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20.09.2013

14:38 Uhr

Serie „Bodycheck“

Sie, die „Mutti“, erklärt uns die Politik

VonMichael Moesslang

Geballte Fäuste, stechende Zeigefinger, das Spiel mit der Stimme – auf welche Gestik setzen Politiker und wie wirkt sie? Ein Körpersprachen-Experte analysiert für uns die Spitzenkandidaten. Heute: Angela Merkel.

Die Wirkung der Kanzlerin Angela Merkel ist paradox. Es gäbe ihrer Rhetorik viel vorzuwerfen – und doch geht die direkte Zustimmung der Wähler geht weit über die Anzahl der Unions-Wähler hinaus. Sie ist beliebt und schafft es, Vertrauen zu gewinnen.

Wenn man sich erinnert, wie Angela Merkel Anfang der 90er-Jahre auf der politischen Bühne erschien, dann hätte man ihr das Amt des Bundeskanzlers bestimmt nicht zugetraut. Viel eher, dass sie eine vorübergehende, kaum wahrgenommene Erscheinung sein würde. Als sie dann wichtigere Ämter bekleidete, wurde mit viel Spott über Äußerlichkeiten diskutiert. Ihren Reden wollte man kaum folgen, denn sie waren schlicht langweilig.

Und nun? Geht es um ihre dritte Kanzlerschaft, ihre dritte Legislaturperiode. Und auf der Zielgerade liegt die Union in Umfragen in Führung. Doch woran liegt es, dass diese Kanzlerin so viel Vertrauen von allen Seiten bekommt?


Früher waren starke Führungspersönlichkeiten im Stile eines Franz Josef Strauß oder Herbert Wehner gefragt. Manch einer sehnt sich nach derartigen Charakterköpfen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Zeiten in denen Nikita Chruschtschow mit einem dritten Schuh wütend aufs Rednerpult schlug, um zu demonstrieren, dass man mit seiner Aggression rechnen müsse.

Heute sehnt sich die Mehrheit – emotional wie rational – nach einem Kapitän, der sicher durch das unruhige Gewässer schwieriger Krisen führt. Finanzkrisen, Währungskrisen, diplomatische Krisen, Sozialsystemkrisen. Da hilft keine Cholerik oder Aggression. Da geht es um Zuhören, Abwägen und um Vorausschauen.

Mir fällt es immer wieder schwer, ihren Reden anzuhören. Sie weicht mit Passivformulierungen und Substantivierungen aus, redet viel von „ich glaube“ oder „wir werden“, holt entwaffnend alle bei Meinungen ins Boot oder sagt gleich, dass es „keine Alternative“ gibt. Wer kann schon ihrem Glauben etwas entgegensetzen? Und wozu diskutieren, wenn es ohnehin keine Alternative gibt?

Kommentare (9)

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Rumor

20.09.2013, 15:31 Uhr

Tja, woran liegt´s? Merkel ist genau so mittelmäßig angepasst und scheinbar uniformiert, wie die allermeisten ihrer Wähler. Sie kann das Mttelmäßige ausgezeichnet spielen und es kommt an.

Gleich zu gleich gesellt sich gern, wie man so schön sagt. Merkel ist die Kandidatin für die mental Eingeschränkten, die das Denken anderen überlassen und lieber "vertrauen". Das ist eindeutig regressiv und eher frühkindlich und nicht eine Haltung die man als erwachsener Mensch einnimmt. Eigentlich zum Gruseln und hochbedenklich als Wähler in einer Demokratie.

Merkel ist eine Zumutung mit ihrer schlichten Rhetorik für jeden, der sich auch nur einigermaßen vor allem über die Euro-Politik informiert.

Es gibt für den bürgerlichen Wähler eine Alternative bei dieser Wahl.

esenmann

20.09.2013, 15:38 Uhr

Auf Merkels Allbeliebigkeit gebe ich keinen Pfifferling! Zu den wichtigen Wahlen keine Antworten auf: die deutsche Verschuldung, den Raub an den Vermögenswerten durch die Ursache Einheitseuro, den Ausverkauf unserer Souveränitäten im schleichenden Verlauf, die Rechtsbrecherei des Maastrichtvertrages, die fortschreitende Schuldenvergemeinschaftung ohne Bürgerwillen, die unbezahlbaren Strompreise, den Betrug der Westrentner, die größte Spionageaffäre der Nachkriegszeit, das Steuerverschwenden im Militärbereich (Drohnen etc.). Da kommt null und nichts! Man wäre ja blöd, so eine Regierung wiederzuwählen! Darum hat die AfD bereits alle Stimmen meiner Familie per Briefwahl bekommen. Deutschland braucht einen massiven Umbruch, auch gegen den Einheitseuro und die EU-Bebormundung. Die verbrauchten Köpfe aller Blockparteien haben die Übersicht für unser fleißiges Land verloren, massiv! Darum rate ich allen denkenden Wählern, der AfD die Zweitstimmen zu geben, für einen Neuanfang mit Wahrheit und Vernunft!

Account gelöscht!

20.09.2013, 16:08 Uhr

Sie, die „Mutti“, erklärt uns die Politik.
Frau Merkel hat die Bezeichung Mutti nicht verdient. Eine Mutti kümmert sich um ihre Kinder bzw. Familie und ist stets bemüht, dass es ihr im Jetzt und auch in der Zukunft gut geht. Rabenmutti, das fände ich OK. Frau Merkel entscheidet nur im Sinne von Lobbyisten und Banken, und das Volk kriegt ab und an einige Beruhigungspillen und etwas Sand in die Augen gestreut, damit es still hält. Und warum sie angeblich so beliebt ist ? Die Medien reden doch nicht wirklich schlecht über sie. Ihr Tun und Handeln wird letztendlich so beschrieben, das sie als Siegerin hervorgeht. Habe Unterhaltungen diesbezüglich mit Menschen geführt die tatsächlich glauben, dass Frau Merkel die heißen Kartoffeln aus dem Feuer holt, und sie gerade bei Verhandlungen mit der EU immer Oberwasser behält. Durch die Berichte haben viele ein ganz falsches Bild von ihr erhalten.

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