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22.01.2011

15:13 Uhr

Sieg für Datenschützer

Facebook darf nicht mehr alles und jeden einladen

Über 550 Millionen Mitglieder hat das Online-Netzwerk Facebook inzwischen, und es werden immer mehr. Der laxe Umgang mit privaten Informationen scheint die User wenig zu stören. Anders die Datenschützer, die vor Gericht einen Sieg gegen den Internetgiganten erringen konnten.

Facebook-Gründer Zuckerberg: Laxer Umgang mit Userdaten. Quelle: DAPD

Facebook-Gründer Zuckerberg: Laxer Umgang mit Userdaten.

HB HAMBURG. Deutsche Datenschützer haben einen Etappensieg gegen den Internetgiganten Facebook errungen. Wie der „Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, sagte das Unternehmen im sogenannten Friend-Finder-Verfahren weitgehende Änderungen zu.

Anlass des Bußgeldverfahrens war die Praxis des weltweit größten sozialen Netzwerks, im Rahmen von Einladungs- und Synchronisierungsfunktionen die E-Mail- und Handy-Adressbücher seiner Nutzer auszuwerten. Dabei wurden auch Daten von Nichtnutzern ohne deren Einwilligung erhoben, langfristig gespeichert und zu Vermarktungszwecken genutzt.

Damit bekamen Personen Einladungen zu einer Mitgliedschaft bei Facebook per Mail zugeschickt, selbst wenn sie niemals mit dem Online-Netzwerk zu tun hatten. Diese Einladungen enthielten oft auch Bilder von Personen, die sie teilweise tatsächlich kannten – was viele Adressaten beunruhigte.

Die Hamburger Datenschützer bekamen nun zugesichert, dass Facebook künftig jedem Mitglied eine „transparente Kontrolle über die von ihm importierten Adressen“ ermöglichen wird. Dafür soll es ein Adressbuch geben, mit dessen Hilfe der Nutzer auswählen kann, wer eingeladen werden soll. Auch soll es Warnungen geben, bevor man Facebook das eigene Adressbuch anvertraut oder eine Einladung verschickt wird.

„Facebook muss einblenden, dass der Nutzer nur Kontakte einladen soll, die er persönlich kennt und die seiner Meinung nach eine Einladung wollen“, sagte Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar. Der eingeladene Nicht-Facebook-Nutzer müsse ebenfalls informiert werden, warum er diese Mail erhält. Auch könne er verfügen, nie wieder von Facebook zu hören und seine Adresse sperren. Offen ist, ob diese Änderungen neben Deutschland auch in weiteren Ländern angeboten werden.

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