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13.10.2012

10:21 Uhr

Seit der Jahrtausendwende

Rentner verlieren an Kaufkraft

Seit der Jahrtausendwende haben die Rentner ein Fünftel ihrer Kaufkraft verloren. Grund dafür ist, dass die Renten kaum gestiegen sind – die Preise hingegen deutlich. Die Linken fordern einen Stopp der „Abwärtsspirale“.

Die Kaufkraft der Rentner in Deutschland ist seit 2000 um ein Fünftel gesunken. ddp

Die Kaufkraft der Rentner in Deutschland ist seit 2000 um ein Fünftel gesunken.

ErfurtDie Rentner in Deutschland haben seit der Jahrtausendwende rund ein Fünftel ihrer Kaufkraft verloren. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, aus die „Thüringer Allgemeine“ am Samstag zitierte. Demnach sank die Kaufkraft der Rentner im Osten um knapp 22 Prozent, im Westen um rund 17 Prozent.

Die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge nach Abzug aller Sozialbeiträge lagen den Angaben zufolge in den alten Bundesländern zuletzt bei 1062 Euro und in den neuen Ländern bei 1047 Euro. Damit stiegen die Auszahlbeträge absolut in den alten Ländern seit dem Jahr 2000 um 17 Euro, während sie im Osten um 23 Euro sanken. Gleichzeitig stieg im selben Zeitraum der Verbraucherpreisindex aber um etwa 20 Prozent an. Dies erklärt den großen Kaufkraftverlust von 17 beziehungsweise 22 Prozent.

Linken-Parteichef Bernd Riexinger kritisierte wegen der Entwicklung die Bundesregierung. Die „Abwärtsspirale bei den Renten“ müsse gestoppt werden, sagte er der Zeitung. „Vor allem im Osten droht eine Lawine der Altersarmut.“ Die Renteneinheit müsse schrittweise bis 2017 kommen, forderte Riexinger.

Von

afp

Kommentare (10)

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SabineM

13.10.2012, 10:43 Uhr

Dass aber auch die arbeitenden Leute an Kaufkraft verlieren sagt niemand.

Peligro

13.10.2012, 10:47 Uhr

Die Zahlen sind falsch, denn diese Auskunft, die die Bundesregierung als Antwort auf eine Anfrage der Linken gegeben hat, basiert auf den Inflationszahlen des Statistischen Bundesamtes ( Destatis). Diese wiederum basieren angeblich auf den Verbrauchsgewohnheiten der gesamten Bevölkerung (einfach "Warenkorb" googeln). Dieser Warenkorb wiederum stammt aus dem Jahr 2005 und trifft, heute, fünf Jahre später, überhaupt nicht mehr zu (ich habe bei Destatis zurückgefragt, warum er nicht aktualisiert wird).
Das wirklich Kernproblem aber ist die Tatsache, dass auf Rentner mit ihrem sehr niedrigen Einkommen und den entsprechend anderen Verbrauchgewohnheiten ein ganz anderer Warenkorb zutrifft als auf den Durchschnitt der Bevölkerung, so dass ihre echten Verluste ungefähr doppelt so hoch sind, wie jetzt behauptet wird.

Ansonsten ist anzumerken, dass das tatsächliche deutsche Rentenniveau in Deutschland schon jetzt mit 39,9 Prozent des letzten Einkommens eines der niedrigsten in der OECD ist; schlechter stehen nur der UK und Irland dar.

Account gelöscht!

13.10.2012, 11:36 Uhr

+++ Der kollektive Betrug mit den OST-Renten +++
Die durchschnittlichen Rentenanwartschaften in den neuen Bundesländern sind von 1992 bis 2010 um 26,5% gesunken. Das berichtete die Leipziger Volkszeitung am Mittwoch unter Berufung auf Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums. In einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Linke wies der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Storm aber auch darauf hin, dass der durchschnittliche Zahlbetrag für die Rentner im selben Zeitraum um gut 70% gestiegen sind. Der Durchschnittswert liege mit 850.- € im Osten deutlich über dem entsprechenden Westwert von 713.- €. Kein Witz, sondern bittere Realität.
Vielfach unterschlagen ist der Bonus, welcher über die Wiedervereinigung vergeben wurde, als man blind, sog. Anrechnungspunkte in bare Münze umrechnete, auszahlte was wiederum andere verdienten und für die Berechnungsgrundlage lediglich auf Quantität und weniger Qualität wert legte. Da wurden Rentenpunkte angerechnet, welche sich lediglich auf Anwesenheit, vielmals jedoch auch nur zusammengelogene Ansprüche bezogen (passiert übrigens heute noch bei "Nachberechnungen") und eben nicht auf das, was tatsächlich an Rentenzahlungen eingezahlt wurde.
Mein Mitleid mit Leuten, welche sich nicht mehr darauf verlassen können, für Phantasieansprüche gewürdigt zu werden, ist dementsprechend gering. Wer mir jedoch wirklich leid tut, das ist die Generation, welche diesen Leuten weiter Rentenbeiträge als (unverdiente) Rente ins Körbchen legt und dabei selbst sehenden Auges dazu verdammt ist, mehr oder weniger selbst leer auszugehen. Sicher, das könnte man wieder als das Ende alle Solidarität bejammern, für mich sähe es bei momentanen Zuständen jedoch eher als das Ende von parasitärem Abschöpfen aus.

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