die Linke: Harte Kritik an der AfD und der SPD.

BerlinDer Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, hat die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) scharf angegriffen. „Die AfD vertritt sehr unsoziale Positionen. Da sitzt einer im Vorstand, der will durchsetzen, dass allen, die Sozialleistungen beziehen, das Wahlrecht entzogen wird“, sagte Gysi Handelsblatt Online. „Das ist doch eine abstruse Forderung. So jemanden möchte ich nicht im Bundestag haben.“

Gysi spielt auf Äußerungen des AfD-Gründungsmitglieds Konrad Adam an. Als Kolumnist der Zeitung „Die Welt“ hatte Adam 2006 Überlegungen zur Aberkennung des Wahlrechts für „Inaktive und Versorgungsempfänger“ angestellt.

Gysi geht nicht davon aus, dass die AfD durch die aktuelle Griechenland-Debatte zusätzlichen Auftrieb bekommt, um in den Bundestag einzuziehen. „Die AfD bekommt die Wende nicht mehr hin.“ Die Partei wolle raus aus dem Euro. „Und ich bin überzeugt, dass die Bürger diesen Weg für falsch halten. Ich halte das ja auch für den falschen Weg“, betonte Gysi.

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Zukunft des Euro

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

Neue Währungen

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

Europäische Verträge

Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

Austrittsrecht

Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

Lasten für den Steuerzahler

Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

Schuldenschnitte

Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

EZB-Politik

Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Der Linksfraktionschef glaubt auch nicht, dass die SPD mit Griechenland wird punkten können. Die SPD sei in dieser Frage nicht besonders glaubwürdig. „Sie mault rum und kritisiert den Sozialabbau in Griechenland. Dabei wusste sie bei jedem Euro-Rettungsschirm, dass das damit verbunden ist“, sagte Gysi. Und trotzdem habe sie immer zugestimmt. „Da hätte die SPD mal Opposition sein und dagegen stimmen müssen.“

Kommentare (123)

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Account gelöscht!

23.08.2013, 06:34 Uhr

Da muß ja die Angst sehr groß sein, daß die AfD die 5% Hürde überspringt. Nicht nur bei den Linken, sondern querbeet bei allen Parteien.
Denke aber, der deutsche Michel mault rum, und ihm stinken die Griechenlandhilfen immens, und er macht trotzdem als dummes Stimmvieh wieder seine üblichen 2 Kreuzchen bei den etablierten Parteien.
Die "Volksparteien" wissen dich sehr genau, daß sie machen können, was sie wollen, ohne Wahlkonsequenzen befürchten zu müssen.
In den deutschen Köpfen ist bisher noch nicht angekommen, daß die Deutschen systematisch ausgeplündert werden und die Sparguthaben real immer mehr sinken.

Account gelöscht!

23.08.2013, 06:34 Uhr

Die Angst vor Stimmverlusten an die AfD scheint allerorten immer größer zu werden, wenn man schon zu Mitteln, wie übler Nachrede, Verleumdung etc. greifen muss...;-)

Henry

23.08.2013, 06:37 Uhr

Alle gemeinsam gegen den Einzigen der das Richtige tun will! Es wird euch nicht gelingen die Bürger einzulullen!

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