Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.07.2013

16:07 Uhr

Serie: „Wir sind die Neuen“

Die Hyperaktive

VonJan Mallien

Frauke Petry ist Unternehmerin, Mutter von vier Kindern und Sprecherin der „Alternative für Deutschland“. Sie kämpft gegen den Euro und will dafür im September in den Bundestag.

Die 38-Jährige Frauke Petry will für die Alternative für Deutschland (AfD) in den Bundestag.

Die 38-Jährige Frauke Petry will für die Alternative für Deutschland (AfD) in den Bundestag.

KrefeldFrauke Petry redet aufgeregt in ihr Handy: „Habt ihr den Schlüssel gefunden?“ Pause. „Habt ihr im Auto geguckt?“ Sie sitzt gerade am Tisch einer Kneipe an der Galopprennbahn in Krefeld – aber mit den Gedanken ist die 38-Jährige rund 500 Kilometer entfernt. Sie telefoniert mit den Mitarbeitern ihrer Firma Purinvent in der Nähe von Leipzig. „Die suchen jetzt alle den Schlüssel ihrer Chefin“, sagt Petry.

Der Schlüssel taucht kurz darauf wieder auf, doch bei Petrys prall gefülltem Terminkalender gerät leicht mal etwas durcheinander. Sie ist Unternehmerin, Mutter von vier Kindern und schultert seit April noch einen weiteren zeitintensiven Job: Sie ist gemeinsam mit dem Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke und dem früheren FAZ-Journalisten Konrad Adam Sprecherin der neu gegründeten Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland. Mit der erst drei Monate alten euro-kritischen Partei will Petry im September in den Bundestag einziehen.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Ihr Weg in die Politik war nicht vorgezeichnet. Lange Zeit hatte Petry um politische Parteien einen großen Bogen gemacht. Die meisten Politiker seien abgehoben, sagt sie. Viele hätten nie etwas anderes gemacht als Politik: „Bei anderen Parteien muss man sich anbiedern und krumm machen, um nach oben zu kommen“, sagt sie. Ämter machten auf Dauer korrumpierbar. „Irgendwann muss man ins reale Leben zurück.“

Petry hätte damit kein Problem. Nach dem Chemie-Studium machte sie sich selbstständig  und gründete die Firma Purinvent. Ihr Unternehmen verkauft einen Kunststoff zum Befüllen von Reifen. Das Patent dafür entwickelte Petrys Mutter, die auch Chemikerin ist. Da die Mutter selbst schon zu alt war, um eine neue Firma aufzubauen, ging die Tochter das Risiko ein.

Inzwischen hat Petrys Firma acht Mitarbeiter. Eine davon ist ihre Mutter  – die trotz ihres hohen Alters  von 72 Jahren mit anpackt. „Wir sind eine Art Mutter-Tochter-Gemeinschaftsunternehmen“, sagt sie. Ihre Mutter sei nach wie vor leidenschaftliche Chemikerin - sie selbst kümmere sich lieber um die Unternehmensführung.

Kommentare (63)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rettungswahnsinn

05.07.2013, 16:49 Uhr

Ja, solche Frauen braucht das Land.

Vielleicht wäre dann auch die Quotendiskussion und sonstige Frauenthemen überflüssig.

Meine Sympathie und meine Stimme sind Ihnen sicher.

Vicario

05.07.2013, 16:57 Uhr

Zitat : Die Hyperaktive

Wieder mal eine, die nicht von der Quote kommt !

Respekt !

Malocher

05.07.2013, 16:58 Uhr

Ein fairer Artikel über die AfD im Handelsblatt?

Ist Dietmar Neuerer zur Zeit im Urlaub?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×