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07.01.2010

22:45 Uhr

Selbst FDP-Wähler

Deutsche wollen keine Steuersenkungen

Das Wahlvolk will keine Geschenke: Für eine Mehrheit der Deutschen sind Steuersenkungen im kommenden Jahr entbehrlich. Damit läuft eine der Kernforderungen der FDP ins Leere. Sogar die eigenen Anhänger pochen nach den aktuellen Zahlen des ARD -"Deutschlandtrend" nicht auf Einhaltung des liberalen Wahlversprechens.

Geschenk unerwünscht: Die Deutschen wollen mehrheitlich keine Steuersenkung. dpa

Geschenk unerwünscht: Die Deutschen wollen mehrheitlich keine Steuersenkung.

HB BERLIN. Die Mehrheit der Bundesbürger ist laut einer Umfrage nicht für Steuererleichterungen im Rahmen einer umfassenden Steuerreform 2011. Im ARD -"Deutschlandtrend" sprachen sich 58 Prozent der Befragten gegen die Pläne der schwarz-gelben Bundesregierung aus, 38 Prozent dafür. Selbst unter den Anhängern der FDP, die sich vehement für eine Steuerreform einsetzt, sind 53 Prozent gegen Steuersenkungen ab 2011, nur 43 Prozent dafür, ergab die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD -"Tagesthemen".

Am größten ist die Ablehnung der schwarz-gelben Steuerpläne mit 69 Prozent unter den Besserverdienern (Haushaltseinkommen von 3000 Euro netto und mehr pro Monat). In Haushalten dagegen, in denen weniger als 1500 Euro netto zur Verfügung stehen, finden sich mit 49 Prozent die meisten Befürworter für Steuersenkungen ab 2011.

Die Zufriedenheit der Bürger mit der Bundesregierung hat im Vergleich zum Vormonat abgenommen. Nur noch 28 Prozent der Befragten sind sehr zufrieden oder zufrieden mit der Regierung (minus 5 Punkte). Weniger oder gar nicht zufrieden dagegen sind 67 Prozent (plus 7). 82 Prozent sind der Meinung, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "müsse die politische Richtung der Bundesregierung klarer vorgeben". 66 Prozent finden, die Koalitionsparteien seien "zerstritten" und hätten "keinen gemeinsamen Kurs".

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die Union um einen Punkt auf 36 Prozent zulegen. Die FDP käme mit 11 Prozent (minus 1) auf das niedrigste Ergebnis seit der Bundestagswahl vom September. Die SPD erreicht 25 Prozent (plus 1). Grüne (12 Prozent) und Linke (10 Prozent) verlieren je einen Prozentpunkt.

Für die allgemeinen Themen wurden 1000 wahlberechtigte Bundesbürger am 4. und 5. Januar telefonisch befragt, für die Sonntagsfrage vom 4. bis 6. Januar 1500 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz beträgt 1,4 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 5 Prozent bis 3,1 Punkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent.

Kommentare (12)

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ers

08.01.2010, 08:03 Uhr

Wenn man überhaupt keine Steuern zahlt, sinkt das interesse an einer Steuersenkung. Wieviele, die keine Steuersenkung wollen, zahlen überhaupt Steuern? Fragen Sie doch mal nach der Meinung von Steuerzahlern.

Thomas

08.01.2010, 08:15 Uhr

natürlich will jeder Steuersenkungen und natürlich ist es klar, das die Geringverdiener das am liebsten gleich wollen. bleibt doch vom brutto zu wenig übrig, bei unseren hohen Steuern. in anderen Ländern ist doch Arbeit durch weniger Steuern viel billiger.

Aber wenn Steuersenkung, dann ehrliche und nicht durch Schulden und Umschichtungen, die garantiert nichts bringen. Dazu sollte sich die Gier unserer Staatslenker auch ein wenig zügeln. Keine Prestigobjekte und versteckte Subventionen (z.b. impfungen) mehr. Mit den eingesparten Geldern Schulden tilgen, danach ehrliche und langfristige Steuersenkungen.

Statistikfälscher

08.01.2010, 08:29 Uhr

Da muss man doch lachen!

WEN haben denn die Umfrager hier befragt?

Sollen Sie doch mal nicht die paar alten Leute mit Telefonnummer im Telefonbuch befragen, sondern auch die jungen, die nur noch per Handy, Facebook und Email oder auch internetumfragen erreichbar sind!

Die Generation der Geburtsjahrgänge 1970-80 wollen hier weder leben noch diese horrenden Steuern bezahlen, deswegen wandern wir auch alle aus.

Von meiner Abschlussklasse mit immerhin 36 Leuten sind noch 12 im Land. Das sagt doch schon alles.

ich habe FDP gewählt, damit die etwas verändern und vor allem vereinfachen. Und mein lieber Herr Westerwelle - ich sehe zwar, dass Sie kämpfen, aber Ergebnisse zählen. FDP wird bei der nächsten Wahl wieder weg sein. Da bin ich ziemlich sicher.

MfG

Einer, der Steuererleichterungen und Subventionsabbau will.

Finanzierbar ist das nämlich gaaaaanz locker - es ist Geld im Überfluss da, wird nur den Lobbyisten in den A**** geschoben. Der kleine Mann sollte sich langsam eine Lobby, die die Politik eigentlich sein sollte, zulegen. Die Gewerkschaften sind es auch nicht - sonst würde es schon längst einen Generalstreik in Deutschland geben, damit Steuern gesenkt würden. Dann ging das ganz schnell, wenn alle Verdi-Mitarbeiter 4 Wochen gleichzeitig streiken würden - es gäbe nichts mehr in diesem Land zu kaufen...

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