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05.06.2014

16:20 Uhr

Sevim Dagdelen

Linken-Spitze distanziert sich von eigener Abgeordneten

Die Kritik der Linke-Abgeordneten Sevim Dagdelen an Göring-Eckardt sorgt für Wirbel. Mit einem Brecht-Zitat in einer Debatte hatte sie Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt indirekt als Verbrecherin bezeichnet.

Die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen erhält nach ihren Äußerungen in Richtung Katrin Göring-Eckardt keine Rückendeckung aus den eigenen Reihen. Die Fraktionsspitze distanzierte sich öffentlich von ihr. dpa

Die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen erhält nach ihren Äußerungen in Richtung Katrin Göring-Eckardt keine Rückendeckung aus den eigenen Reihen. Die Fraktionsspitze distanzierte sich öffentlich von ihr.

BerlinIn einem ungewöhnlichen Schritt hat sich die Partei- und Fraktionsspitze der Linken öffentlich von ihrer Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen distanziert. Anlass für die am Donnerstag verbreitete gemeinsame Erklärung von Fraktionschef Gregor Gysi und den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger war eine Äußerung Dagdelens im Bundestag: In einer Debatte über den Umgang mit Rechtsextremen in der Ukraine hatte die Abgeordnete den Eindruck erweckt, Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt eines Verbrechens zu bezichtigen.

„Von dieser Äußerung unserer Abgeordneten Sevim Dagdelen distanzieren wir uns“, erklärten Kipping, Riexinger und Gysi. Zwar sei Dagdelens Kritik in der Sache durchaus legitim. „Eine solche Kritik rechtfertigt aber keinesfalls, der Abgeordneten Göring-Eckardt ein Verbrechen zu unterstellen, sie damit als Verbrecherin darzustellen“, erklärten die Linken-Spitzenpolitiker.

Dagdelen hatte in der Plenardebatte am Mittwoch mit direktem Bezug auf Göring-Eckardt ein Wort von Bertolt Brecht zitiert: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer die Wahrheit kennt und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ Damit hatte Dagdelen ihren Vorwurf bekräftigen wollen, Göring-Eckardt habe in ihrer Rede das Problem des Rechtsextremismus in der Ukraine verharmlost.

Göring-Eckardt selbst hatte sich im Plenum verärgert über Dagdelens Kritik gezeigt und von einer „absurden Unterstellung“ gesprochen. „Niemand wird Faschisten unterstützen wollen“, sagte die Grünen-Politikerin.

Von

afp

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

05.06.2014, 16:56 Uhr

Was ist schlimm an diesem Brecht-Zitat? Es beschreibt die Realität.

Leider gilt es mittlerweile für die gesamte Polit-Kaste.

Account gelöscht!

05.06.2014, 19:45 Uhr

Das war ja nicht anders zu erwarten: wenn es brenzlich wird und die Partei Gesicht zeigen muß, dann kneift sie und läßt ihr Mitglied im Regen stehen. Das hat offensichtlich Tradition bei der Partei "Die Linke", siehe Sarah Wagenknecht, von deren -meines Erachtens durchaus wahren- Aussage in Bezug auf das Konstrukt EU sie sich dann auch "distanziert" hat.

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06.06.2014, 09:48 Uhr

Man muss sich wirklich fragen, ob diese Politmischpoke durchweg geistesgestört ist, oder auf einem anderen Stern lebet.
Das Brecht - Zitat von Frau Sevim Dagdele, trifft die Sache auf den Kopf. Was von unseren Politikern, an Realitätsverweigerung an den Tag gelegt wird, ist eigentlich nur noch mit Geistesgestörtheit zu umschreiben. Muss man als Politiker im Deutschen Bundestag eigentlich seinen Gesunden Menschenverstand und jeden menschlichen Anstand abgeben. Sind wir wirklich soweit, dass die Lüge und der Betrug (am Wähler) zur politischen Tagesordnung gehört? Das Täuschen und Taktieren, Vertuschen und Unterschlagen das Handwerkszeug unserer Volksvertreter ist?
Von dem Rest der Linken (außer Frau Wagenknecht) ist ehe nichts anderes zu erwarten, als sich systemkonform an dem Postengeschacher zu beteiligen. Das hatten die Grünen schneller kapiert. Armes Deutschland.

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