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09.04.2014

17:34 Uhr

Sexismus-Vorwurf

Brüderle sieht sich als Opfer einer Kampagne

Rainer Brüderle äußert sich erstmals ausführlich zu den Sexismus-Vorwürfen. Er wirft dem „Stern“ einen „Frontalangriff auf die FDP und ihn als Spitzenkandidaten“ vor. Ganz nebenbei trommelt er für sein Buch.

Der frühere FDP-Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Rainer Brüderle, stellt sein Buch „Jetzt rede ich“ vor. dpa

Der frühere FDP-Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Rainer Brüderle, stellt sein Buch „Jetzt rede ich“ vor.

BerlinDer frühere FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle will sich gut ein halbes Jahr nach dem Desaster seiner Partei bei der Bundestagswahl wieder in die Politik einmischen. Er strebe zwar kein Amt und kein Mandat mehr an. „Ich bleibe aber ein sehr freier Freidemokrat“, sagte der 68-Jährige am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung seines neuen Buches „Rainer Brüderle - jetzt rede ich!“.

Der neue Parteichef Christian Lindner habe positiv auf diese Pläne reagiert. Es würden liberale Marktwirtschaftler wie er fehlen, zitierte Brüderle Lindner. Die FDP war bei der Bundestagswahl im Herbst 2013 mit Brüderle als Spitzenkandidaten erstmals seit 1949 aus dem Bundestag geflogen. Nach seiner Einschätzung sei der neue Bundesvorsitzende nun auf einem guten Weg, verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen, sagte Brüderle.

Der tiefe Fall der FDP

Ende einer Ära

Die Liberalen sind bei der Bundestagswahl 2013 zum ersten Mal in ihrer Geschichte aus dem Bundestag geflogen. Als Regierungspartei ereilte dieses Schicksal bisher nur die damalige Kriegsgeschädigten- und Vertriebenenpartei Gesamtdeutscher Block/BHE (GB/BHE) 1957 in der jungen Bundesrepublik.

Die Königsmacher

Seit 1949 saß die FDP ununterbrochen im Parlament. Mehr als vier Jahrzehnte war sie an Bundesregierungen beteiligt und bei Kanzlerwechseln mehrfach das Zünglein an der Waage.

Hohe Stimmenverluste

Den in früheren Jahren größten Stimmenverlust mussten die Liberalen 1994 hinnehmen. Damals rutschten sie von 11,0 auf 6,9 Prozent - ein Verlust von 4,1 Punkten. Nach ihrer „Wende“ von der SPD zur Union war die Partei aber schon 1983 auf 7,0 Prozent abgerutscht (minus 3,7).

Der Tiefpunkt

Schon 1969 hatte der FDP fast das Totenglöcklein geläutet. Mit ihrem schlechten Ergebnis von 5,8 Prozent (minus 3,7) überwand sie nur knapp die Sperrklausel, konnte aber mit der SPD eine sozial-liberale Bundesregierung bilden. Das Bündnis hielt 13 Jahre lang bis 1982.

Letzte Bastion Baden-Württemberg

Mehr als 50 Mal wurde die FDP aus Landtagen gekippt - zuletzt in Bayern. Nur in Baden-Württemberg ist sie noch nie gescheitert.

Er unterstrich erneut, dass der „stern“ gegen ihn eine Kampagne gefahren habe, als er Spitzenkandidat wurde. Die „stern“-Reporterin Laura Himmelreich hatte Anfang 2013 mit einem Porträt über Brüderle eine Sexismus-Debatte in Deutschland ausgelöst. Sie schilderte damals, wie sich Brüderle ihr gegenüber etwa ein Jahr zuvor anzüglich geäußert habe („Sie können ein Dirndl auch ausfüllen“).

Brüderle betonte jetzt: „Ich fühle mich nicht als Opfer, aber unfair behandelt.“ Das Buch - ein Gesprächsbändchen mit dem Journalisten Hugo Müller-Vogg - habe er jedenfalls nicht nur wegen des „stern“-Artikels verfasst. Linke-Fraktionschef Gregor Gysi stellte das Buch vor, auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder war da.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.04.2014, 18:10 Uhr

Brüderle sieht sich als Opfer einer Kampagne
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Was denn sonst?
Wenn sein "Verstoß" erst über ein Jahr später thematisiert wird, muss man doch davon ausgehen, dass es sich um eine Kampagne handelt!

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