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24.01.2015

13:16 Uhr

Sigmar Gabriel

Vize-Kanzler nimmt an Pegida-Diskussion teil

Am Freitagabend hat Vizekanzler Sigmar Gabriel überraschend an einer Gesprächsrunde mit Pegida-Anhängern teilgenommen. Das stößt auch in der eigenen Partei auf deutliche Kritik.

Kam zur Pegida-Veranstaltung als Privatmann: Sigmar Gabriel dpa

Kam zur Pegida-Veranstaltung als Privatmann: Sigmar Gabriel

Dresden/FreiburgDer SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel hat am Freitagabend völlig überraschend an einer Diskussionsveranstaltung mit Pegida-Anhängern in Dresden teilgenommen. Zu der Gesprächsrunde hatte die Landeszentrale für politische Bildung eingeladen. Gabriel sagte, er sei als Privatmann gekommen um zuzuhören. Nach der Veranstaltung, an der etwa 200 Bürger teilnahmen, diskutierte er etwa eine Stunde lang auch mit Anhängern der islamkritischen Pegida.

Gabriel sagte nach der Diskussion, Landeszentralchef Frank Richter habe ihn eingeladen. „Ich finde, die Veranstaltung war gut, aber wenn ich offen bin: Alles kommt mir bekannt vor.“ Es gebe in Deutschland viel Verärgerung und den Eindruck, dass Politik bürgerfremd sei. Der SPD-Chef schlug deswegen vor, gezielt Politiker in die Gesprächsrunden einzuladen, um ihre Arbeit transparenter zu machen.

Die Bundesvorsitzende der Jusos, Johanna Uekermann, hat Gabriels Teilnahme scharf kritisiert. „Rassismus ist keine Gesprächsgrundlage. Statt Pegida durch Gesprächsangebote aufzuwerten, sollten wir all jenen den Rücken stärken, die täglich für unsere Demokratie und eine tolerante Gesellschaft einstehen“, sagte Uekermann dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Ich finde die SPD sollte vor allem Geflüchteten Gehör schenken und dafür sorgen, deren Lebenssituation deutlich zu verbessern.“

Wer sind die Pegida-Demonstranten?

Geschlecht

75 Prozent der Pegida-Teilnehmer sind Männer.

Alter

Die größte Altersgruppe machen mit 37 Prozent die 40- bis 59-Jährigen aus.

Bildung

28 Prozent sind Hochschulabsolventen, 18 Prozent haben das Abitur als letzten Abschluss, 9 Prozent haben eine Meisterprüfung abgelegt.

Beruf

Fast die Hälfte (47 Prozent) sind Angestellte oder Arbeiter, 18 Prozent Rentner und nur 2 Prozent geben an, keine Tätigkeit auszuüben oder Arbeit zu suchen.

Einkommen

Fast 40 Prozent der Teilnehmer verfügen über ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 1500 Euro netto.

Politische Einstellung

62 Prozent geben an, keiner Partei verbunden zu sein. 17 Prozent stehen der AfD nahe, 9 Prozent der CDU, 4 Prozent der rechtsextremen NPD, 3 Prozent der Linken. Jeweils 1 Prozent sympathisiert mit SPD, Grünen und der FDP.

Glaube

73 Prozent sind konfessionslos, 21 Prozent protestantisch und 4 Prozent katholisch. 2 Prozent gehören anderen Glaubensgemeinschaften an.

Die Quelle

Wissenschaftler der TU Dresden haben bei drei Pegida-Demonstrationen zwischen dem 22. Dezember und dem 12. Januar rund 400 Teilnehmer befragt.

Der SPD-Bundesvize Ralf Stegner reagierte zurückhaltend. „Ich finde nicht, dass es meine Aufgabe ist, zu kommentieren, welche Einladungen mein Vorsitzender annimmt und welche nicht. Sigmar Gabriel vertritt die Positionen der SPD in Diskussionen mit den verschiedensten Gruppen und von Davos bis Dresden“, sagte Stegner dem Handelsblatt.

Zugleich unterstrich Stegner, dass seine Partei „die berechtigten Sorgen“ von Bürgern ernst nähme, egal ob es um Abstiegsängste, Aufstiegshoffnungen, gute Arbeit, soziale Sicherung oder die Integration von Flüchtlingen gehe. „Klar ist dabei für Sigmar Gabriel und alle anderen aus der SPD-Führung immer, dass wir uns niemals mit Ausländerfeinden und Rassisten oder der rechten Propaganda gegen Vielfalt, Meinungs- und Pressefreiheit gemein machen“, sagte Stegner. „Hetze, Intoleranz und antieuropäischer Gesinnung bieten wir entschlossen die Stirn.“ Die Sozialdemokraten zeigten zudem „Haltung und biedern uns anders als Teile der CDU/CSU auch nicht an Positionen der Rechtspopulisten an“.

Kommentare (1)

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Herr Ralf Becker

23.01.2015, 20:58 Uhr

>>Wer sind die Pegida-Demonstranten?<<

und wer sind die Anti Pegida Demonstranten

bitte de gleiche qualifizierte Aufstellung

die dann lauten würde
20% Ausländer
20% Migranten
10% alt 68er
50% Krawallmacher

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