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29.07.2013

15:48 Uhr

Serie: Wir sind die Neuen

Managerin in spe

VonMaike Freund

Susanna Karawanskij hat die Seiten gewechselt. Erst analysierte sie Politiker, nun macht sie selber Politik – und will für die Linken in den Bundestag. Die Wissenschaftlerin hat mehr von einer Managerin als ihr lieb ist.

Susanna Karawanskij sitzt für die Linken im Bundestag.

Susanna Karawanskij sitzt für die Linken im Bundestag.

LeipzigSie zieht die Brauen zusammen und guckt fast ein bisschen entsetzt: „Managerin? Das hören wir gar nicht gern“, sagt Susanna Karawanskij. Mit „wir“ meint sie „bei den Linken“. Wahrscheinlich erinnert das Wort zu sehr an das große Geld, an Kapitalismus, an den mächtigen Konzern – all jenes, gegen das sich die Partei auflehnt.

Nein, es liege an dem Einzelkämpfer-Image, das hinter dem Wort Managerin steckt. Denn so sieht sich Karawanskij nicht: „Ich bin jetzt zwar Kreisvorsitzende“, sagt sie. Doch davon könne sie sich auch nichts kaufen. Denn sie weiß: Ohne die Ehrenamtlichen in der Partei würde gar nichts gehen. Sie sei ein Teamplayer. „Politik ist keine One-Man-Show“, sagt Karawanskij. Vielleicht hat sie recht. Vielleicht nimmt sie sich auch nur zurück.

Denn die 33-jährige Frau im Café Telegraph in Leipzig, die da im schicken Hemdblusenkleid im Milchkaffee rührt, hat auf den ersten Blick mehr von einer Managerin, als sie wahrnimmt. Organisieren, strukturieren, planen gehört zu ihrem Alltag als Fraktionsgeschäftsführerin. Sie sorgt dafür, dass alles läuft.

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Susanna Karawanskij ist die Direktkandidatin des Wahlkreises 151 Nordsachsen. Mit ziemlicher Sicherheit wird sie in den Bundestag einziehen – vorausgesetzt, die Linken nehmen im September die Fünf-Prozent-Hürde. Außerdem ist sie noch auf Listenplatz drei. Bei der vergangenen Wahl 2009 fuhr die Partei 11,9 Prozent der Stimmen ein. Auch wenn die aktuellen Umfragen nicht ganz so rosig aussehen – zurzeit liegt die Partei bei sechs bis acht Prozent – für den Bundestag wird es für die Roten wohl reichen. Und damit auch für Susanna Karawanskij.

Von der Wissenschaftlerin zur Politikerin: Karawanskij hat die Seiten gewechselt. Was sie früher hauptberuflich analysierte, macht sie jetzt selbst: „Ich habe mich in die Sphäre des Wissenschaftsobjekts begeben“, sagt sie. Doch die Wissenschaftlerin kann sie trotzdem nicht ganz ablegen: Sie denkt über jede Frage nach, wägt ab, lässt Argumente anderer gelten und stellt ihre Aussagen selbst in Frage, indem sie gleich das Gegenargument mitliefert. Dieses Nachdenkliche steht ihr gut, denn es überzeugt.

Kommentare (11)

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Baltar

29.07.2013, 15:59 Uhr

Eine "Wissenschaftlerin", die die Promotion noch nicht einmal angestrebt hat??? Langzeitstudentin trifft es wohl eher.

Billyjo

29.07.2013, 16:24 Uhr

Da frage ich mich wie passen Manager und Kommunisten zusammen?

Das sind doch in den Augen der Kommunisten Ausbeuter der Arbeiterklasse,also deren Wahlvolk, aber wenn es um die eigenen Pfründe ist auch diese Sorte blind oder haben einen Tunnelblick.

Zahlmeister

29.07.2013, 17:25 Uhr

Warum nicht auch die Linkspartei benutzen, um Karrierte zu machen und in den Kreis der "Besserverdiener" aufzusteigen? An die Großen kommt sowieso keiner ran und so wird der kleine Mittelständler geschröpft, der von einem Einkommen und einer Altersvorsorge dieser "Managerin" und Salonbolschewistin meist nur träumen kann. Ich kann ihr die Sache aber nicht übel nehmen, denn gegen die Verbrecher in den Chefetagen der Banken und Regierungen oder gar in Brüssel wird sie wohl harmlos sein. Da sie auch gut aussieht, sollte sie sich vor Lafontaine vorsehen.

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