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18.09.2011

21:01 Uhr

Sensationssieg

Berliner Piraten sind jetzt „klar zum ändern“

Die Piratenpartei schafft in Berlin die Sensation und zieht erstmals in Deutschland in ein Landesparlament ein. Mit Slogans wie „Klarmachen zum ändern“ wurden die Piraten bekannt, doch was wollen sie politisch?

Ein Wahlplakat der Piratenpartei im Berliner Stadtteil Friedrichshain. dpa

Ein Wahlplakat der Piratenpartei im Berliner Stadtteil Friedrichshain.

BerlinDie viel belächelte Piratenpartei hat bei der Berlin-Wahl einen Überraschungscoup gelandet. Den Außenseitern gelang am Sonntag auf Anhieb der Sprung ins Abgeordnetenhaus - nach den Hochrechnungen erreichten die Piraten bis 9,1 Prozent der Stimmen. „Das ist ein historischer Tag für die Piratenpartei und für Deutschland“, sagte der jubelnde Bundesvorsitzende Sebastian Nerz und verglich den Erfolg mit dem der Grünen vor 30 Jahren.

Allen Warnungen der etablierten Parteien zum Trotz eroberten die Piraten fünf Jahre nach ihrer Gründung zum ersten Mal ein deutsches Landesparlament. Damit wirbeln die Newcomer, deren Schwerpunkte bei Internetthemen liegen, auch die Parteienlandschaft durcheinander, zumal die FDP den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus verpasste.

Bei der Wahlparty in einem Club in Berlin-Kreuzberg war die Überraschung und die Freude riesengroß. Zwei Piraten feierten sich überschwänglich mit den Worten: „We made it - Wir haben es geschafft“ und umarmten sich.

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Die Piratenpartei hat im Gegensatz zur FDP in Berlin beste Aussichten am Sonntag ins Landesparlament einzuziehen. Wie es dazu kommen konnte, erklärt Spitzenkandidat Martin Delius im Interview mit Handelsblatt Online.

Der Berliner Spitzenkandidat der Piratenpartei, Andreas Baum (33) sagte nach den Hochrechnungen lässig: „Wir gehen jetzt in die Arbeit rein. Wir werden von uns hören lassen.“ Schon vor Tagen hatte er selbstbewusst eine unbequeme Oppositionsarbeit angekündigt.

Die aus der „Generation Internet“ entstandene Partei ist politisch unerfahren. Sie traf aber offenbar den Nerv vieler junger Wähler und konnte nach der Einschätzung von Meinungsforschern auch bei den bisherigen Nicht-Wählern und im linken Lager punkten. Die Kandidaten sind selber um die 30 Jahre alt, was zu einer Verjüngung im Abgeordnetenhaus führen könnte. Politikwissenschaftler sprachen den Piraten bei der Wahl auch eine Art „Protestventil“ zu. Sie kämen angesichts der Politikverdrossenheit mit ihrem Image als noch unverbrauchte Jungpolitiker an.

Kommentare (2)

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Volke

18.09.2011, 20:09 Uhr

Herzlichen Glückwunsch und immer eine Handbreit Wasser unter'm Kiel!

Daniel

18.09.2011, 22:03 Uhr

Na ja. Genau genommen haben sie es erstmal in ein Stadtparlament geschafft. Ob das ebenfalls bundesweit das erste ist, weiss ich nicht. Die drei Stadtstaaten sowie Saarbrücken und Umland sollten endlich als separate Bundesländer abgeschafft und integriert werden. DAS wäre mal eine Reform...

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